Marienhospital

Skepsis und ein Funken Hoffnung

Ernste Mienen bei der, Bürgerversammlung und Podiumsdiskussion in der Letmather Friedenskirche

Ernste Mienen bei der, Bürgerversammlung und Podiumsdiskussion in der Letmather Friedenskirche

Foto: Michael May

Letmathe.  Skepsis und ein bisschen Hoffnung bei der Bürgerversammlung zur Zukunft des Marienhospitals.

Aus dramaturgischen Gründen ist es vielleicht eine gute Fügung, dass Martin Luckert (SPD) bei der Bürgerversammlung mit Podiumsdiskussion in der Friedenskirche am Donnerstagabend als erstem Vertreter der Iserlohner Ratsfraktionen das Wort erteilt wird. Seine Partei habe Kontakt zu einem Beratungsunternehmen aufgenommen, das sich schwerpunktmäßig mit Krankenhäusern und Strukturwandel beschäftigt. „Eine Übernahme der Geschäftsführung nach zwei oder drei Wochen“, sagt Luckert, „ist durchaus realistisch“.

Ein Funken Hoffnung also. Wenn der Kreis das Marienhospital verkaufen und wenn die Stadt kaufen will und wenn sie dafür eine GmbH gründet – dann, so Luckert, könne gelingen, was sich in der Stadt wohl alle wünschen. Nämlich, dass das Marienhospital doch noch gerettet werden kann.

Zurückhaltender geben sich allerdings die Vertreter der anderen Fraktionen. Diese hatten zwar zuletzt gemeinsam mit der SPD im Stadtrat einstimmig für die Prüfung der Übernahme-Option votiert. „Ob das am Ende klappt, wage ich aber nicht zu sagen“, erklärt Karsten Meininghaus (CDU). „Die Zeit läuft uns weg. Und wir sollten keine falschen Hoffnungen wecken.“

Ähnlich wie Meininghaus kritisiert Manuel Huff von den Linken die offenkundige und plötzliche Abkehr des Märkischen Kreises vom Solidar-Prinzip – hatte doch der Standort Werdohl lange rote Zahlen geschrieben und dennoch nicht zur Disposition gestanden. Zu Martin Luckert sagt Huff: „Das ist nicht so einfach, da gibt es viele kommunalrechtliche Hürden.“

Elke Olbrich-Tripp (Grüne) meint: „Eine neue Geschäftsführung zu installieren wäre teuer für die Stadt.“ Man solle die Hoffnung nicht zu hoch hängen. „Die Stadt müsste sehr tief in die Tasche greifen.“

Hans Immanuel Herbers (UWG-Piraten) bezweifelt, dass die Märkischen Kliniken als Träger überhaupt ein Interesse an einem anderen Hospitalbetreiber hätten, schließlich würde dies auch Konkurrenz bedeuten. Herbers spricht von einer „Überrumpelungstaktik“ des Kreises, der die Schließung urplötzlich vorangetrieben hätte. „Das zeigt und, wie viel wir davon haben, zu diesem Kreis zu gehören.“ Dr. Bernd Volker Dresp spricht sich gegen die Stadt als Käufer aus. „Ich sehe sie nicht als primären Träger.“ Dies sei eigentlich klar Aufgabe des Kreises gewesen.

Nach den Politikern äußern sich auch Bürger. Eine Frau ringt mit den Tränen, weil man ihr im Marienhospital immer gut geholfen habe. Ein andere fürchtet nach dem Hospital-Aus, das Gebäude würde dann zurück an die katholische Kirche gehen, eine leeerstehende Ruine.

Als die Gespräche sich etwas im Kreis zu drehen beginnen und teilweise die Politik pauschal kritisiert wird, ist es Dr. Wolfgang Welke, Chefarzt der Schmerzklinik, der zu Einigkeit zurückruft: „Wir müssen an einem Strang ziehen, um den Standort Letmathe zu erhalten.“

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