Stadtleben

Singen, Lachen, glücklich sein

Caro Lindner und Pascal Wink führten wortgewandt und witzig als „Vorsänger“ durch den Abend.

Caro Lindner und Pascal Wink führten wortgewandt und witzig als „Vorsänger“ durch den Abend.

Foto: Stefan Janke

Letmathe.  Die Premiere des „Rudelsingens“ im Letmather Treffpunkt „Bahnsteig 42“ wurde zum großen Erfolg.

Bis hinüber zur Lennebrücke schallen die Lieder und das Lachen, und das lässt die Vorfreude und Neugierde auf diesen besonderen Abend im „Bahnsteig 42“ schon auf dem Weg dorthin wachsen. Am Donnerstagabend hieß es zum ersten Mal „Rudelsingen“ im beliebten Letmather Treffpunkt am Bahnhof, und die Erwartungen der Veranstalter wurden mehr als erfüllt. Am Ende dieses fröhlichen Liederabends traten Pascal Wink, Caro Lindner und Jens Homberg, die als unterhaltsame und witzige „Vorsänger“ ihren mitsingenden Zuhörern Tonart, Takt und Text vorgaben, erschöpft aber glücklich von der Bühne. Und die Rudelsängerinnen und -sänger dankten mit viel Applaus für diesen richtig schönen Abend.

Mit Zuhören alleinist es hier nicht getan

Singen schafft Gemeinschaft, macht Freude, ist gesund und gut für die Seele. Dies hat dieser Abend ein weiteres Mal bewiesen. Aus ganz Iserlohn – sogar eine Mitsängerin aus Berlin war dabei – waren die Besucher gekommen, um die Premiere von „Singen am Kiosk“ mitzuerleben – und zu gestalten. Denn allein mit Zuhören ist es bei dieser derzeit so populären Musik-Erscheinung nicht getan. Für den, der es nicht kennt, hier die Idee, die angeblich im Münsterland geboren wurde und es auch bis ins Iserlohner Parktheater geschafft hat: Sangesfreudige Menschen kommen zusammen und stimmen gemeinsam Lieder an, die ihnen vom Vorsänger präsentiert werden. Meist Gassenhauer, die jeder kennt, aber auch Pop- und Rock-Songs, Shantys oder Volkslieder – wie’s eben so passt.

„Weil der Vorverkauf über unseren Kiosk lief, wussten wir schon grob, wer alles zum Singen kommen wird“, erklärt Pascal Wink, der an diesem Abend nicht nur singend und moderierend auf der Bühne stand, sondern als Mitarbeiter der „caput“-Redaktion das kulturelle Programm im „Bahnsteig 42“ verantwortet und auch die Idee zum „Rudelsingen“ in Letmathe hatte. „Eigentlich war es ja meine Frau, die den Stein ins Rollen gebracht hat“, gesteht der 47-Jährige. Sie war im Hemeraner Sauerlandpark mit dem Sing-mit-Virus infiziert worden und fragte ihren Pascal, ob das nichts für den Bahnsteig wäre.

Die Besucher schienen nur darauf gewartet zu haben

Und es war was! Die Gäste im fast ausverkauften Club schienen nur darauf gewartet zu haben. 21 Songs und Lieder hatte Pascal Wink gemeinsam mit Co-Sängerin Caro Lindner und deren Ehemann, Pianist und Gitarrist Jens Homberg, eingeübt, wobei das mit der Musik am schnellsten ging: „Das Tippen der Texte für die Songtext-Projektion war deutlich anstrengender. Wie dieses ,Lei la lei, lei la lei la lei la lei“ in ,The Boxer’ von Simon & Garfunkel“, sagt Pascal, der selbst von der großen Resonanz überrascht war: „Man wird hier ja nicht berieselt, sondern muss schon was tun.“

Aber genau das macht das „Rudelsingen“ ja aus. Wenn viele Leute – ganz gleich, ob nun jung oder alt und ohne Rücksicht auf gerade oder schief – alte Schinken von damals schmettern, dann blickt man ausnahmslos in strahlende Gesichter. Und wenn dann noch „1000 Mal berührt“ kraftvoll und unisono aus 60 Kehlen erklingt, dann gibt’s für den Chor auf Zeit kein Halten mehr, und alle Hände gehen nach oben.

So entließ der „Bahnsteig 42“ an diesem Donnerstagabend restlos glückliche Menschen, die sich ihre Emotionen in froher Runde von der Seele singen konnten. Das schreit förmlich nach Wiederholung.

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