Arbeitswelt

Fünf Jahrzehnte im stahlharten Job

Wolfgang Zittlau beging sein 50-jähriges Arbeitsjubiläum bei Risse+Wilke.

Wolfgang Zittlau beging sein 50-jähriges Arbeitsjubiläum bei Risse+Wilke.

Foto: Michael May

Stenglingsen.  Wolfgang Zittlau beging jetzt sein goldenes Arbeitsjubiläum bei „Risse + Wilke“. Der 65-jährige Dröscheder schwört auf Sport zum Stress-Abbau.

„50 Jahre im Stahlhandel, ich habe bei den Übernahmen immer überlebt“, gesteht Wolfgang Zittlau, Logistikleiter bei „Risse + Wilke“, mit berechtigtem Stolz. Die Bandstahl-Hersteller-Gruppe Risse + Wilke mit 420 Mitarbeitern steht für lange Betriebszughörigkeiten, wie ein Blick ins die Liste der Arbeitsjubilare 2019 zeigt: Zittlau schießt mit 50 Jahren Betriebszugehörigkeit den Vogel ab, gefolgt von vier Mitarbeitern, die bereits seit 45 Jahren dabei sind und 17, die seit 35 Jahren dabei sind sowie drei, die in diesem Jahr ihr silbernes Arbeitsjubiläum nach 25 Jahren feiern können.

Ein Grund, den Senior an seinem Arbeitsplatz am Stenglingser Weg zu besuchen, wo 360 Beschäftigte arbeiten. Der Logistik-Leiter Wolfgang Zittlau empfängt uns in seinem Büro mit zwei Computern auf dem Schreibtisch, diversen Einsatzplänen an der Wand und Mini-Logistikfahrzeugen auf dem Regal und Urlaubsfotos mit seiner Frau, mit der er seit 35 Jahren verheiratet ist: Sie war Teilnehmerin in einem Fotokurs unseres Fotografen Michael May, wie er beiläufig erzählt.

„Ich habe am 1. August 1969 bei PW Lenzen in Oege angefangen, dann kam Krupp, dann kam Hoesch und 1989 Risse + Wilke“, erzählt der Dröscheder. „Ich habe mich immer durchgesetzt und habe einen dicken Ellenbogen.“ Von den Kollegen, mit denen er vor 50 Jahren angefangen hat, ist er als einziger übrig geblieben. Einige, die fast 40 Jahre mit ihm zusammen gearbeitet haben, kamen jetzt zum Jubiläumstag.

Fußball-Nationalmannschaft war damals Initialzündung

Der gebürtige Hohenlimburger startete nach dem Besuch der Weinhofschule und der Handelsschule mit knapp 16 Jahren im Stahlhandel, dem er seither treu geblieben ist. „Nur unterbrochen durch meine Bundeswehrzeit, bei der ich beim Tastensprechfunk war.“ Er erzählt begeistert von seiner Begegnung mit der deutschen Fußballnationalmannschaft, die damals in Malente im Trainingslager war. Für den sportbegeisterten Wolfgang Zittlau, der bereits als achtjähriger Fußball spielte, eine Initialzündung. „Ich spielte für den SV Hohenlimburg 10 und habe mit dem Club, in dem mein Papa schon gespielt hat, Höhen und Tiefen mitgemacht.“ Wegen einer Sportverletzung war damit Schluss, so dass er sich auf andere Sportarten konzentrierte. Davon künden auch Sieger-Trophäen in seinem Büro als Meister beim Badminton-Cup und im Dreikampf der „Risse + Wilke“-Gruppe.

Neben seinem Job war er Fußballtrainer bei Fichte Hagen und Borussia Dröschede: „Feuerwehrmann Zittlau hat Dröschede den Klassenerhalt gesichert“, hieß es damals in der Sportszene. „Heute spiele ich Badminton, wandere, jogge und fahre Fahrrad“, beschreibt der Dröscheder seine Hobbys, mit denen er sich für seinen Job fit hält. „Die Logistikabteilung ist das Nadelöhr der Bandstahlherstellung. Ich habe viel mit dem Vertrieb und externen Kunden zu tun. Es ist viel Arbeit und Stress. ich baue Stress durch Sport ab. Ich lasse mir nichts gefallen, sage meine Meinung und fresse nichts in mich hinein.“ Sein Arbeitstag beginnt um 7 Uhr und endet um 18 Uhr. „Jetzt fang ich an, bald kürzer zu treten, wo ich das Rentenalter erreicht habe.“ Wolfgang Zittlau wird noch eineinhalb Jahre weiterarbeiten und seinen 30-jährigen Nachfolger, der am 1. Oktober anfängt, einarbeiten: „50 Jahre Erfahrung, die kann man nicht einfach überstülpen. Das Fachwissen kann man vermitteln, das andere muss in der Praxis dazu kommen.“

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