Schulwegsicherheit

Oestricher Eltern zufrieden mit Schulweg-Perspektive

An der Berliner Allee sollen Warnschilder und ein „Papp-Polizist“ Autofahrer zum Schuljahresbeginn sensibilisieren.

An der Berliner Allee sollen Warnschilder und ein „Papp-Polizist“ Autofahrer zum Schuljahresbeginn sensibilisieren.

Foto: Torsten Lehmann / IKZ-Archiv

Oestrich.  Oestricher Eltern loben die aktuellen Pläne der Verwaltung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit an der Bartholomäusschule.

Lob für die Pläne der Stadtverwaltung zur Verkehrssicherung im Umfeld der Bartholomäus-Grundschule kommt aus den Reihen der Eltern: „Wenn die geplante Maßnahme, einen Fußgängerüberweg auf der Unterfeldstraße einzurichten, zeitnah umgesetzt wird, sind wir sehr zufrieden“, erklärt Frank Menne als Vorsitzender der Schulpflegschaft.

Zwar sei die Lektüre der Drucksache, in der die Verwaltung auf die Elternvorschläge im Antrag der SPD-Fraktion antwortet, zunächst frustrierend, da die meisten Ideen abgelehnt werden. „Aber die sind ja nicht einfach abgewiegelt worden, es werden jeweils Gründe angeführt“, zeigt Frank Menne Verständnis. Natürlich wäre es „sehr schön gewesen“, wenn die Verkehrsinsel auf der Berliner Allee mit farblichen Markierungen hätte optimiert werden können. Die von der Verwaltung formulierten Ersatzmaßnahmen seien insgesamt aber eine zufriedenstellende Lösung, nicht zuletzt weil die Situation an der Unterfeldstraße wegen der schlechten Übersicht das größte Risiko für die Kinder darstelle. Der jetzt geplante Zebrastreifen an dieser Stelle, in Verbindung mit einer Markierung des Bus-Haltebereichs, werde die Sicherheit des Schulwegs erheblich verbessern, ist Frank Menne überzeugt und fügt hinzu: „Wir möchten uns bei allen Beteiligten bedanken.“

Die für Kinder gefährlichsteStelle soll entschärft werden

Ganz ähnlich sieht das die Oestricher Mutter Gunhild Pfaff, die eindringlich vor dem Risiko für die Kinder gewarnt hatte; ihre eigene Tochter sei hier beinahe angefahren worden. Die „unmittelbare Gefahrenlage“ habe sich seit Jahrzehnten angebahnt und es hätte viel früher etwas unternommen werden müssen, mahnt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Fußgänger und Radfahrer, insbesondere Kinder, seien bei der Planung und Umsetzung von Verkehrskonzepten in der Vergangenheit nicht hinreichend berücksichtigt worden. Das Ergebnis: „Zu Schulbeginn herrscht hier morgens Anarchie.“ Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung in dieser Angelegenheit beschreibt sie jedoch als transparent und konstruktiv, die Mitarbeiter hätten sich die Situation vor Ort angesehen und sich auch darauf eingelassen, die Verkehrssituation aus der Perspektive der Kinder, also aus einer Höhe von etwa 1,20 Meter zu betrachten.

Der Sichtweise der SPD-Fraktion, deren Verkehrsexperte und Ausschussvorsitzender Rolf Kaiser der Verwaltung in diesem und ähnlichen Fällen im Stadtgebiet fehlendes Engagement vorgeworfen hatte, möchten sich die Eltern nicht anschließen. In der Hauptsache, betonen Menne und Pfaff unisono, sei man dankbar, das nun hoffentlich bald etwas passiere.

Dass für das kommende Schuljahr Elternlotsen eingesetzt werden, ist eher unwahrscheinlich. Gunhild Pfaff verweist auf die Hürden eines solchen Unterfangens: „Wir wären darauf angewiesen, dass Eltern sich da in ausreichender Zahl freiwillig einbringen. Da viele berufstätig sind, ist das sehr schwierig.“ Von der Anregung der Verwaltung, die Parkplätze am Volksgarten verstärkt als Hol- und Bringzone zu nutzen, zeigt sie sich angetan, die Bedingungen dort seien nahezu optimal. Ohnehin sei es besser, wenn Kinder wenigstens ein kurzes Stück des Schulwegs zu Fuß zurücklegen, am besten gemeinschaftlich: „Das ist wichtig für die Entwicklung der Sozialkompetenz und auch für das Herz-Kreislauf-System.“

Nach den Ferien soll als kurzfristige Maßnahme zunächst ein Polizei-Pappaufsteller an der Berliner Allee zum Start des neuen Schuljahres für mehr Sicherheit sorgen. Wann die übrigen Maßnahmen umgesetzt werden, ist noch nicht bekannt.

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