Bildung

„Füchse“ und „Eulen“ lernen spielend Deutsch

Auch eine Waldschaukel haben die Kinder gebaut.

Auch eine Waldschaukel haben die Kinder gebaut.

Foto: Cornelia Merkel

Letmathe.  Im Sprachcamp der Waldschule verwandeln sich Grundschüler in kleine Forscher und Gestalter.

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„Wenn Kinder drei oder viermal mitgemacht haben, wollen sie auch beim nächsten Sprachcamp dabei sein. Und danach wollen sie gar nicht mehr in die normale Schule zurück“, erzählt Jana Marek vom Ressort Generationen und Soziales der Stadt von den begeisterten kleinen Teilnehmern des städtischen Sprachcamps der Waldschule.

Das kann man auch verstehen angesichts der goldgefärbten Blätter und der bemoosten Flächen zwischen Bäumen und Wiesen der Waldschule des Märkischen Kreises. Fast 50 Jungen und Mädchen der Grundschulen Im Wiesengrund, der Südschule und der Burgschule verbringen ihre Herbstferien in der freien Natur.

Spielerisch lernen die Kinder mit Wurzeln in Syrien, Marokko, Russland, Polen, der Ukraine und der Türkei Deutsch. In Gruppen erkunden die „Füchse“, „Eulen“, „Erdkröten“, „Igel“ und „Waldschnecken“ im Miteinander täglich mehr als fünf Stunden die Flora und Fauna des Waldes, lösen Rätsel, bemalen Rinden, basteln mit Astwerk und Wolle Waldsofas, -schlangen oder -pinsel.

Neu gelernte Wörter wie Eichenblatt, Rinde, Eichel, Moos, Buchecker und Tannenzapfen werden in Wortgläsern gesammelt. Die Gruppenleiter bieten kleine Werkstätten und Stationen wie den Bau von Igelhäusern an. Die Mädchen und Jungen erhalten täglich ein warmes vegetarisches Mittagessen, das sie zusammen mit Andrea Kulik zubereiten. „Die Natur verwandelt die Kinder in kleine Forscher und Gestalter“, freut sich Jana Marek, wie die Kleinen in der Gruppe aus sich herauskommen und über sich hinaus wachsen. Sie zeigen ihre Fähigkeiten wie Ausdauer, Feinmotorik, Gleichgewichtssinn und Geschicklichkeit.

Premiere beim Bau einer Waldschaukel

Das Camp findet zum siebten Mal in Kooperation mit Axel Dohmen und seinem Team Sead Ahmadi und Wolfgang Liebsch der Waldschule MK statt. Zum ersten Mal konnten die Kinder und ihre Betreuer die neue Komposttoilette nutzen, bald wird auch ihr grünes Klassenzimmer fertig sein. „Erstmals haben wir auch eine Waldschaukel gebaut, erklärt Jana Marek, die das Sprachcamp organisiert, das Jutta Finkeldei leitet. Zu ihrem Team mit Motopädagogen, Sprach- und Naturpädagogen und Lehrern gehören Maria Gandul, Alin Geitmann, Lea Karolin Gorges, Linda Kuhne, Kathrin Jäger und Krista Krampe. Mit von der Partie sind auch Praktikanten wie der Iserlohner „Fridays-for-Future“-Aktivist Luca Ströhmann und seine Mitstreiter Moritz Jäger und Tamara Marin Gandul.

Am heutigen Freitag endet das zehntägige Sprachcamp. Dazu werden die Eltern eingeladen. Die Kinder präsentieren ihre Camp- und Bewegungslieder, mit denen sie jeden Morgen in den Wald starten. Außerdem erhalten sie Urkunden und ihre Waldhefte mit Fotos und selbst gemalten Erinnerungsbildern. Damit haben sie dann eine Dokumentation in der Hand, um das Erlernte zu erzählen und weiter zu festigen.

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