Marienhospital

Zwischenbericht liefert wenig Klarheit fürs Marienhospital

Der Kreisausschuss hat sich erneut Sachstand zur Schließung des Marienhospitals referieren lassen – die wesentlichen Unklarheiten sind damit nach wie vor nicht beseitigt.

Der Kreisausschuss hat sich erneut Sachstand zur Schließung des Marienhospitals referieren lassen – die wesentlichen Unklarheiten sind damit nach wie vor nicht beseitigt.

Foto: Archiv / IKZ

Letmathe/Lüdenscheid.  Dr. Thorsten Kehe hat im Kreisausschuss zum aktuellen Stand der Hospital-Schließung berichtet. Ein paar Abgeordnete bohrten nach.

Gute Nachrichten für das Marienhospital waren kaum zu erwarten auf der Sitzung des Kreisausschusses am Donnerstag, und tatsächlich weckte der Sachstandsbericht von Dr. Thorsten Kehe, Geschäftsführer der Märkischen Gesundheitsholding, keine neue Hoffnung. Mit 20 bis 25 Prozent weniger Personal rechnet die GmbH des Kreises ab November, zum 31. Oktober würden weitere Kündigungen von Pflegern, Ärzten und anderem Fachpersonal wirksam. Die Schließung zum Monatsende stehe damit außer Frage. Wie viele Mitarbeiter dann in der GmbH verbleiben, ist derzeit unklar – auf eine Nachfrage aus dem Plenum hin verwies Kehe auf den 31. Oktober, erst dann könne dazu eine qualifizierte Aussage getroffen werden.

Gegenüber unserer Redaktion hatten sich zuletzt auch Mitarbeiter des Krankenhauses bedeckt gehalten, was ihre Entscheidung angeht. Diese, so der Tenor, würde allerdings erschwert durch eine unzureichende Transparenz seitens der GmbH. Zu den Einsatzorten und Konditionen bei einer Weiterbeschäftigung fühlen sich demnach viele nicht ausreichend informiert. Der Geschäftsführer betonte ausdrücklich: „Mit jedem Mitarbeiter ist zumindest ein Gespräch geführt worden.“ Die Ausnahme könnten allenfalls Langzeiterkrankte darstellen, die bislang nicht erreichbar gewesen sind.

Mit allen Mitarbeitern sollen Gespräche geführt worden sein

Auf anderslautende Aussagen in unserer Berichterstattung habe er reagiert und über die Personalabteilung sicherstellen lassen, dass niemand übersehen wird. Dabei blieb Thorsten Kehe auch, nachdem eine Abgeordnete persönliche Gespräche mit Mitarbeitern als Quelle für diesbezügliche Zweifel angeführt hatte. Lege man ihm Namen von einzelnen Beschäftigten vor, würde er dies im Einzelfall prüfen, so der Geschäftsführer.

Was den Mitarbeitern tatsächlich noch nicht vorliegt, ist ein Sozialplan. „Die mündlichen Verhandlungen mit dem Betriebsrat sind abgeschlossen“, lautete eine der wenigen Erfolgsmeldungen des Geschäftsführers. Die Ungewissheit, was im Falle eines Ausscheidens aus dem Konzern finanziell zu erwarten wäre und wie Nachteile einer Arbeitsortverlagerung möglicherweise kompensiert würden, veranlasst derzeit viele Beschäftigte zu einer Abwarte-Haltung, haben Gespräche unserer Zeitung mit Betroffenen ergeben.

Aus den Reihen der Iserlohner Abgeordneten wurde indirekt etwas von der Skepsis über die Stichhaltigkeit der vorliegenden Geschäftszahlen spürbar, die in der Ratssitzung am Dienstag auf den Gutachter Prof. Bernhard Mühlbauer niedergegangen war. Karsten Meininghaus (CDU) erkundigte sich nach der Verschwiegenheitserklärung, die zu unterschreiben eine unumgängliche Voraussetzung für einen Einblick in die aussagekräftigeren nichtöffentlichen Daten ist: „Ich habe mir sagen lassen, die Auflagen seien kaum zu erfüllen“, stichelte Meininghaus. Thorsten Kehe sah keine besonderen Hürden in den vertraglichen Bedingungen – diese seien „im Krankenhausbereich so üblich.“

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