Ausland

18-jähriger Mendener zieht erstes Fazit über Zeit in Uganda

Linus Hommel ist für zwölf Monate im ugandischen Jinja und arbeitet unter anderem auch im Kinderheim.

Linus Hommel ist für zwölf Monate im ugandischen Jinja und arbeitet unter anderem auch im Kinderheim.

Foto: Linus Hommel

Menden/Uganda.  Linus Hommel ist für zwölf Monate in Jinja – eine Stadt in Uganda. Er sagt jetzt schon, dass er gar nicht an den Abschied denken möchte.

Ein Jahr in Uganda, statt in Menden – eine ganz schön extreme Veränderung. Doch der 18-jährige Linus Hommel hat sich genau dafür entschieden und sagt schon nach drei Monaten in Afrika: „Ich will gar nicht an den Abschied denken.“

Bereits im August ist der Mendener nach Uganda geflogen. Er unterrichtet dort Kinder in den Fächern Sport und Musik. Vormittags fährt er immer zur ugandischen Grundschule in die Stadt Jinja. „Die Kinder lieben den Musik-Unterricht und sie sind wirklich talentiert“, sagt der 18-Jährige. Teilweise bringt er 70 Kindern auf einmal etwas Neues bei. „Die Klassen sind wirklich groß, ganz anders als in Deutschland.“ Doch manchmal müsse er sich viel überlegen, bevor er den Unterricht gibt: „Durch das Talent der Kids, muss ich teilweise echt grübeln, damit ich ihnen spannende Dinge bieten kann“, sagt der Mendener und schmunzelt. Aufgrund der Klassengröße sind im Sportunterricht häufig nur Spiele wie Fußball oder „Netball“ möglich. „Netball ist eigentlich Basketball, nur ohne ein Brett hinter dem Korbnetz“, erklärt Linus Hommel. „Ich möchte vor allem, dass sich die Kinder viel bewegen und Spaß haben. Oft spielen wir auch Fischer, Fischer wie tief ist das Wasser.“

In der Regel gibt der 18-Jährige von 8.30 bis 12 Uhr Sportunterricht und bringt den Kindern danach noch eine Stunde Musik bei. Um 13 Uhr geht es dann meist mit einem sogenannten Motorradtaxi nach Hause. „Ich wohne in einer Wohngemeinschaft mit vier Leuten. Das hört sich im ersten Moment vielleicht viel an, aber wir verstehen uns alle super“, sagt der Mendener. Zuhause nimmt er sich dann Zeit für ein ordentliches Mittagessen und ein kleines Nickerchen, bevor es weiter ins Kinderheim geht. „Dort arbeite ich dann von 14 bis 19 Uhr.“ Ungefähr 30 Kinder sollen in dem Heim leben.

Errichtung eines Sportzentrums

Neben einem Spielplatz und einem Baumhaus, soll zukünftig auch ein Sportzentrum neben dem Kinderheim entstehen. „Da wird es dann auch einen Basketballplatz geben, und ich kann dann den Kids auch die Sportart beibringen“, erzählt Linus Hommel. Er selbst ist begeisterter Basketballer. Das Sportzentrum werde aktuell schon gebaut und soll in ein paar Wochen fertiggestellt sein. „Im Moment haben wir viel mit Matsch zu kämpfen, wegen dem Wetter. Denn es ist Regenzeit hier in Uganda“, erklärt der Abiturient. Außerdem hoffe er auch, dass eine Einrichtung für Kinder mit Behinderung gebaut wird. Allerdings gebe es dafür noch keine konkreten Zeiten oder Termine.

Neues Klima, neue Eindrücke

„Ich habe mich schon gut eingelebt. Das hat wirklich nur einen Monat gedauert“, sagt Linus Hommel. Die Menschen seien ganz anders, als in Deutschland. „Mich fasziniert einfach ihre Gastfreundschaft und Offenheit. Manchmal schreibe ich sogar spontan Lieder mit Menschen, die hier kennengelernt habe.“ Der 18-Jährige lernt zurzeit die lokale Sprache „Lusoga“. „Bisher kann ich aber noch nicht viel. Außer ,zu teuer’ – das habe ich mir gemerkt, das ist nämlich sehr wichtig hier“, erzählt er und lacht. Er selbst sei ein sehr kommunikativer Mensch, sagt Hommel und er freue sich darüber, dass sich alle gegenseitig grüßen. „Ich finde es einfach toll, dass ich die Chance habe, die Kultur und die Menschen erleben zu dürfen.“

Ein kommender Höhepunkt sei der Besuch seiner Eltern, wie der Mendener sagt. „Über Ostern kommt meine Familie mich besuchen – dann wird natürlich standardmäßig eine Safari gemacht.“ Bis August 2019 ist Hommel noch in der ugandischen Stadt Jinja – danach geht es dann wieder zurück nach Deutschland. „Ich habe jetzt schon alle hier ins Herz geschlossen, an Abschied kann ich kaum denken.“

Mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus Menden und Umgebung!

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben