Kriminalität

Wachteldiebe lassen verwaiste Küken in Letmathe zurück

Eins der beiden verbliebenen Wachtelküken, gerade zwei Tage alt. Cornelia Rittmeier hofft, dass die Piepmätze überleben.

Eins der beiden verbliebenen Wachtelküken, gerade zwei Tage alt. Cornelia Rittmeier hofft, dass die Piepmätze überleben.

Foto: Alexander Barth / IKZ

Letmathe.  Am Wochenende ist die Voliere von Cornelia Rittmeier restlos geplündert worden, 18 Hühnervögel sind verschwunden.

Einen ungewöhnlichen Diebstahl hat Cornelia Rittmeier (55) zur Anzeige gebracht: Aus einer Voliere in ihrem Garten sind am Wochenende ihre 18 Wachteln verschwunden. Die naturverbundene Vegetarierin, die sich im Vorstand der Bürgerinitiative zur Rettung des Ahm engagiert, schließt einen Marder als Verantwortlichen aus. „Die reißen nicht sämtliche Vögel, schon gar nicht ohne Spuren wie Blut und Federn zu hinterlassen“, weißt die Letmatherin aus schmerzlicher Erfahrung.

Eine Spur gibt es doch: Das Netz der Voliere ist an einer Stelle aufgetrennt – in Brusthöhe. Möglicherweise waren zwei Diebe am Werk und haben die Wachteln an dieser Stelle nach draußen gereicht. Cornelia Rittmeier hat einen Verdacht, der ihr allerdings nicht viel hilft: „Zwei Tage vorher hatte ich einen Hahn verschenkt. Der Mann, der sich auf die Kleinanzeige meldete, zeigte auffällig großes Interesse an den übrigen Tieren und wollte mich überreden die auch wegzugeben.“ Direkt im Anschluss habe sie die Korrespondenz im Onlineportal jedoch gelöscht und sich auch den Namen nicht gemerkt. Jetzt hofft sie auf Hinweise von möglichen weiteren Betroffenen – und dass ihre Piepmätze nicht im Kochtopf gelandet sind.

Ohnehin seien es Lege- und keine Mastwachteln gewesen, erklärt Cornelia Rittmeier, die sich vor fünf Jahren in die zierlichen Hühnervögel verliebt hat. Geblieben sind ihr außer Hündin Mara nur zwei Küken, die im Brutkasten in der Wohnung vor zwei Tagen geschlüpft sind und ihre Artgenossen bereits zu vermissen scheinen. Den Zeitpunkt des Diebstahls grenzt die Besitzerin auf die Stunden zwischen 20 Uhr am Freitag und 14 Uhr am Samstag ein, sie wohnt an der Brabeckstraße, hinter der Realschule. Über Hinweise an die Polizei würde sich die Geschädigte freuen. Mit einem Marktwert von weniger als zehn Euro pro erwachsenem Tier sind Wachteln eigentlich keine besonders lohnende Beute, was Cornelia Rittmeier zusätzlich ärgert: „Das ist eine Unverschämtheit.“

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