Gesundheit

Abenteuer und Herausforderung

Tim Köhler (li.) und sein Team mit Alexandra Kowald, Bianca Ottersbach und Patrick Leinbergen vom Gemeinschaftsdienst Stübbeken sind unterwegs auf Werbetour, um sich und ihre Arbeit bekannter zu machen.

Tim Köhler (li.) und sein Team mit Alexandra Kowald, Bianca Ottersbach und Patrick Leinbergen vom Gemeinschaftsdienst Stübbeken sind unterwegs auf Werbetour, um sich und ihre Arbeit bekannter zu machen.

Foto: Jennifer Katz / IKZ

Stübbeken.  Der Gemeinschaftsdienst Stübbeken kümmert sich seit Monatsbeginn um Kinder, Jugend und Familie, die pflegerische Unterstützung benötigen.

Die lilafarbenen Kleinwagen am Rande des Dorfplatzes zeigen bereits, dass sich beim Gemeinschaftsdienst etwas tut: Ambulante Pflege steht darauf geschrieben.

Seit dem 1. August gibt es den Pflegedienst, den Tim Köhler leitet, erst. Der Namenszusatz „Kinder Jugend und Familie“ beim Gemeinschaftsdienst lässt zunächst einmal nicht auf einen Pflegedienst schließen, jedoch benötigen auch die Schützlinge des Vereins, die geistige, psychische und seelische Beeinträchtigungen mitbringen, oft pflegerische Unterstützung. Zum anderen ist der Bedarf auch außerhalb des Gemeinschaftsdienstes groß. Daher, so Köhler, habe der Gemeinschaftsdienst die schon seit Jahren vorhandene Idee nun in die Tat umgesetzt. „Es hat sich auch gesetzlich etwas geändert, beispielsweise das Teilhabe- und das Pflegestärkungsgesetz. Seit 2017 haben Menschen mit geistigen, seelischen und psychischen Behinderungen Anspruch auf pflegerische Leistungen“, erklärt Tim Köhler.

Er sieht auch in der direkten Nachbarschaft im Stübbeken einen Bedarf für ein solches Angebot. Kurze Wege für alle Beteiligten sind nur ein Vorteil des Angebots, das über der Dorfhalle seine Räume hat. Noch sind Köhler und seine Mitarbeiter unterwegs auf Werbetour, um sich bekannt zu machen. Weitere Fachkräfte werden ebenso noch gesucht und benötigt. „Wir nehmen auch Menschen, die zeitlich eingeschränkt sind, beispielsweise alleinerziehende Mütter, die ihre Kinder zu bestimmten Zeiten in die Betreuung bringen oder sie von dort abholen müssen“, unterstreicht der Pflegedienstleiter. Wichtig sei es, dass die Fachkräfte die Zulassung für die Behandlungspflege in den Leistungsgruppen I und II besitzen. Doch auch Hilfskräfte seien eingeladen, sich zu bewerben. „Leicht ist es nicht, Mitarbeiter zu finden – es gibt sozusagen eine Verschiebung“, sagt Köhler. Er meint damit: Es interessieren sich eher Mitarbeiter anderer Anbieter, als dass neue Kräfte sich anböten.

Neuer Pflegedienst nutztverstärkt Smartphones

„Man gründet ja nicht so oft einen Pflegedienst“, betont er. Für ihn, Alexandra Kowald, Patrick Leinbergen und Bianca Ottersbach ist die derzeitige Phase gleichermaßen Abenteuer und Herausforderung.

Köhler erzählt: „Wir wollen möglichst papierlos arbeiten, vieles kann durch eine Software über Smartphones laufen.“ Daher werden er und seine Kollegen nicht nur jetzt, sondern regelmäßig nicht nur mit Blick auf die Pflege an sich, sondern eben auch für solche Bereiche ihrer Arbeit geschult.

Durch die enge Zusammenarbeit mit den ambulanten Angeboten des Gemeinschaftsdienstes ist es möglich, eine ganzheitliche Betreuung anzubieten. Somit können die Mitarbeiter auch Klienten, die über die üblichen pflegerischen Bedürfnisse hinaus Bedarf an Eingliederungshilfen und Jugendhilfe haben, betreuen. Dennoch, so wird deutlich betont, ist der Pflegedienst ein Angebot für alle Interessierten.

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