Priesterweihe

Zwei Ereignisse weisen Lukas Hellekes den Weg zu Gott

Lukas Hellekes

Lukas Hellekes

Foto: Volker Eberts

Altenhundem.   Pfingstsamstag wird der 28-jährige Lukas Hellekes aus Altenhundem im Hohen Dom zu Paderborn zum Priester geweiht.

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Es ist ein besonderer Tag, nicht nur für Lukas Hellekes selbst, sondern auch für seine Familie und die gesamte St. Agatha-Gemeinde Altenhundem. Am Pfingstsamstag, 3. Juni, wird der 28-jährige Altenhundemer im Hohen Dom zu Paderborn zum Priester geweiht. Einen Tag später, am Pfingstsonntag, feiert er in der St. Agatha-Pfarrkirche seine Primiz.

Der große Tag rückt näher und Lukas Hellekes spürt die Anspannung jeden Tag ein bisschen mehr. „Es ist eine Mischung aus Aufregung und Vorfreude“, sagt der Diakon, der seine Primiz mit 15 befreundeten Mitbrüdern feiern wird und hofft, dass es um den Altar der St. Agatha-Kirche nicht zu eng werden wird. Neben Pfarrer Christoph Gundermann, Pater Johannes Nies, dem aus Altenhundem stammenden Priester Elmar Nübold und weiteren, befreundeten Priestern, u.a. Jonas Klur aus Altenhof, hat auch Altenhundems früherer Pfarrer Hans-Josef Feldhagen sein Kommen und Mitwirken zugesagt.

Unter dem früheren Dechanten diente Hellekes als Messdiener und Feldhagen war einer der ersten, der ihn ermutigte, den Priesterberuf anzustreben.

Andere Pläne

Die Pläne des Altenhundemers, der 2008 sein Abitur am Städtischen Gymnasium, in der Nachbarschaft seines Elternhauses am Biertappen, machte, sahen zunächst anders aus. Drei Jahre war er mit seiner Freundin zusammen. „Ich wollte eigentlich eine Familie gründen, mit vier, fünf Kindern.“

Geistlich standen ihm die evangelischen freikirchlichen Gemeinden, die ihren Glauben ohne Liturgie leben, damals näher als die Katholische Kirche. „Am Anfang war für mich die katholische Liturgie schwer zu verstehen. Erst nach und nach, als ich mich tiefer darauf einlies, entdeckte ich, was für Schätze in ihr verborgen sind“, sagt er.

Nach dem Abi absolvierte Hellekes, der bis vor zwei Jahren Fußball bei der DJK Bonzel spielte, zunächst seinen Zivildienst beim Rettungsdienst des Kreises in Finnentrop. Am zweiten Einsatztag hatte er ein Schlüsselerlebnis. Er musste einen jungen Familienvater reanimieren, leider ohne Erfolg. „Plötzlich traf es mich wie ein Schlag, ich weiß nicht warum, aber in diesem Moment war mir klar, dass ich das machen muss“, sagt Hellekes. Mit „Das“ meint er ein Studium der Katholischen Theologie zu beginnen. Im Herbst 2009 nahm er das Studium in Paderborn auf, mit dem Ziel Gemeindereferent zu werden.

„Im Laufe des Studiums spürte ich, dass Gott keine Randerscheinung ist. Ich spürte das Verlangen, Gott mein ganzes Leben zu schenken.“ In der Folgezeit war der Theologiestudent hin- und hergerissen, ob er diesen Weg wirklich gehen soll. „Ich habe mich gesträubt, ich hatte Angst vor dem Alleinsein, es war ein inneres Ringen.“

Schlüsselereignis

Ein weiteres Schüsselereignis, der Tod seiner Großmutter, bestärkte ihn schließlich, den Weg, den ihm Gott gewiesen hatte, anzutreten. „Nach der Beerdigung habe ich allein in der Kirche gesessen und habe mich dann entschieden.“ „In Deine Hände lege ich meine Seele“, Vers 23,46 aus dem Lukas-Evangelium, hat der angehende Priester als Primizspruch gewählt.

Im Herbst 2013 trat er in das Priesterseminar in Paderborn ein. „Für meine Mutter war es damals ziemlich schwierig, die anderen gingen ganz entspannt damit um“, erinnert sich Lukas Hellekes an den Moment, als er seine Entscheidung der Familie mitteilte. Im Frühjahr 2016 wurde er zum Diakon geweiht, arbeitete danach in einer Gemeinde in Herne, u. a. in einem Arbeitslosenzentrum. Wo er seine erste Vikarstelle antreten wird, weiß er nicht. „Das erzählt uns der Erzbischof nach der Weihe beim Mittagessen“.

Es ist Lukas Hellekes auch eigentlich egal. Zunächst steht ein Urlaub mit der Familie in Südtirol an, dann heißt es umziehen in seine neue Gemeinde, wohin auch immer. Lukas Hellekes brennt darauf, dass er seinen Priesterberuf nach dem langen Studium endlich ausüben kann. „Ich freue mich, dass es jetzt bald losgeht, dass ich endlich anfangen kann.“

Ideen hat er genug. Er möchte die Schätze des Glaubens bewahren, aber neue Wege gehen. „Wir brauchen liturgische Formen, die Freude und Ehrfurcht zum Ausdruck bringen.“

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