Kirche

Theke statt Kirchenbank

Volles Haus im Letmather Gemeindesaal: Rund 80 Männer sind wieder zum Männertreff gekommen, um mehr über die Stadtentwicklung zu erfahren und um sich bei Bockwurst und Bier zu unterhalten.

Volles Haus im Letmather Gemeindesaal: Rund 80 Männer sind wieder zum Männertreff gekommen, um mehr über die Stadtentwicklung zu erfahren und um sich bei Bockwurst und Bier zu unterhalten.

Foto: Michael May

Letmathe.  Der Letmather Männertreff ist ein Erfolgsmodell, das Geistliches mit Weltlichem vereint.

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Und wieder waren es rund 80 Männer, die sich im Gemeindesaal der Friedenskirche versammelt haben: Männertreff – ein echtes Letmather Erfolgsmodell. „Wir müssen etwas für die Männer tun“, ist eine tiefe Überzeugung von Pfarrer Burkhardt Hölscher. Denn es sei nun mal so, dass Männer nicht so einen gottesdienstlichen Zugang zur Kirche haben wie Frauen. Und dennoch gebe es natürlich genau so viele Senioren wie Seniorinnen, die dankbar sind, wenn etwas los ist, wenn es Angebote für sie gibt.

Das Letmather Konzept überzeugt offensichtlich. Seit neun Jahren gibt es den Männertreff im Gemeindesaal mit Geselligkeit und lockerer Stimmung am Tresen, der hier „AnsprechBar“ heißt, mit Bockwurst und Bierchen, aber auch mit geistlichen Gedanken, die Hölscher einfließen lässt – Theke statt Kirchenbank.

Ausschlaggebend für den Erfolg ist aber auch das Angebot, die gemeinsamen Fahrten und die interessanten Inhalte, für die Obmann Hans Barthelmes immer wieder externe Experten und Referenten einlädt. Am Dienstag war der Männertreff hoch aktuell. Baurat Thorsten Grote war geladen, um den aktuellen Stand der Iserlohner Stadtentwicklung zu berichten, wurde aber von den aktuellen Entwicklungen überholt: Anstatt die Letmather Männer zu besuchen, musste er in der zeitgleichen Sondersitzung des Planungsausschusses die Zukunft des Rathauses beraten. Aktueller geht es kaum, weswegen die Letmather froh waren, vom städtischen Bereichsleiter Bodenmanagement, Stefan Baumann, nicht minder kompetent über eben diese aktuellen Entwicklungen unterrichtet zu werden.

Drohender Abriss des Rathauses, vollzogener Abriss der Rathausbrücke und Planungen zum Schillerplatz – die Besucher waren sogar die allerersten, die in den Genuss des Zeitraffer-Videos vom Brückenabriss gekommen sind. Weitere Themen waren das Stadtentwicklungskonzept Iserlohn 2040 und konkrete Planungen zu Letmathe, etwa die Ertüchtigung der Bergstraße und die Stärkung der Innenstadt.

Aus christlicher Überzeugung Verantwortung übernehmen

Die Letmather Männer waren so angetan von „Ersatzmann“ Stefan Baumann, dass sie ihn erneut eingeladen haben, um dann mehr über den geplanten Wissenscampus am Stadtbahnhof zu erfahren, der ja unter Umständen zukünftig auch ein neues Rathaus umfassen wird. Denn der Vorschlag, die Stadtverwaltung im leerstehenden Marienhospital unterzubringen, war natürlich nur ein Scherz.

„Suchet der Stadt Bestes“ – mit diesem Wort des Propheten Jeremia griff Pfarrer Hölscher das Thema Stadtentwicklung aus theologischer Sicht auf. Es sei wichtig, auch aus christlicher Überzeugung heraus Verantwortung im öffentlichen Raum zu übernehmen, sich einzumischen, auch wenn es um Gebäude und Plätze gehe, und ein lokales Netzwerk zu knüpfen – überkonfessionell und übergemeindlich. Genau das sei auch Sinn und Zweck dieses Männerkreises, der immer wieder so viele Letmather zusammenbringt.

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