Penny

Neue Lösung für zweiten Fluchtweg

Der Gang hinter der Filiale ist durch Erdbewegungen zu schmal geworden, Ursache sollen Ausführungsmängel sein.

Der Gang hinter der Filiale ist durch Erdbewegungen zu schmal geworden, Ursache sollen Ausführungsmängel sein.

Foto: Alexander Barth

Letmathe.  Der Penny-Markt an der Hagener Straße könnte binnen Wochen wieder öffnen.

Für den Penny-Markt an der Hagener Straße gibt es Hoffnung. Im Gespräch mit unserer Zeitung haben sich Vertreter des Unternehmens zu den Hintergründen der Schließung geäußert und angedeutet, die Filiale möglicherweise binnen Wochen wieder öffnen zu können. Die Stadt hatte den Betrieb dort aus Sicherheitsgründen mit einer Ordnungsverfügung zum 22. Juni untersagt. Mit einem Einspruch gegen die Schließung war die Penny-Markt-GmbH vor dem Verwaltungsgericht Arnsberg gescheitert.

Klar ist inzwischen, worum es bei dem Streit genau geht. Die Rückseite des Gebäudes verläuft dicht vor einem Abhang, so dass nur ein schmaler Gang von der hinteren Tür zur Straße verbleibt – zu schmal, seit Erdbewegungen die „Schlucht“ auf stellenweise weniger als die vorgeschriebenen 1,2 Meter für den zweiten Rettungsweg verengt haben. Dies wurde vom Bauordnungsamt bei einem Ortstermin zur Fortschreibung des Brandschutzkonzepts im Oktober 2018 moniert mit der Auflage, das Problem innerhalb von sechs Monaten zu beheben.

Eine Holztreppe, die den zu engen Bereich überbrückte, sorgte dafür, dass der Betrieb so lange weiter gehen durfte. Zuständig für die Gewährleistung der brandschutztechnischen Auflagen ist der Eigentümer, eine GmbH mit Sitz in Arnsberg, der das Gebäude an den Discounter vermietet. Als Ursache für die Erdbewegungen vermutet Penny Ausführungsmängel bei der Netzkonstruktion, die solche Verschiebungen eigentlich verhindern sollten. „Es gibt nur eine Handvoll Fachunternehmen in NRW, die dafür in Frage kommen, und deren Auftragsbücher sind voll“, referiert Penny-Sprecher Andreas Krämer die Erklärung des Vermieters für die bis heute nicht erfolgte Ausbesserung.

Penny sah sich als Mieter nicht als richtiger Adressat

Das Unternehmen bedauert jede bei Kunden der „bedeutenden“ Letmather Filiale entstandene Verunsicherung und erklärt mit Blick auf das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, Penny habe sich „nicht als der richtige Adressat“ der Ordnungsverfügung gesehen und habe sich deshalb gezwungen gesehen, juristisch zu reagieren. Die brandschutztechnische Einschätzung der Behörden habe der Konzern dabei nicht in Frage stellen wollen, die Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden stehe prinzipiell immer an erster Stelle, erklärt Andreas Krämer und betont, Penny stehe derzeit in einem „sehr konstruktiven“ Austausch mit dem Bauordnungsamt.

Schließung bedeutet tägliche Umsatzeinbußen

Mit einer neuen Strategie will das Unternehmen erreichen, dass der Discounter bald wieder geöffnet werden darf – denn jeder Tag, an dem die Türen geschlossen bleiben, kostet Umsatz. „Ein Fachmann arbeitet gerade an einem alternativen Brandschutzkonzept“, berichtet Andreas Krämer. Der vorgeschriebene zweite Fluchtweg solle auf andere Weise realisiert werden.

Ob und wann Penny die Verwaltung davon überzeugen kann, ist derzeit unklar. Vertreter des Discounters zeigten sich im Gespräch mit unserer Zeitung jedoch vorsichtig optimistisch. Man tue alles, um mit der Stadt zu kooperieren. „Die Behörde muss das prüfen, das dauert so lange, wie es dauert“, äußert Andreas Krämer Verständnis und betont, auch der Vermieter sei an einer schnellen Lösung interessiert.

„Wäre das unsere eigene Immobilie, wäre es nie so weit gekommen“, versichert Krämer. Das Unternehmen will sich für eine bessere Kommunikation einsetzen und relativiert eine frühere Mitteilung, der zufolge der Markt saniert werde: Viel gebe es in der erst vor wenigen Jahren eröffneten Filiale nicht zu tun. Im Übrigen respektiere Penny die Entscheidung des Verwaltungsgerichts und werde dagegen auch keine weiteren juristischen Schritte unternehmen. Sollte die Verwaltungs grünes Licht geben, könne der Betrieb zügig wieder aufgenommen werden.

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