Kirche

Programm formuliert viele Fragen – Antworten gesucht

Die Evangelische Gemeinde Letmathe blickt nach vorn – nach zwei Jahren Arbeit des Presbyteriums an einem Konzeptpapier soll der Kreis der Beteiligten jetzt vergrößert werden.

Die Evangelische Gemeinde Letmathe blickt nach vorn – nach zwei Jahren Arbeit des Presbyteriums an einem Konzeptpapier soll der Kreis der Beteiligten jetzt vergrößert werden.

Foto: Michael May

Letmathe.  Die neue Gemeindekonzeption ist jetzt online verfügbar – eine Bestandsaufnahme und Problemanalyse auf 45 Seiten.

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Die Evangelische Kirchengemeinde Letmathe blickt nach vorn. Das 45-seitige Konzept, an dem das Presbyterium zwei Jahre lang gearbeitet hat (wir berichteten), kann jetzt auch im Internet heruntergeladen werden. Der Zukunftsfahrplan, der in seinem jetzigen Stadium offen für Anregungen ist, gilt auch als Leitlinie für den Nachfolger von Pfarrer Burckhardt Hölscher, der 2020 seinen Ruhestand antreten wird.

Das Dokument ist eine wahre Fundgrube für Informationen rund um die Kirchengemeinde, von der Historie über statistische Angaben und einen gedanklichen Rundgang durch die Gebäude bis hin zu Arbeitsschwerpunkten und Finanzen. Letmathe als Stadtteil wird darin als zunehmend beliebter Rückzugsort für Senioren betrachtet, was der Altersdurchschnitt von etwa 50 Jahren belege. Die Gemeinde sei darauf gut eingestellt und möchte diesem Umstand „künftig weiter Rechnung tragen.“ Allerdings sei Überalterung auch bei den ehrenamtlichen Helfern, ohne die weite Teile des Programms nicht angeboten werden könnten, zunehmend eine Herausforderung.

Als weiteres Problem werden die schon jetzt geringen und weiter sinkenden Teilnehmerzahlen bei den Gottesdiensten genannt – die Zukunft der Kreuzkapelle im Stübbeken als zweiter Standort für Predigten sei derzeit eine offene Frage, zumal der Käthe-Kollwitz-Gemeinderaum nur sporadisch genutzt werde und die Suche nach einem Dauermieter oder einer anderen Nutzung bislang erfolglos geblieben ist.

Gute Erfahrungen habe die Gemeinde mit den Schulgottesdiensten gemacht, die nicht nur ökumenisch, sondern in Kooperation mit einem islamischen Vorbeter oder Imam begangen werden. An der Hauptschule Letmathe hat sich dieses Format bislang nicht etabliert – obwohl dort Schüler muslimischen Glaubens stark vertreten sind.

Die Abendgottesdienste zum Monatsende betrachtet die Gemeinde als erfolgreiche Veranstaltungsreihe, die den Aufwand vor allem in der Vorbereitung rechtfertige. Nicht zuletzt, weil damit auch Nichtmitglieder erreicht würden. Allerdings werden Angebote wie dieses von Haupt-, Neben- und Ehrenamtlichen gestemmt, die „deutlich merken, dass die Grenze der Belastbarkeit oft erreicht ist.“

Davon ausgehend wollen sich die Protestanten nun verstärkt der Frage widmen, auf was sie in Zukunft verzichten und die Geistlichen entlastet werden können, auch mit Blick auf die rückläufige Finanzlage. Trotzdem müsse der Besuchsdienst gestärkt werden, um der wachsenden Vereinsamung zu begegnen. Überlebensfähig will die Gemeinde bleiben, indem sie in Anbetracht der langfristig sinkenden Mitgliederzahlen auf Einkommensquellen setzt, die nicht von der Kirchensteuer abhängig sind.

Die Konzeption gibt es auf ev- kirchengemeinde-letmathe.de

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