Kita-Plätze fehlen

72 Mendener Kinder bleiben im Sommer ohne Kita-Platz

Kindergarten macht Spaß! Doch vielen kleinen Mendenern bleibt der Besuch in diesem Jahr verwehrt. Es fehlen die Plätze.  Foto:Friso Gentsch/dpa

Kindergarten macht Spaß! Doch vielen kleinen Mendenern bleibt der Besuch in diesem Jahr verwehrt. Es fehlen die Plätze.  Foto:Friso Gentsch/dpa

Menden.   Grünen-Politikerin kritisiert: Der Mangel an Plätzen trifft die schwächsten Kinder am härtesten. Geplante Baumaßnahmen sind bislang unterblieben.

72 Mendener Kinder werden im Rennen um die knappen Plätze in Kitas oder Tagespflege in diesem Sommer leer ausgehen. Das kritisiert Ingrid Ketzscher, Grüne, als Mitglied im städtischen Ausschuss für Kinder- und Jugendhilfe KJHA. Denn: Die 72 fehlenden Plätze, davon 50 für Kinder über 3 Jahre und 22 für U3-Kinder, wies bereits die Planung der Stadt Menden für 2019 aus. Und anders als vorgesehen sei mit Neu- und Umbauten nicht ausreichend gegengesteuert worden.

Der Mangel an Plätzen sei für alle Betroffenen schlimm genug, betont Ingrid Ketzscher, doch auch hier treffe es die Schwächsten am härtesten. „Die meisten unberücksichtigten Kinder dürften Migrationshintergrund haben“, erklärte sie gegenüber der WP. Diese Kinder seien schon aus sprachlichen Gründen am dringendsten auf die Bildungseinrichtung Kindergarten angewiesen.

Anmelde-Regeln kompliziert

Das kennt Ketzscher aus eigener Anschauung. Sie hat im Awo-„Brückenkindergarten“ in der Wunne Flüchtlingskinder betreut. „Von neun wechselbereiten Kindern hat jetzt nur ein einziges einen Regelplatz erhalten.“ Denn trotz Kita-Karte seien die Anmelde-Regeln zu kompliziert, nennt Ketzscher ein Beispiel: „Wer keinen Platz in der Wunsch-Einrichtung erhält, muss von sich aus erneut Bedarf anmelden.“ Das übersteige oft die Verständigungsmöglichkeiten zugewanderter Eltern. Ausbaden müssten das am Ende dann deren Kinder, die ein wichtiges Lern-Jahr verlieren.

Eltern heute keine Bittsteller mehr

Allerdings seien Eltern heute keine Bittsteller mehr: „Seit Jahren gibt es den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, der notfalls eingeklagt werden kann. In anderen Städten gibt es hunderte solcher Klagen.“

Dennoch habe der Mendener Fachausschuss in seiner letzten Sitzung keinen der drei Vorschläge berücksichtigt, um diese Lücke zu schließen: „Weder der Ausbau des Obergeschosses der Ex-Bonifatiusschule noch der zweite Waldkindergarten oder eine Containerlösung wurden beschlossen.“ Jetzt sei fraglich, ob die Stadt den Rechtsanspruch noch erfüllen kann.

Waldkita lässt auf sich warten

Von Jugendamtsleiter Christian-Peter Goebels will Ketzscher daher vieles wissen. Ob es auch in Menden schon Klagen gibt. Wie lang die Warteliste ist. Ob das Anmelden einfacher gemacht werden kann, auch in der Sprache. Warum die Waldkita Leitmecke nicht wie geplant 2019 an den Start geht. Gerade nach dem zweiten Waldkindergarten, der nahe am Bürgerbad gebaut und ursprünglich noch in diesem Jahr fertiggestellt werden sollte, hatte auch die WP gefragt. Aus der Politik gab es bereits scharfe Kritik an der Verzögerung des Projekts.

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