Brabeckschule

Warum das Lehrerzimmer gerade in der Hausmeisterwohnung ist

Der Hauptstandort im Nordfeld erhält neue Fenster, Wärmedämmung und Glasfaserkabel. Nach den Ferien beginnt trotzdem regulär der Unterricht.

Der Hauptstandort im Nordfeld erhält neue Fenster, Wärmedämmung und Glasfaserkabel. Nach den Ferien beginnt trotzdem regulär der Unterricht.

Foto: Alexander Barth

Letmathe.  Die Brabeckschule wird saniert und digital aufgerüstet. Die Arbeiten dauern noch bis Herbst, das Schuljahr beginnt trotzdem Ende August.

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Schüler, Eltern und Lehrer an der Brabeckschule erleben in diesen Tagen eine wahre Zäsur: Zum Schuljahresende stand der Abschied vom Standort Hemer, seitdem läuft der Umzug nach Iserlohn. Der Hauptstandort im Letmather Nordfeld ist buchstäblich eine Baustelle: Für eine bessere Energieeffizienz werden die Fenster ausgetauscht, die Fassade gedämmt und die digitale Infrastruktur ausgebaut – dafür bohren Handwerker Löcher durch Wände und Decken und verlegen neue Glasfaserkabel für schnelles Internet. In dem Gebäude an der Mendener Straße wird ebenfalls Hand angelegt, dort ist aber vergleichsweise wenig zu tun; hauptsächlich betreffen die Arbeiten das Dach.

Die Baumaßnahmen fallen zusammen mit dem Wechsel der Trägerschaft von der Stadt Iserlohn zum Märkischen Kreis, ein weiterer Einschnitt in der Geschichte der Schule. Die Iserlohner Verwaltung bleibt im Besitz der Gebäude und vermietet diese künftig an den Kreis, daraus ergeben sich unterschiedliche Zuständigkeiten: Während die Stadt die energetische Sanierung des gesamten Schulzentrums Nordfeld (zu dem auch die Kilian-Grundschule gehört) verantwortet, liegt der digitale Ausbau in den Händen des Kreises, der dafür seine eigenen Standards ansetzt – von denen die Schule profitiert: „Die meisten Klassenräume bekommen interaktive Tafeln“, erläuterte Rektor Thilo Pelzing bei einem Rundgang am Donnerstag. Statt Kreide oder Markern kommen dabei elektronische Stifte zum Einsatz, die ihr Signal per Infrarot übertragen. Zu sehen waren dabei noch die herkömmlichen Kreidetafeln und die alten Leinwände für Overhead-Projektoren – die neuen Modelle sind bereits geliefert worden und liegen in Kartons aufgestapelt in einem der Räume. „Damit können wir zum Beispiel Videos oder abgescannte Schulbuchseiten ganz einfach einbinden“, erklärt Pelzing.

Durch die neu eingesetzten Fenster und die größtenteils nackten Wände mutet die Schule von innen derzeit fast wie ein Rohbau an, Staub von den Wanddurchbrüchen bedeckt die Fußböden und Abdeckplanen über dem teils ordentlich, teils chaotisch in der Mitte zusammengeschobenen Mobiliar. Auch das Lehrerzimmer ist vorerst unbenutzbar. „Wir haben uns in die alte Hausmeisterwohnung zurückgezogen“, erklärt Pelzing und zeigt am Ende der Führung doch noch saubere, eingerichtete Räumlichkeiten. „Hier bereiten wir das neue Schuljahr vor“, sagt Iris Schweitzer vor einem Schreibtisch, auf dem gerade Etiketten beschriftet werden, auch die Sekretärin hat hier einen Platz. „Wenn jetzt noch Anmeldungen kommen, lassen sich Eltern am besten vom Hausmeister herführen“, empfiehlt Pelzing mit Blick auf den verschlungenen Pfad zum Nebengebäude im hinteren Bereich des Komplexes.

Die Sanierung wird, hofft Pelzing, in den Herbstferien abgeschlossen sein. Bis dahin sollen genug Klassenräume benutzbar sein und die Lehrer stellen sich auf die Situation ein, indem sie etwa den Unterricht nach draußen verlagern oder verstärkt Ausflüge unternehmen.

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