Kirche

Weihnachten im Zeichen des Friedens

Pfarrer Burckhardt Hölscher, Christian Otterstein und Dr. Wolfgang Besler (v. li.) freuen sich auf die Konzerte in der Friedensgemeinde in der Adventszeit.

Pfarrer Burckhardt Hölscher, Christian Otterstein und Dr. Wolfgang Besler (v. li.) freuen sich auf die Konzerte in der Friedensgemeinde in der Adventszeit.

Foto: Ralf Tiemann

Letmathe.  Zwei große Konzerte im Advent: Bachs Weihnachtsoratorium vom Märkischen Motettenkreis und eine Schlesische Weihnacht vom Chor der Friedenskirche.

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25 Jahre ist es nun her, dass das Weihnachtsoratorium von Bach in der Friedenskirche erklungen ist. Umso dankbarer ist Pfarrer Burckhardt Hölscher, dass drei Teile des großartigen Werkes in diesem Jahr am zweiten Adventssonntag, 8. Dezember, wieder in Letmathe zu hören sein werden. Möglich wird das, weil der Märkische Motettenkreis unter der Leitung von Dr. Wolfgang Besler die Friedenskirche in diesem Jahr als „Auswärtsspielort“ ausgesucht hat. „Mit eigenen Mitteln könnten unsere Gemeinde eine solche Aufführung gar nicht realisieren“, sagt Hölscher. Doch auch der Chor der Friedenskirche ist in der Adventszeit aktiv. Er rundet unter der Leitung von Christian Otterstein das weihnachtliche Konzertprogramm mit einer schlesischen Weihnacht am Samstag vor dem 4. Advent, 22. Dezember, in der Kreuzkapelle am Stübbeken ab.

Werke haben mehr gemein, als man meinen könnte

Der Kontrast könnte auf den ersten Blick kaum größer sein: Hier das prächtige und vermutlich weltweit meist gespielte Werk zur Weihnachtszeit des großen Barock-Meisters Bach, dort die eher volkstümlichen, romantischen Weihnachtslieder aus Schlesien. Für Burckhardt Hölscher eint beides aber die theologische Ausrichtung auf die Friedensbotschaft der Weihnachtsgeschichte. Er empfindet eine Aufführung des Meisterwerkes von Bach niemals als museal oder rückwärtsgewandt, sondern als eine grundlegende Aussage auch für die Friedens- und Versöhnungsarbeit heutiger Christen.

Friedens- und Versöhnungsarbeit hat sich die Letmather Gemeinde ja in ganz besonderer Weise auf die Fahnen geschrieben und in dieser Hinsicht in diesem Jahr mit der Friedenstour mit dem Rad nach Jauer in Polen ein besonders starkes Zeichen der Freundschaft und der Versöhnung gesetzt.

Gerade vor diesem Hintergrund bekommt die schlesische Weihnacht, die Christian Otterstein unter dem Titel „Transeamus“ mit Werken Joseph Ignaz Schnabel und Max Drischner vorbereitet. Gerade die Umstände, unter denen die Weihnachtsgeschichte von Drischner uraufgeführt wurde, lässt einen heute noch staunen. In der Gewissheit, dass die Gemeinde und der Dom in Brieg schon wenige Wochen später in Trümmern liegen würde, hatte Drischner im Advent 1944 diese fröhlichen und zu Herzen gehenden Kompositionen vor rund 6000 Menschen aufgeführt.

Die jetzige Aufführung ist für Otterstein nicht nur ein Nachklang zu der Friedenstour im Sommer, sondern gerade am Stübbeken auch eine Besinnung auf die schlesischen Wurzeln der Gemeinde – Wurzeln, die die Letmather Gemeinde mit der Johanneskirche am Nußberg teilt, wo der Motettenkreis von Dr. Wolfgang Besler seine Heimat hat.

Und mehr noch: Wie Dr. Besler sagt, sei der Märkische Motettenkreis einst in Letmathe gegründet worden, und oft hätte der Chor hier „Probenasyl“ bekommen, wenn es am Nußberg nicht möglich war. Von daher sei auch er froh, nach der Aufführung der drei Teile des Weihnachtsoratoriums am 7. Dezember am Nußberg nun endlich auch ein Gastspiel in der Friedenskirche geben zu können. „Wir sind hier sehr freundlich aufgenommen worden und freuen sehr auf das Konzert.“

Schöner Abschluss für ein ausgesprochenes Bach-Jahr

In diesem Jahr hatte der Motettenkreis Konzerte in Leipzig bestritten und die Thomaner in der dortigen Thomaskirche vertreten – jener Kirche, in der Bach gewirkt hat und in der auch das Weihnachtsoratorium 1734 uraufgeführt wurde. Die jetzige Aufführung sei ein schöner Abschluss für dieses ausgesprochene Bach-Jahr.

Alle Daten zu den beiden Konzerten

Gleich zweimal führt der Märkische Motettenkreis das Weihnachtsoratorium von Bach auf: am Samstag, 7. Dezember, um 18 Uhr in der Johanneskirche am Nußberg und am Sonntag, 8. Dezember, um 18 Uhr in der Friedenskirche Letmathe.

Es wirken mit: Romy Petrick (Sopran), Sonja Koppelhuber (Alt), Marcel Reijans (Tenor), Sebastian Noack (Bass) und das Neue Bach-Collegium NRW.

Karten gibt es in der Stadtinformation, 02371/217-1819, in der „Christlichen Bücherstube“ an der Vinckestraße und in der „Kleinen Buchhandlung“ an der Hagener Straße. Die Konzertkasse ist ab 17 Uhr geöffnet.

„Transeamus“ – unter diesem Titel lädt der Chor der Friedenskirche am Samstag, 21. Dezember, um 17 Uhr zu einem Weihnachtskonzert mit romantischer Chormusik aus Schlesien ein.

Es wirken mit: Sabine Oltersdorf-Poch und Christiane Reidl (beide Sopran) sowie Lara Bubenzer (Textlesung).

Außerdem wird die Konzertharfenistin Hanna Rabe Harfenmusik aus aller Welt spielen und so einen internationalen Gegenpol zu der schlesischen Musik bieten.

Karten gibt es in der „Kleinen Buchhandlung“ an der Hagener Straße. Die Konzertkasse ist ab 16.30 Uhr geöffnet.

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