Kriminelles

„Ich möchte künftig ein drogenfreies Leben führen“

Die Täter hatten 600 Euro erbeutet.

Die Täter hatten 600 Euro erbeutet.

Foto: David Ebener / dpa

Letmathe.  Bereits acht Jahre hat er im Gefängnis gesessen. Jetzt brummte das Schöffengericht Iserlohn einem Drogensüchtigen eine weitere Haftstrafe auf.

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Nach dem nächtlichen Einbruch in die Gaststätte zum Volksgarten kamen die Einbrecher am 15. Dezember nicht weit. Eine Alarmanlage ging los, als sie gegen 2.30 Uhr in dem Lokal einen Geldautomaten knackten. Die Täter aus Hagen waren noch in der Nacht von der Polizei geschnappt worden.

Zwei Männer im Alter von 27 und 31 Jahren mussten sich am Mittwoch mit ihren 22-jährigen Freund, der sie von Hagen zum Tatort in Letmathe chauffiert hatte, für den Einbruchsdiebstahl vor dem Iserlohner Schöffengericht verantworten.

Nach der Tat waren die zwei Einbrecher in Richtung Shell-Tankstelle an der Schwerter Straße geflüchtet, wo ihr Komplize im Wagen seiner Mutter auf sie wartete und durchstartete. Ein Zeuge hatte die Verdächtigen gesichtet und die Polizei dorthin gelotst, die gerade in Richtung Tatort unterwegs war. Sie schnappte das Trio, das sich geständig zeigte. Bei der Festnahme stellte die Polizei auch die erbeuteten Geldkassetten mit rund 600 Euro Münzgeld sicher. Neben der Beute fanden die Polizisten auch das Aufbruchwerkzeug, einen Schraubendreher und eine Brechstange in einem Rucksack im Kofferraum.

31-jähriger Haupttäter hatbereits acht Jahre „gesessen“

Die Polizei nahm zwei der Täter, die bereits erheblich vorbelastet waren, sofort in Untersuchungshaft. Ihr 22-jähriger Fahrer wurde nach seiner Vernehmung entlassen. Seine Komplizen zeigten sich dann geständig und waren zunächst von der Haft verschont worden. „Diese Chance“ nutzte der Initiator des Einbruchs, der bereits über acht Jahre in Unfreiheit verbracht hat, für einen weiteren Einbruch, für den er noch am Montag erneut in Untersuchungshaft genommen worden war. Deshalb führten ihn Justizwachtmeister in Handschellen bei der Gerichtsverhandlung vor. Über seinen Anwalt ließ er ein umfassendes Geständnis vortragen, das sich auch auf eine weitere Anklage wegen Drogenmissbrauchs bezog. Er war im April mit Amphetamin, Ecstasy und Cannabis in Hagen erwischt worden. „Ich habe ein großes Drogenproblem. Ich möchte künftig ein drogenfreies Leben führen. Ich hoffe auf ein mildes Urteil“, appellierte der geständige Angeklagte unter Tränen an das Schöffengericht, wo auch seine Lebensgefährtin mit dem gemeinsamen Kleinkind seinem Prozess beiwohnte.

Der Fahrer kam mit einem blauen Auge davon: Er muss 600 Euro an die Staatskasse zahlen. Den 31-jährigen Initiator verurteilte das Gericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und einem Monat. Dem Wiederholungstäter mit einem langen Vorstrafenregister wegen verschiedener Beschaffungskriminalitätsdelikte bescheinigte Richter Günter Giesecke von Bergh eine „hohe kriminelle Energie“. Gegen seinen 27-jährigen Komplizen verhängte das Gericht eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren. Er muss zudem 1000 Euro an die „Werkstatt im Hinterhof“ zahlen. Das Gericht setzte seine Strafe zur Bewährung aus, weil er sich trotz etlicher Vorstrafen gefangen hat und beruflich gefestigt scheint. Seine Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

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