Kurz vor der Freibadsaison

20-jährige Natalie Bach hat die Leitmecke genau im Blick

Natalie Bach ist Badeaufsicht im Bürgerbad Leitmecke.

Natalie Bach ist Badeaufsicht im Bürgerbad Leitmecke.

Foto: Foto: Martina Dinslage

Menden.   Natalie Bach gehört zum ehrenamtlich tätigen Rettungsdienst im Freibad Leitmecke in Menden. Die 20-Jährige verrät was sie mag – und sie stört.

In ihrem roten Pullover fällt sie unter den Badegästen sofort auf. Natalie Bach (20) arbeitet seit 2015 jedes Jahr ehrenamtlich im Wasser-Rettungsdienst der Leitmecke. Wenn unter sonnigem Himmel im Mai wieder die Saison des Mendener Freibads beginnt, ist Natalie Bach zur Stelle.

„Ich bin quasi im DLRG aufgewachsen“, erklärt die Schwimmerin ihre Verbundenheit zum Sport. Ihren Eltern sei damals sehr wichtig gewesen, dass sie sicher schwimmen könne. Daher bestanden sie auf die Mitgliedschaft beim DLRG.

„Wenn ihr 16 Jahre alt werdet, macht ihr Wasser-Rettungsdienst. Das wurde uns schon damals eingeprägt“, erklärt Natalie. „Außerdem fand ich Wasser schon immer gut“, sagt die 20-Jährige. Weil sie sehr heimatverbunden sei, zeigte sie so schon früh Interesse an der Leitmecke. Als ihr dann im jungen Alter ein Job dort angeboten wurde, habe sie nicht lange überlegt. So sah es zum Beispiel beim Saisonstart 2017 aus.

Ein Job mit Verantworung

Für die junge Frau hat sich im Laufe der vergangenen vier Jahre diese Arbeit als genau richtig herausgestellt: „Mir gefällt das Teamwork gut. Und so einen gewissen Adrenalinkick bekommt man auch.“

Man solle den Job jedoch auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen, erklärt sie. „Im Sommer werden die Leute leichtsinnig. Sie schwimmen unsicherer, das wird immer schlimmer“. Sie betont auch die große Verantwortung, die auf einer Badeaufsicht lastet: „Das scheint zwar nicht so schwer. Aber ich muss mich voll auf meine Schichtmitarbeiter verlassen können. Das ist auch nix für dünne Nerven“, sagt Natalie. „Es ist auch sehr wichtig, dass wir sicher auftreten“, erklärt sie weiter. Richtig ins Wasser musste sie zum Glück noch nie, erklärt sie. In ihrer Schicht sei jedoch schon oft ein Mitarbeiter in das große Schwimmbecken gesprungen, um jemanden zu retten.

Vielseitige Aufgaben

Sie selbst habe auch schon oft neue Aushilfen eingearbeitet. „Da ist es ganz normal, dass man mal etwas strenger wird. Man hat eben Verantwortung“ – und diese schließt viel mehr ein, als man als Außenstehender denken könnte:

„Niemand sieht, was so hinter den Kulissen abgeht. Wir machen ja alles mögliche, nicht nur die Aufsicht. Wenn jemand ein Pflaster braucht, sind auch wir dafür zuständig“, schildert die angehende Physiotherapeutin ihre Arbeitstage. Ganze sechs Kilometer läuft sie manchmal am Tag – nur durch die Arbeit. „Manchmal hat man das Gefühl, man müsste sich 50 mal teilen“, sagt sie lachend.

Die Schwimmerin hat deshalb Verständnis dafür, wenn man sich vor dem Job etwas fürchtet: „Natürlich ist es etwas beängstigend, so viel Verantwortung zu übernehmen“, sagt sie.

Doch die guten Seiten überwiegen für sie: „Nach vier Jahren kennt man die Badegäste natürlich auch. Es ist schön, sich mit ihnen zu unterhalten und sie zeigen auch Dankbarkeit. Dabei habe ich Spaß, weil wir auch viel scherzen“, sagt sie. Deshalb gefallen ihr trotz der großen Anstrengung auch die Tage, an denen das Bad voll ist, am besten. „Auch wenn es hart ist, daneben zu stehen und zuzugucken“.

Nachwuchs dringend gesucht

Für das Freibad hofft Natalie Bach auf Nachahmer, die sich auch als Badeaufsichten zur Verfügung stellen: „Es ist eben ein Bürgerbad und das lebt von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Deshalb freuen wir uns über jeden freiwilligen Rettungsschwimmer“, meint sie. Daher hoffe sie auf Nachwuchs im Team, so dass dieses wieder stärker aufgestellt wird und damit der Erhalt des Mendener Freibads auf Dauer gesichert werden kann.

Mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus Menden und Umgebung!

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben