60 Ratsmitglieder

Ab 3. November: Größter Mendener Stadtrat aller Zeiten

Stadtrat erstmals unter Corona-Bedingungen auf der Wilhelmshöhe

Stadtrat erstmals unter Corona-Bedingungen auf der Wilhelmshöhe

Foto: Johannes Ehrlich/Stadt Menden

Menden.  60 Ratsmitglieder plus Bürgermeister: Nie war ein Mendener Stadtrat so groß. Nie gab es mehr Fraktionen. Und selten weniger Frauen.

Mit 60 Politikerinnen und Politikern ist der neu gewählte Stadtrat in Menden der größte aller Zeiten. Genau genommen sind es sogar 61 Ratsmitglieder, denn der neue Bürgermeister, der erst am kommenden Sonntag gewählt wird, zählt als Vorsitzender des Rates mit Sitz und Stimme noch dazu. Am 3. November tritt der XXL-Rat erstmals zusammen – zur konstituierenden Sitzung, und das auf der Wilhelmshöhe, weil der Ratssaal im neuen Rathaus unter Corona-Bedingungen viel zu klein ist.

Erstmals sind die Grünen im Mendener Stadtrat stärker als die SPD, und erstmals vertreten ist eine AfD-Fraktion mit drei Sitzen. Sie erhöht die Anzahl der Ratsfraktionen auf sechs, auch das hat es zuvor noch nie gegeben. Eines aber bleibt: Ratspolitik in Menden ist eine Männerdomäne. Dabei ist nicht nur die Mehrheit der Bevölkerung weiblich, auch in der Stadtverwaltung sind 61 Prozent der mehr als 700 städtischen Bediensteten Frauen.

  • Die CDU: In der erneut stärksten Ratsfraktion sind ganze drei von 22 Ratsmitgliedern weiblich. Während die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitta Erdem und Annerose Erver erfahrene Ratspolitikerinnen sind, darf Nina Schaefer als echte Newcomerin gelten. Auch Peter Hölzer, Christian Rose, Mike Stern, Fabian Geiß und Thorsten Weische zählen zu den neuen Gesichtern der Unionsfraktion. Echte Veteranen mit jahrzehntelanger Erfahrung sind dagegen Udo Neff als ältestes Ratsmitglied, Hubert Schulte oder Peter Schnurbus. Doch ob Mann oder Frau in den 22 Wahlbezirken im Stadtgebiet aufgestellt waren: Die CDU-Bewerberinnen und -Bewerber holten in allen die Mehrheit.
  • Die Grünen: Sie feierten am 13. September den größten Erfolg ihrer vergleichsweise jungen Mendener Parteigeschichte. Mit knapp 21,7 Prozent ließen sie die SPD (18 %) hinter sich und sind zweitstärkste Fraktion im neuen Rat. Eines lässt sie unter allen anderen klar hervorstechen: Nur bei den Grünen findet sich annähernd eine Parität von Männlein und Weiblein. Von 13 Ratsmitgliedern sind hier sechs weiblich. Von ihnen kennt man im Stadtrat Tina Reers und Annette Schrick, die während der ablaufenden Ratsperiode von der SPD zu den Grünen wechselte. Ann Christin Schulz als weiblicher Part der Doppelspitze der Partei ist ebenfalls bekannt. Neue Namen im Rat sind Caroline Jooß, Marjan Nowak-Buschieweke und Silvia Nowak. Bei den Männern sind Markus Kisler und Uwe Schrick neu dabei.
  • Die SPD: Um zwei auf jetzt elf geschrumpft ist die Zahl der Sitze der Sozialdemokraten im neuen Rat, und nur drei davon gehören Frauen. Die taufrischen Namen in der Fraktion lauten Oliver Smith, Bianca Voß und Ingo Günnewicht. Sebastian Meisterjahn, Anne und Bernd Alban, den Ortsvereinsvorsitzenden Mirko Kruschinski oder die stellvertretende Bürgermeisterin Jutta Aeldert kennt man in der politischen Szene dagegen ebenso wie Sven Langbein oder Henry Kiaulehn.
  • Die FDP: Sie ist auf sieben Sitze angewachsen. Mit Norbert Majd, Maximilian Holterhöfer und Frank Oberkampf sind drei Newcomer dabei. Fraktionschef Stefan Weige, die Vorsitzende Monika Adolph, Klaus Luig und Marion Trippe sind indes erfahrene Kämpen der Mendener Liberalen. Das Verhältnis von Frauen zu Männern liegt hier bei 2:5.
  • Die AfD: Die neue Fraktion im Rat besteht mit Charalambos Karagiannidis und Helmut Pliquett aus zwei in der Ratspolitik noch gänzlich unbeschriebenen Blättern. Hervorgetan hat sich dagegen als Bürgermeisterkandidat Rainer Schwanebeck. Frauen als Ratsmitglieder: 0.
  • Die Linke: Hier sind mit Thomas Thiesmann und Peter Gregel wiederum zwei Veteranen am Start, die schon die letzte Ratsfraktion bildeten. Frauen als Ratsmitglieder: 0.
  • Die UWG: Sie brachte mit 514 Stimmen oder 2,51 Prozent Detlef Albrecht in den neuen Stadtrat. Er muss sich allerdings als Einzelkämpfer behaupten. Gegenüber einer Fraktion, die erst ab dem zweiten Ratssitz gebildet werden und dann sachkundige Bürger in alle Ausschüsse setzen kann, hat das viele Nachteile.
  • Die USF: Sie brachte mit Eugen Heinrich zwar nicht das älteste, aber mit Abstand langjährigste Ratsmitglied erneut in den Stadtrat. Auch er ist Einzelratsmitglied – wie schon in der jetzt ablaufenden Ratsperiode.

Altersspanne der neuen Ratsmitglieder reicht von 25 bis 78

Das jüngste Ratsmitglied hat die FDP in ihren Reihen: Der Architekturstudent Maximilian Holterhöfer ist 1995 geboren.

Der älteste Politiker im neuen Stadtrat ist um mehr als 50 Jahre älter: Udo Neff, Jahrgang 1942.

Hier gibt es mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus Menden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben