Kleinkunst

Ein weihnachtlicher Klassiker im neuen Gewand

Michael Dreesen (links) schlüpft in die Rolle des kleinen Lord Fauntleroy und begeistert die Zuschauer mit seiner Darbietung.

Michael Dreesen (links) schlüpft in die Rolle des kleinen Lord Fauntleroy und begeistert die Zuschauer mit seiner Darbietung.

Foto: Manuela Radigk / IKZ

Letmathe.  Der Schauspieler Michael Dreesen überzeugt mit seiner Ein-Mann-Darbietung von „Der kleine Lord“.

In vorweihnachtliche Stimmung versetzte der Schauspieler Michael Dreesen am Freitagabend das Publikum in der Gaststätte Pollmeier. Im Gepäck hatte der gebürtige Essener, der inzwischen in Mainz lebt, das Stück „Der kleine Lord“ von Frances Hodgson Burnett. Noch berühmter als die ursprüngliche literarische Fassung dürfte der gleichnamige Film sein.

„Es hat sich eingebürgert, dass alle zur Weihnachtszeit den Film schauen. Wir tragen dieser Tradition Rechnung. Gewohnt ist man die Perspektive auf Cedric, Little Lord Fauntleroy. Michael Dreesen wird die Geschichte aus der Sicht von Mr. Hobbs, dem besten Freund, neu erzählen“, so Melange-Geschäftsführer Thomas Eicher in seiner Ankündigung.

Und tatsächlich erwiesen sich sowohl die Perspektive als auch die Besetzung mit Michael Dreesen als goldrichtig. Ob der amerikanische Adelskritiker Mr. Hobbs, der gütige kleine Lord, seine liebende Mutter oder sein strenger, englischer Großvater, Earl of Dorincourt, mit weichem Kern, dessen Nachfolge Cedric antreten soll – der Schauspieler schlüpfte in die verschiedensten Rollen und gab jeder eine persönliche Note. Insbesondere die Entwicklungen der Figuren stellte er hervorragend dar und strahlte dabei eine besondere Spielfreude aus. Bewundernswert war seine außergewöhnliche Textsicherheit.

Michael Dreesen arbeitet hauptberuflich als Croupier

Vor allem, wenn man bedenkt, dass er das Stück nicht regelmäßig auf die Bühne bringt und hauptberuflich inzwischen als Croupier in der Wiesbadener Spielbank arbeitet.

Auch der richtige Einsatz von Mimik und Gestik bei dem Wechsel zwischen den einzelnen Charakteren konnte überzeugen. Kurzum: Es war ein gelungenes Ein-Mann-Stück, das trotz der sehr bekannten Handlung angenehm kurzweilig war.

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