Senioren

Andekdoten Mendener Liebespaare

Jutta Törnig-Struck beim Rundgang mit einem alten Aussteuer-Schrank, in dem bestickte Decken und Ähnliches mit den Initialen der ehemaligen Besitzerin liegen.

Jutta Törnig-Struck beim Rundgang mit einem alten Aussteuer-Schrank, in dem bestickte Decken und Ähnliches mit den Initialen der ehemaligen Besitzerin liegen.

Foto: Lisa Nückel

Menden.   Im Erzähl-Café können Senioren aus ihrem Leben berichten. Das erste Treffen im Stadtmuseum stand nun unter dem Zeichen der Zweisamkeit.

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Beim ersten Erzähl-Café für Senioren des Museums für Stadt- und Kulturgeschichte rund um das Thema „Wir trauten uns“ konnten Brautbilder, Heiratsurkunden und andere alte Schätze mitgebracht werden. Doch der Zulauf beim neuen Angebot hielt sich in Grenzen. Eine ältere Dame zeigte beispielsweise einen mittlerweile 100 Jahre alten Brief ihres Großvaters, in dem er seinem zukünftigen Schwiegersohn gestattete, zu einem persönlichen Besuch zu kommen, um seine Tochter kennenzulernen. Weitere Mitbringsel waren unter anderem Hochzeits- und Familienfotos, eine Geburtsurkunde aus dem Jahr 1896, eine Hochzeitszeitung oder eine Brautkerze.

Ritter Goswin

Bei einem Rundgang durch das Museum erzählt Leiterin Jutta Törnig-Struck vom ersten bekannten Liebespaar aus Menden: Ritter Goswin und seine Ehefrau, die in der Rodenburg lebten. Bei der Entdeckung der Burg in den 1950er Jahren fand man unter anderem einen kleinen Würfel, der viel Aufschluss über das alltägliche Eheleben gab: „Ein Würfel aus Knochen ist einer der interessantesten Funde, weil er so viel über die Freizeit der Eheleute erzählt, die scheinbar zusammen Würfelspiele gespielt haben“, so Törnig-Struck.

„Wir möchten die Erzähl-Cafés langsam etablieren und regelmäßig stattfinden lassen“, so Museumspädagogin Rabea Badeda. Leider hatten für die Premiere kurzfristig noch einige angemeldete Gäste abgesagt, so dass letztlich nur drei Damen ihre Geschichten mit der Museumsleiterin und der Museumspädagogin Rabea Badeda teilten.

In Zukunft sollen die Cafés ein- bis zweimal jährlich stattfinden – dann jedoch nicht nur auf Senioren beschränkt. Trotz der wenigen Gäste wurden viele Anekdoten und Erinnerungen ausgetauscht. Rabea Badeda machte den Anfang mit ihrem eigenen Hochzeitsfoto und dem ihrer Eltern. Einer der Gäste berichtete von einer Kriegstrauung 1939, die „in Zivil“ stattfand. Die Gespräche führten von der damaligen Mode über Brauchtümer bis hin zu der Brautfrisur und dem mühseligen Fotografieren, bei dem man noch sehr lange stillstehen musste, bis das Foto entstanden war.

Über Spenden freue sich das Museum immer, vor allem über Kleidungsstücke, die in einer Sonderausstellung im zukünftigen Industriemuseum auf Gut Rödinghausen einen Platz finden könnten. „Alte Brautkleider oder sogar Dinge, die man drunter trug, interessieren uns besonders“, so Törnig-Struck. Die können im Museum abgegeben oder beim nächsten Erzähl-Café mit einer kleinen Geschichte in Verbindung gebracht werden.

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