Oratorienchor

Magical Mystery Tour nach Liverpool

Die Fab-Four vom Kiliansdom: Dr. Ulrike Mellert, Wilfried Drilling, Paul Breidenstein und Joachim Wurth (v. l.) freuen sich auf die England-Fahrt auf den Spuren der Beatles.

Die Fab-Four vom Kiliansdom: Dr. Ulrike Mellert, Wilfried Drilling, Paul Breidenstein und Joachim Wurth (v. l.) freuen sich auf die England-Fahrt auf den Spuren der Beatles.

Foto: Ralf Tiemann

Letmathe.  Der Letmather Oratorienchor reist vor seinem Konzert am Totensonntag nach England und wandelt auf den Spuren von Paul McCartney und John Rutter.

Es ist Mitte Oktober, und da wird es beim Oratorienchor in jedem Jahr langsam spannend. Wenn die Blätter anfangen von den Bäumen zu fallen, rückt auch der Totensonntag Ende November in greifbare Nähe. Und dann haben es die Letmather Sängerinnen und Sänger in der Regel mit einem restlos ausverkauften Kiliansdom und einem schwergewichtigen Werk der großen Chor-Orchester-Literatur zu tun.

Gestern morgen beim Pressegespräch im Turm von Haus Letmathe, dem Vereinsheim des Chores, war schon eine Menge von der Geschäftigkeit zum Ende des Großprojektes zu spüren: Wie läuft es mit dem Vorverkauf, sind die Programmhefte schon in Druck und singt der Knabenchor auch etwas alleine und wenn ja, welches Stück? Viele Fragen gilt es noch zu klären. Zumal der Chor nicht nur mit der Organisation und den Proben in den letzten Zügen liegt, sondern sich – wie im vergangenen Jahr auch – vor der Aufführung noch mit einer Reise in die Heimat der aufzuführenden Komponisten einstimmen möchte. Auf dem Programm stehen John Rutter und Paul McCartney, es geht also nach England auf den Spuren der Komponisten nach London und Liverpool.

Genießen ist angesagt beim Konzert im Kiliansdom

Los geht es am Mittwoch, 16. Oktober, mit dem Bus und der Fähre, zwei Übernachtungen in London, zwei Übernachtungen in Liverpool und abschließend auch noch ins berühmte Seebad nach Brighton. Auch wenn der zweite Vorsitzende und Reiseleiter Wilfried Drilling mit Stadtrundfahrten und dem Besuch des „Magical-Beatles-Museums“ in Liverpool schon Einiges vorgibt, erwartet Chorleiter Paul Breidenstein durchaus eine Art Magical Mystery Tour mit einigen Überraschungen und Spontanität. Das E-Piano kommt mit, abends soll das Beatles-Song-Book gezückt werden und wenn möglich will der Chor auch öffentlich auftreten, wo es geht. Und natürlich etwas von der großen und allgegenwärtigen englischen Chortradition mitbekommen. Von der Liverpooler Kathedrale, wo die Letmather gerne ein richtiges Konzert gegeben hätten, gab es eine Absage – eben auch, weil die Chorlandschaft in England so vielfältig und lebendig ist und die Kirche auf zwei Jahre ausgebucht ist.

Prominentester Vertreter der englischen Chormusik ist ohne Zweifel der Erfolgskomponist John Rutter, von dem der Chor das Magnificat aufführen wird und den Paul Breidenstein in höchsten Tönen lobt: modern und zeitgenössisch, aber keineswegs zu verkopft und sperrig, stattdessen eingängig, andererseits aber auch nicht seicht und beifallheischend. Ähnlich wie McCartney sei Rutter mit einem großen Gespür für Melodien gesegnet, und in seinem Magnificat lasse er auch lateinamerikanische Rhythmen hören – Genießen sei angesagt, wenn es am 24. November im Letmather Dom zur Aufführung kommt.

Zugpferd des Konzertes ist aber Paul McCartneys Oratorium „Ecce Cor Meum“, das der Chor vor acht Jahren schon einmal mit außerordentlichem Erfolg aufgeführt hat. Schon Wochen vor dem Termin war das Konzert damals ausverkauft, und auch jetzt scheint dieses besondere Werk dem Chor neuen Schwung zu verleihen. Acht neue Sänger haben über McCartney den Weg zum Oratorienchor gefunden – schon das ist ein toller Erfolg. Wer es also erleben möchte, sollte mit dem Kartenkauf nicht allzu lang warten (siehe Infokasten).

Das McCartney-Oratorium ist es auch, das den Einsatz des Knabenchores der Dortmunder Chorakademie erfordert. Und ja, das Publikum darf sich schon auf einen Solo-A-Capella-Beitrag dieses besonderen Klangkörpers freuen, was auch Paul Breidenstein ganz besonders am Herzen liegt. Das „Große Halleluja“ von Schubert haben sich die Knaben aus Dortmund für das Letmather Konzert ausgesucht.

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