Marienhospital

Radiologie kritisch, Ende droht schon zum November

Im Kreisausschuss hat Dr. Thorsten Kehe jetzt Zahlen genannt, die belegen, dass dem Marienhospital schon jetzt Personal fehlt.

Im Kreisausschuss hat Dr. Thorsten Kehe jetzt Zahlen genannt, die belegen, dass dem Marienhospital schon jetzt Personal fehlt.

Foto: Alexander Barth / IKZ

Lüdenscheid/Letmathe.  Dr. Thorsten Kehe, Geschäftsführer der Märkischen Gesundheitsholdung, hat im Kreisausschuss zur Situation des Marienhospitals referiert.

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Die Lage für das Marienhospital spitzt sich weiter zu. Das ist das Ergebnis der gestrigen Sitzung des Kreisausschusses, der sich vom Geschäftsführer der Märkischen Gesundheitsholding, Dr. Thorsten Kehe, Bericht erstatten ließ. Dieser legte Zahlen zur Personal- und Versorgungssituation vor: Planmäßig sollte die Klinik demnach in diesem Jahr 113 Betten und 49 Pflegekräfte in Vollzeit vorhalten, tatsächlich waren es im Mai nur noch 76 Betten und knapp 40 Vollzeitstellen. Im August ist diese Zahl durch abgewanderte Mitarbeiter auf gut 32 gesunken, so konnte das Marienhospital nur noch 61 Betten anbieten – belegt waren davon im vergangenen Monat 41; im Mai hatte die Auslastung bei 62 von 76 Betten gelegen.

Darüber hinaus verkündete Kehe die Abgänge eines Chefarztes sowie von vier Ärzten aus der Abteilung Innere Medizin und zwei Assistenten in der Radiologie. „Das bedeutet für die Märkischen Kliniken einen zusätzlichen Ausfall von mehr als einer Million Euro“, bilanzierte der Geschäftsführer die Auswirkungen der Personalentwicklung auf die Einnahmen.

In der Radiologie ist die Situation bereits „kritisch“

Ob der Betrieb noch bis zum Ende des Kalenderjahres, die vom Kreistag beschlossene Frist, gewährleistet werden könne, hänge auch von den Mitarbeitern ab, sagte Kehe und ging damit implizit auf die in Fachkreisen gehegte Befürchtung ein, das Krankenhaus könnte schon Ende Oktober vor dem Aus stehen. Dazu gab es vom Geschäftsführer keine offizielle Ansage, er warnte jedoch, die Situation in der Radiologie sei bereits „kritisch“. Bedingt durch die personelle Entwicklung könne ab November kaum noch garantiert werden, dass für die Notfallversorgung jederzeit Röntgenuntersuchungen möglich sind.

Thorsten Kehe referierte auch die Bemühungen des Trägers, am Standort Letmathe nach einer Schließung des Krankenhauses ein alternatives medizinisches Angebot bereitzustellen. Dazu warte die Holding auf eine Machbarkeitsstudie von Ingo Jakschies, dem Betreiber des MVZ in Balve. Wann diese fertig wird, sei noch nicht klar. In jedem Fall werde das Gebäude aber wohl abgerissen – die Gesundheitsholding könne sich vorstellen, ein MVZ als „Ankermieter“ zu unterstützen, erklärte Kehe. „Aber wir reden dabei von einem Neubau.“

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