Werkhof

„Das werde ich niemals vergessen“

„Frei sein“: Bei ihrer CD-Release-Party im Hohenlimburger Werkhof ließ Jini Meyer alles raus, was sie hat.

„Frei sein“: Bei ihrer CD-Release-Party im Hohenlimburger Werkhof ließ Jini Meyer alles raus, was sie hat.

Foto: Ralf Tiemann

Hohenlimburg.  Jini Meyer hat im Werkhof ihr erstes Solo-Album „Frei sein“ vorgestellt und richtig abgeräumt.

Das Licht geht aus. Wummernde Bässe legen sich wie ein roter Teppich über den Saal, das Publikum lässt Luftballons tanzen und skandiert immer wieder „Jini, Jini“. Dann die Erlösung: Die Band betritt die Bühne – mit beiden ehemaligen „Luxuslärm“-Gitarristen Seite an Seite. Ein Traum für die Fans. Es geht los – mit „Am Ende des Tages“ von ihrer nagelneuen CD. Jinis Stimme kommt aber noch aus dem Off. Erst zum Refrain steht sie im Rampenlicht und alles geht auf – das Licht, die Musik, die Emotionen. Alle flippen aus. Man muss schon aus Stein sein, um in diesem Moment keine Gänsehaut zu bekommen.

Es gibt keinen Zweifel: Jini Meyer ist wieder da – und zwar voll und ganz, mit Haut und Haaren, mit eigenen Songs, mit ihrer eigenen Band und mit Fans aus ganz Deutschland, die dicht gedrängt und schweißgebadet den rappelvollen Werkhof in Hohenlimburg in ein Tollhaus verwanden. Ihre erste Solo-Platte „Frei sein“ ist gerade erst raus, das erste Lebenszeichen aus eigener Feder nach der „Luxuslärm“-Auflösung, das klar sagt, dass es doch weiter geht. Und alle können schon jeden Song Wort für Wort mitsingen. Das war wirklich ein großer Moment.

Auch für Jini. Es war und ist einer ihrer größten Vorzüge, dass sie immer zu hundert Prozent authentisch und echt ist. Auch am Freitag bei ihrer CD-Release-Party ließ sie ihre Fans an ihren Gefühlen teilhaben. „Wer hätte das gedacht, dass wir jetzt nach zweieinhalb Jahren das feiern, was wirklich seine Zeit brauchte. Ich hoffe, ihr nehmt es mit nicht übel, dass ich mir eine kleine Auszeit genommen habe“, sagt sie und schiebt hinterher, dass sie nach der Auflösung von „Luxuslärm“ lange Zeit wirklich keinen Satz hinbekommen habe, dass dann aber im letzten Jahr unglaublich viel passiert sei. Und jetzt? „Es ist nicht in Worte zu fassen, dass so viele von euch auf mich gewartet und an mich geglaubt haben. Dass ihr heute hier seid und mit mir feiert, ist etwas, das ich niemals vergessen werde.“

„Luxuslärm“ – ein dickes Buch mit unterschiedlichen Kapiteln

Und dann geht es los, und zwar immer wieder auch mit alten „Luxuslärm“-Hits. „Liebt sie dich so wie ich“, „Neuer Morgen“, „1000 Kilometer bis zum Meer“, „Unsterblich“ – „Luxuslärm“ sei wie ein dickes Buch, in dem sie immer wieder blättert, mit schönen und auch nicht so schönen Kapiteln, aus denen sie aber immer wieder Songs herausholen könne, die ihr gut tun. Und die alten Hits mit so viel Energie zu hören, tut auch den Fans gut. „Durchdrehen“ ist einer der Songs, der am Freitag ganz gut passte.

Dazwischen ein Akustik-Set, bei dem sie sich teilweise nur von ihren beiden Gitarristen begleiten ließ: Henrik „Henne“ Oberbossel und Freddy Hau, die sich bei „Luxuslärm“ abgelöst und vor den Studio-Aufnahmen zu „Frei sein“ nie zusammen gespielt haben – beides sehr wichtige Figuren in ihrem Leben, wie Jini sagt. Und dass sie nun bei ihr zueinander gefunden haben, sei unbeschreiblich.

Härter, direkter, lauter und heißer

Dafür ist es aber deutlich hörbar. Denn die neuen Songs, die sie immer wieder einstreut, unterscheiden sich doch deutlich von „Luxuslärm“. Es sei niemand mehr da gewesen, der gesagt habe, „mach die Gitarren leiser“ oder „mach das radiokompatibler“. Sie habe zum ersten Mal wirklich machen können, was sie wollte.

Die Stoßrichtung ist dabei deutlich: Kein Keyboard, dafür gleich zwei dominante Gitarristen-Alpha-Tierchen. Die Musik ist härter, direkter, lauter und heißer als zuvor. Und auch Jini scheint gelöst und ließ diesen Soundtrack zu ihrer derzeitigen Lebensphase mit einem fulminanten „Frei sein“ als Schlusspunkt richtig krachen – eine Party, die man so schnell nicht vergisst. Und die nach dem letzten Ton erst richtig anfing. Jini mischte sich unters Volk, gab drei Stunden lang Autogramme und feierte mit ihren Fans.

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