Autobahn

A 46: Befürworter informieren, Gegner protestieren

Von „Waldemei muss bleiben!“ bis „Waldkindergarten schützen!“ reichen die zahlreichen Forderungen auf den T-Shirts der „lebenden Flugblätter“. Den Protest vorm Eingang zur Wilhelmshöhe erklären (vorne von links) Peter Köhler, Ingrid Ketzscher sowie Peter und Stefan Neuhaus.

Von „Waldemei muss bleiben!“ bis „Waldkindergarten schützen!“ reichen die zahlreichen Forderungen auf den T-Shirts der „lebenden Flugblätter“. Den Protest vorm Eingang zur Wilhelmshöhe erklären (vorne von links) Peter Köhler, Ingrid Ketzscher sowie Peter und Stefan Neuhaus.

Foto: Frank Saul

Menden.   Drinnen die Infos, draußen das Nein: Straßen NRW informiert im Saal der Wilhelmshöhe zur Autobahn-Planung. Gegner sprechen von „Mogelpackung“.

Friedliche Demo vor der Wilhelmshöhe: Anlässlich der frühzeitigen Bürgerbeteiligung von Straßen NRW zur Autobahn-Planung haben am Dienstag rund 30 Vertreter der Gruppeninitiative gegen die A46 (GigA 46) gegen den Weiterbau protestiert. Auf hellgrünen T-Shirts forderten sie als „lebende Flugblätter“ den Stopp der A 46. Sprecher Stefan Neuhaus nannte die Bürgerbeteiligung „eine Mogelpackung“. Denn das Ergebnis stehe schon fest: „Eine vierspurige Autobahn und eine dreispurige B7n durch Menden.“ Dies sei kein offenes Verfahren mehr: „Wer für eine Region ohne Autobahn ist, der wird überhaupt nicht gefragt.“

Ingrid Ketzscher, Vertreterin der Stadt Menden im internationalen Klimabündnis, erinnerte daran, dass der Weltklimarat jetzt in Polen tagt: „Dort ringt man darum, den Klimawandel aufzuhalten, und hier werden die Bürger eingeladen, eine Autobahn quer durch unsere Wälder mitzuplanen!“ Auch für Menden würde ein Autobahnbau eine konkrete Verschlechterung des Stadtklimas bedeuten.

250 interessierte Bürger

Ungeachtet der Demo informierten sich im großen Saal der Wilhelmshöhe laut Straßen-NRW-Sprecherin Susanne Schlenga bis zum späten Abend gut 250 interessierte Bürger an mehreren Infoständen über den Planungsstand. Auch die Demonstranten betraten den Saal, ohne die Veranstaltung zu stören, und auch sie diskutierten mit den Experten von Straßen NRW vor deren Stellwänden.

Eingangs des Info-Rundgangs stellte die Landesbehörde die neue Kombi-Variante der Autobahn vor, für die sich der Bund entschieden hat. An weiteren Ständen erläuterten die Vertreter einzelne Schritte der Planung – und wie sie die Bürger in den Prozess einbeziehen wollen: „Bevor wir den ersten Strich machen, wollen wir von ihnen wissen, wie sie sich das vorstellen“, sagte Regionalleiter Thomas Rensing. Wurde der Bürger bei der Streckenführung früher vor vollendete Tatsachen gestellt, so solle er heute in jeden Schritt des Entstehungsprozesses eingebunden sein: „Wenn sie sich früh genug beteiligen, erfahren wir rechtzeitig, wo der Schuh drückt“, sagte Rensing.

Überregionales Dialogforum

Informiert werden die Bürger nicht nur über Newsletter oder Webseiten, sondern auch über ein überregionales „Dialogforum“. Das soll zwei bis drei Mal im Jahr stattfinden, immer wenn sich die Planung zur Autobahn weiter entwickelt. Teilnehmen können Verbände, Kommunen, Bürgerinitiativen und einzelne Bürger, die durch ein Zufallsprinzip ausgewählt werden sollen. Infomärkte, Bürgertische und ein Infomobil runden die große Informations-Offensive von Straßen NRW ab. Das Konzept dafür hatte der Landesbetrieb gemeinsam mit dem Kommunikationsbüro IFOK entwickelt.

Thema bei den Besuchern waren indes vor allem der Artenschutz, der Naturschutz oder der mögliche Bau eines Tunnels. Besonders interessierte die Bürger laut Susanne Schlenga aber, wo die Trasse entlanglaufen könnte.

Nein zur „Netzvariante“

Aktivisten und Besucher kritisierten, dass die „Netzvariante“ vom Tisch ist. Bei dieser Version hätte Straßen NRW nur vorhandene Straßen ausgebaut. „Der Bund hat sich gegen diese Variante entschieden, weil sie die Erreichbarkeit in der Region nicht grundsätzlich verbessert“, erläuterte Rensing.

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