Kleinkunst

Der „Melange“-Verein sucht ein neues Zuhause in Letmathe

Café, Kneipe, Restaurant – wer mindestens 40 Sitzplätze anbieten kann, könnte 2021 neuer Partner für die Kaffeehaus-Kulturveranstaltungen des „Melange“-Vereins in Letmathe werden.

Café, Kneipe, Restaurant – wer mindestens 40 Sitzplätze anbieten kann, könnte 2021 neuer Partner für die Kaffeehaus-Kulturveranstaltungen des „Melange“-Vereins in Letmathe werden.

Foto: RIECK, Heinz-Werner / WAZ FotoPool

Letmathe.  Der „Melange“-Verein braucht ab 2021 einen neuen Partner in Letmathe, der das gemeinnützige Konzept unterstützt.

Der „Melange“-Verein sucht ein neues Zuhause in Letmathe. 15 Jahre lang haben Bernd und Monika Pollmeier ihn in der Traditionsschänke ihrer Familie in Genna beherbergt, doch zum Jahresende werden sich die beiden zur Ruhe setzen (wir berichteten). Damit wird die Stadt an der Lenne um eine beliebte Veranstaltungsreihe ärmer – sollte sich bis dahin kein neuer Partner finden lassen.

Der als gemeinnützig anerkannte Verein führt den Untertitel „Literarische Gesellschaft zur Förderung der Kaffeehauskultur“ und ist als solcher seit dem 25. Mai 2004 im Vereinsregister eingetragen. Die Gründung geht zurück auf die Initiative einer kleinen Gruppe Kulturaffiner, darunter Künstler, Kulturwissenschaftler und Moderatoren – mitunter, wie im Fall des heutigen Geschäftsführers Dr. Thomas Eicher, auch in Personalunion. Den Vorsitz führt seit 2004 der Dortmunder Schriftsteller und Lyriker Dieter Treeck (83), von 1970 bis 1999 Kulturdezernent in Bergkamen sowie unter anderem seit 1984 Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Westfälischen Literaturbüros in Unna. Als Stellvertreter fungieren Ellen Stramplat aus Gelsenkirchen und Klaus Steinbach aus Hohenlimburg.

Gastgeber sollten nicht nur auf Umsätze aus sein

Sitz der „Melange“-Gesellschaft ist Dortmund, ihr Wirkungskreis ist aber erheblich größer. Neben Letmathe und Hemer zählen etwa auch Hohenlimburg, Menden, Unna und Hamm zu den Städten, in denen Cafés und Kneipen dem vielfältigen Programm des Kulturvereins eine Bühne bieten. „Für eine funktionierende Partnerschaft sollten die Gastgeber inhaltliches Interesse an den Veranstaltungen mitbringen und das ganze nicht nur betriebswirtschaftlich betrachten“, nennt Dr. Thomas Eicher als Kriterium. Der Konsum koffeinhaltiger Getränke, dem einen oder anderen Glas Sekt und, je nach Angebot, diverser Speisen gehört bei „Melange“ dazu – Umsätze, wie sich Gastwirte im Zusammenhang mit Gesellschaften oft erträumen, aber nicht unbedingt.

Einseitig sei die Zusammenarbeit mit „Melange“ trotzdem nicht, betont der Geschäftsführer: „Das ist keine reine Förderung. Allein durch das Image haben auch die Betreiber etwas davon.“ In der Tat erfreuen sich die Veranstaltungen des Vereins seit Jahren großer Beliebtheit und sind in der Regel ausverkauft. Etwa 40 Sitzplätze sollte eine geeignete Location mindestens bieten, sagt Eicher: „Über alles andere kann man reden.“ Ein besonderer Fokus der Gesellschaft liegt darauf, die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern auf Augenhöhe zu suchen und die regionale Verhaftung auch inhaltlich widerzuspiegeln. Während ein Teil der Kleinkunst auf die größere deutsche und europäische Tradition zurückgreift, dürfen sich Besucher auch auf westfälische und sauerländische Spezialitäten freuen. Die Formate sind breitgefächert und bewegen sich zwischen Kabarett, Live-Hörspiel, Rezitation, Theater und Chanson.

Die Eintrittsgelder spielen eine zentrale Rolle bei der Finanzierung, sollen jedoch in einem moderaten Rahmen bleiben und den Besuch so für eine möglichst große Zielgruppe möglich und schmackhaft machen. Wer sich vorstellen kann, im Jahr 2021 als neuer Letmather Gastgeber der feinsinnig-kurzweiligen Abende zu fungieren, erreicht den Verein unter 0231/4775981 oder per E-Mail an info@melange-im-netz.de.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben