Katastrophenschutz

200 PS, 600 Meter Schlauch – das ist der neue Retter

Schon auf der Anfahrt können die neuen Fahrzeuge Schläuche auswerfen, um auch an abgelegenen Brandstellen schnell löschen zu können.

Schon auf der Anfahrt können die neuen Fahrzeuge Schläuche auswerfen, um auch an abgelegenen Brandstellen schnell löschen zu können.

Foto: BBK

Oestrich/Iserlohn.  Die Feuerwehr Iserlohn bereitet ein neues Löschgruppenfahrzeug für Katastrophenhilfe zur Stationierung in Oestrich vor.

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200 PS, 600 Meter Schlauch, und einen Teil davon kann es während der Fahrt automatisiert auswerfen: das neue Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz (LF-KatS), das die Feuerwehr Iserlohn derzeit vorbereitet. Stationiert werden soll es bei der Löschgruppe Oestrich, wo die taktische Einheit für die überörtliche Hilfeleistung angesiedelt ist, erklärt Feuerwehrchef Jörg Döring. „Bei größeren Schadensereignissen unterstützen wir unsere Nachbarn in NRW oder sogar darüber hinaus, etwa bei Überschwemmungen und Waldbränden. Die Einheit in Oestrich ist Teil der Bezirksbereitschaft im Regierungsbezirk Arnsberg.“

Das geländetaugliche Fahrzeug besteht aus einem Lkw-Chassis aus dem Hause Daimler (Mer­ce­des-Benz Ate­go 1327 AF), für den Aufbau zeichnet die Rosenbauer-AG verantwortlich. Von diesem Hersteller haben die heimischen Brandschützer schon einen Rüstwagen, an dem es nichts zu beanstanden gebe, meint Döring: „Der ist sehr hochwertig, bislang haben wir damit nur positive Erfahrungen gemacht.“

Das neue Fahrzeug ist eins von insgesamt 307 dieses Typs, die das in Bonn ansässige Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) an Feuerwehren in ganz Deutschland ausliefern lässt. Hintergrund ist der aufgestockte Zivilschutz-Etat: 100 Millionen Euro stehen so von 2019 bis 2022 jährlich zur Verfügung, um die Fahrzeugflotten der Freiwilligen Feuerwehren mit aufzurüsten.

Neben den besonders langen Schläuchen (normalerweise nur 280 Meter pro Fahrzeug) verfügt der neue Wagen über die komplette Grundausstattung, von der Wasserpumpe bis zur Kettensäge, mitfahren können neun Frauen und Männer.

Zusammen mit einem weiteren neuen Fahrzeug, das aus kommunalen Mitteln finanziert wird, soll das „LF-KatS“ demnächst der Löschgruppe Oestrich übergeben werden. Diese war zum Beispiel zum Großbrand der GWA-Recyclinganlage in Bönen im Kreis Unna ausgerückt: Dort brannten Anfang Juli 2018 vier von fünf Werkshallen ab, fünf Feuerwehrleute wurden leicht verletzt.

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