Reisen

Der rote „Kaeding-Reisen“-Bus rollt wieder

Anke Kaeding muss die Medien im Blick haben: Täglich ändern sich die Bestimmungen für Reisebusunternehmen.

Anke Kaeding muss die Medien im Blick haben: Täglich ändern sich die Bestimmungen für Reisebusunternehmen.

Foto: Archiv / IKZ

Iserlohn.  Reisebusunternehmen dürfen wieder auf die Straße. Doch die verschiedenen Bestimmungen sorgen für Probleme

Deutschlandweit haben Reisebusunternehmen demonstriert, um auf ihre schlechte wirtschaftliche Lage durch die Corona-Krise aufmerksam zu machen. Darunter auch das Unternehmen „Kaeding Reisen“ aus Letmathe. „Es scheint ja etwas gebracht zu haben“, sagt Anke Kaeding. Denn: Seit dem 30. Mai dürfen Reisebusse wieder auf die Straße – natürlich unter strengen Hygieneschutzvorkehrungen.

Beim Ein- und Ausstieg müssen die Gäste eine Maske tragen, das Fahrzeug muss nach jeder Fahrt gründlich desinfiziert werden, Toiletten bleiben geschlossen. Das sei laut Anke Kaeding gar nicht das Problem, wenn da nicht dieser „Flickenteppich“ wäre. „Von Bundesland zu Bundesland sind die Bestimmungen für Busreisen unterschiedlich“, berichtet sie. So könnte eine Fahrt von NRW nach Schleswig Holstein für das Letmather Unternehmen zu einer echten Prozedur werden. „Zunächst hieß es nämlich, dass wir in Niedersachsen nicht anhalten dürfen.“ Aus anderer Quelle habe Anke Kaeding dann erfahren, dass man durchaus einen Toiletten-Stop einlegen dürfe. „Die Informationen ändern sich täglich.“

Seit Anfang März wurde der rote „Kaeding-Reisen“-Bus nicht mehr bewegt, alle Fahrten abgesagt. Einnahmen: Fehlanzeige. „Unser Kapital stand monatelang in der Ecke.“ Unterstützung vom Staat habe es ebenfalls nicht gegeben.

Am Pfingssonntag gab es jetzt aber immerhin wieder die erste Fahrt. Wenn auch nur eine Art Test. „Wir haben unsere Stammkunden zu einer Tagesfahrt nacht Bad Sassendorf eingeladen. Alle waren sehr froh, dass es wieder los ging“, sagt Anke Kaeding, die zusammen mit ihrem Mann das Unternehmen leitet. Am 10. Juni startet dann die erste „richtige“ Tour. Für vier Tage geht es auf die Inseln der Ostsee – allerdings mit einer sehr kleinen Reisegruppe. „Das ist aber ja ein Vorteil für die Fahrgäste, die mitkommen.“

Schottland-Fahrt soll möglichst nachgeholt werden

Über Anzeigen, Newsletter und via Whatsapp versuche das Ehepaar nun, schon den Blick auf das Jahr 2021 zu lenken. Denn die vielen ausgefallenen Fahrten einfach so noch in diesem Jahr nachzuholen sei nicht möglich. Bis auf eine Ausnahme: das absolute Highlight im Terminkalender, die Schottland-Fahrt. „Da suchen wir gerade nach einer Alternative. Wir sind zuversichtlich, dass uns das gelingt.“ Und dann rollt er wieder: der rote „Kaeding-Reisen“-Bus.“

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