Integration

Zwei Flüchtlinge kochen in Schulmensa

Marc Kautz mit Amarildo Ismailisuti (links) und ElHadj Sadio Bah am Kochtopf in der Küche der Mensa im Wendener Schulzentrum.

Foto: Roland Vossel

Marc Kautz mit Amarildo Ismailisuti (links) und ElHadj Sadio Bah am Kochtopf in der Küche der Mensa im Wendener Schulzentrum. Foto: Roland Vossel

Wenden.   Das Essen in der Mensa des Wendener Schulzentrums schmeckt vorzüglich. Mit dafür sorgen auch Amarildo Ismailisuti und ElHadj Sadio Bah.

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„Ich mag diesen Beruf“, betont Amarildo Ismailisuti. Der 18-jährige Albaner ist Koch mit Leib und Seele. Das gleiche gilt für seinen Kollegen am Kochtopf, ­ElHadj Sadio Bah (16) aus Guinea. Das Duo hilft mit, dass in der Mensa im Konrad-Adenauer-Schulzentrum leckere und abwechslungsreiche Mittagsmenüs auf den Tisch kommen. Die beiden Flüchtlinge gehören zum zehnköpfigen Team von Verpflegungsbetriebswirt und Küchenchef Marc Kautz. In der Wendener Mensa kocht das Integrationsunternehmen „Kochwerk“ vom Jugendwerk Förderband gGmbH Siegen. Keine Frage: Der Einsatz der beiden Flüchtlinge am Kochtopf ist ein Beispiel für gelungene Integration.

„Wir machen hauptsächlich Schul- und Kindergartenverpflegung. In Wenden sind es etwa 150 Essen täglich. Es gibt zwei Menüs, ein vegatarisches und eines mit Fleisch“, berichtet „Kochwerk“-Chef Marc Kautz im Gespräch mit dieser Zeitung. Und: „Die Schüler lieben Nudeln und Currywurst.“ Doch es wird in der Wendener Schulmensa auch viel Wert auf gesunde Ernährung gelegt. Seit Anfang März dieses Jahres gibt es eine Salatbar. „Das ist der Renner mit 50 Salaten täglich. Es gibt Möhrensalat, Gurkensalat, Feta-Käse oder Mozzarella. Wir waren überrascht, wie gut das von den Schülern angenommen wird“, so Kautz.

Auch noch ins Restaurant

Seit vier Jahren lebt Amarildo Ismailisuti in Deutschland. Er ist im ersten Ausbildungsjahr zum Koch. Vor der Wendener Mensa war er in einem Siegener Restaurant, was aber laut Marc Kautz nicht so richtig funktioniert hatte: „Über das Katholische Jugendwerk Förderband ist er zu uns gekommen“, so Kautz. „Ich habe erst eine Ausbildung zum Straßenbauer begonnen, aber das war nichts für mich. Hier in Wenden bin ich sehr zufrieden. Ich mag den Beruf des Kochs einfach. Ich richte gerne Speisen an. Albanisches Essen kannte ich, aber ich lerne jetzt auch die deutsche Küche. Sehr gerne mache ich Soßen“, sagt der 18-Jährige, der in Geisweid lebt. Auf die Frage nach seinem Lieblingsgericht antwortet er prompt: „Ich esse am liebsten Steaks.“ Nun: Die gibt es zwar weniger in einer Schulmensa, doch wird ihm auch das im Rahmen der Ausbildung beigebracht. „Beide müssen auch drei bis vier Wochen zum Praktikum in ein Restaurant“, so Marc Kautz, der selber aus der klassischen Gastronomie kommt.

Reis und Nudeln mit Tomatensoße

ElHadj Sadio Bah ist ebenfalls begeistert bei der Sache. Der 16-Jährige kam vor zehn Monaten aus Guinea nach Deutschland, lebt jetzt im Olper Josefshaus und ist zweimal in der Woche im Rahmen eines Praktikums der Berufsschule in der Wendener Mensa im Einsatz. „Wir bereiten ihn auf die Kochausbildung vor“, erzählt Marc Kautz. Dabei ist der junge Mann aus Guinea, der am liebsten Reis und Nudeln mit Tomatensauce isst, fest entschlossen, sein Ziel zu schaffen: „Ich will diese Berufsausbildung machen. Das gefällt mir sehr.“ Küchenchef Kautz ist auf alle Fälle voll des Lobes über die Kochkünste des 16-Jährigen: „Wenn der so weitermacht, wird er ein richtig Guter. Er hat Talent.“ Man werde alles dafür tun, dass beide Flüchtlinge in Deutschland bleiben können.

Auch dem Bürgermeister schmeckt’s

Es sind übrigens nicht nur Schüler, die in der Wendener Mensa speisen. Vor dem großen Ansturm kommen um kurz nach 12 Uhr auch immer vier bis fünf Mitarbeiter aus dem Rathaus, sagt Küchenchef Kautz. Manchmal ist auch Bürgermeister Bernd Clemens dabei. Wie der erste Bürger der Gemeinde im Gespräch mit dieser Zeitung berichtete, findet er das Essen in der Schulmensa erstklassig. Vor allem auch das Salatbüffet.

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