Menden. . Bis zu dem an diesem Wochenende stattfindenden Ramadan-Fest wird ein Monat lang gefastet. Dann darf erst nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang gegessen werden. In diesem Jahr kamen besonders viele Flüchtlinge in die Gemeinde.

Das Brot wurde in diesem Jahr zum letzten Mal nach der Dämmerung gebrochen. Am Donnerstag begingen auch die Mendener Muslime das letzte Fastenbrechen, jetzt wird drei Tage lang, von Freitag bis Sonntag, gefeiert.

Diesmal gab es aber keine offizielle Einladungen der Gemeinde an die Stadt, die Presse oder die Bürgerschaft. „Ich hatte schon ein schlechtes Gewissen, weil wir niemanden eingeladen haben. Aber dafür gab es zwei Gründe“, erklärt Mehmet Ekinci, der Vorstandsvorsitzende der Gemeinde.

Besteck beiseite

Der eine Grund sei kalkulierbar gewesen: „An diesen sonnigen Juli-Tagen geht die Sonne so spät unter, dass wir erst um 22 Uhr mit dem Fastenbrechen beginnen konnten. Das wird für manchen Christen zu spät sein, um noch zu essen.“

Grund Nummer zwei ist allerdings ein Novum und hat auch den Vorsitzenden überrascht: „Dieses Jahr sind extrem viele Flüchtling zu uns zum Fastenbrechen gekommen. Viele Menschen auch aus anderen Kulturen, aber es hat wunderbar funktioniert. Wir nehmen jeden gerne auf, der kommen möchte“, so Ekinci. Ganz problemlos sei das nicht, so lasse sich kaum planen, wieviele Portionen Essen gebraucht werden. „Aber es war immer ausreichend da“, so Ekinci

Nicht alle Flüchtlinge beteiligen sich an den Gebeten, es ist davon auszugehen, dass sie gar keine Moslems sind. Dennoch verhalten sie sich angemessen, legen das Besteck ebenso wie die betende Gemeinde nieder und pausieren beim Essen aus Respekt.

Für die Zubereitung der Speisen zuständig sind traditionell die Frauen. „In unserer Gemeinde kochen die Frauen das Essen für das Fastenbrechen. Es gibt aber auch Gemeinden, die sogar einen Koch aus dem Ausland bestellen“, sagt der Gemeindevorsitzende.

Auf Wunsch der Frauen

Dass sie während des Essens getrennt von den Männern sitzen, geschehe auf Wunsch der Frauen, erklärt Ekinci. „Die Frauen wollen beim Essen lieber unter sich sein, dann sind sie freier und können besser miteinander quatschen.

Von Freitag bis Sonntag wird dann das Fest des Ramadan gefeiert. Dabei weist Ekinci auf die Parallelen hin: „Das ist ähnlich wie an Weihnachten: Die Kinder bekommen Geschenke, man besucht seine Familie und wünscht sich gegenseitig ein schönes Fest.“