Fröndenberg. Discounter Aldi möchte am Bruayplatz das bestehende Geschäft abreißen und größer neu bauen. Weitere Hürden sind genommen.

Die Supermarktkette Aldi will sich in Fröndenbergs Mitte vergrößern und plant deshalb den Neubau der Filiale am Bruayplatz. Erstmals seit 2017 hatte die Stadt Fröndenberg dem Rat einen konkreten Plan präsentiert, wie der Einzelhändler einen großen Flachbau mitten im Zentrum umsetzen könnte. Der Schlüssel: eine Änderung des Bebauungsplanes. Der Rat stimmte zu: Nun geht es in die nächste Runde.

Den letzten verbliebenen Mietern des Wohn- und Geschäftshauses ist kürzlich die Kündigung in den Briefkasten geflattert. Es ist nur ein weiterer Schritt in Richtung Abriss und Neubau des großen gelben Gebäudes im Zentrum der Stadt. Der Rat hat in seiner Sitzung Anfang November beschlossen, den Bebauungsplan Nr. 116 „Am Bruayplatz“ und parallel dazu die 10. Änderung des Flächennutzungsplans in Fröndenberg-Mitte aufzustellen. Damit sollen die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für den Neubau der Aldi-Filiale am Bruayplatz in der Stadtmitte geschaffen werden. Für die erste sogenannte „frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung“ werden alle Planunterlagen für einen Monat veröffentlicht. Dazu zählen die Vorentwürfe der Planzeichnungen, Begründungen mit Umweltberichten sowie die bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen zum Artenschutz.

Bürgerinnen und Bürger können Pläne öffentlich einsehen und Stellung nehmen

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind nun eingeladen, sich über Einzelheiten der beiden Planverfahren zu informieren und sich an der Planung zu beteiligen. Die Unterlagen liegen in der Zeit vom 11. Dezember 2023 bis einschließlich 12. Januar 2024 während der Dienstzeiten der Stadtverwaltung im Fachbereich 3/Planen, Bauen (Adresse: Ruhrstraße 9,Verwaltungsgebäude II) zur Einsichtnahme aus.

Was ist konkret geplant? Der Discounter Aldi will sich schon länger vergrößern und ist zuletzt 2010 vom Marktplatz in die Immobilie des ehemaligen Edeka Isselmarktes am Bruayplatz gezogen. Dadurch konnte die Verkaufsfläche auf 1100 Quadratmeter erhöht werden – doch das reicht mittlerweile nicht mehr aus. Die Fläche soll noch einmal „marktgerecht“ erhöht werden auf 1290 Quadratmeter. Dafür möchte Aldi das alte Gebäude, in dem sich außer dem Discounter im Ober- und Dachgeschoss auch sieben Mietwohnungen befinden, abreißen und durch einen Neubau ersetzen.

Planungsunterlagen auch online abrufbar

Wer nicht extra ins Rathaus möchte: Die Planunterlagen sind auch online abrufbar auf der Notfall-Internetseite der Stadt unter www.notfallseite.sit.nrw/froendenberg unter der Rubrik Service, Stadtentwicklung, Stadtplanung und Bauen, Unterpunkt Bauleitpläne sowie auf der Internetseite des Bauportals des Landes Nordrhein-Westfalen unter www.bauleitplanung.nrw.de. Sofern die Homepage der Stadt Fröndenberg/Ruhr wieder erreichbar ist, unter www.froendenberg.de unter der Rubrik Bauen, Planen & Wohnen, Unterpunkte Stadtplanung/Bauleitpläne.

Das Problem: Immobilie und Fläche sind zu klein und ein Neubau muss her, aber der aktuelle Bebauungsplan hätte einen Flachbau in der anstrebten Größe nicht zugelassen. Deshalb ist die Änderung nötig, die auch die Beteiligung der Öffentlichkeit nötig macht.

Gutachten geht von einem zweistelligen Millionen-Mehrumsatz aus

Der Aufwand ist hoch: Was hat Aldi von der Erweiterung dieser Filiale? Aus dem Gutachten der BBE Handelsberatung aus Köln geht hervor, dass für diesen Markt ein jährlicher Mehrumsatz von maximal 2 Millionen Euro prognostiziert wird. Der Großteil, 1,8 Millionen Euro, entfallen dabei auf Nahrungsmittel und Drogeriewaren. Der Rest bezieht sich auf Aktionsware. Aldi könnte laut Gutachten seinen jährlichen Umsatz durch diese Maßnahme auf rund neun Millionen Euro erhöhen. Angestrebt sei keine Erweiterung des Sortiments, sondern die „Optimierung der internen Logistikabläufe“ sowie die „großzügige Warenpräsentation“ auf der dazugewonnen Fläche.

„Stellungnahmen mit Hinweisen und Anregungen zu den Planunterlagen des Bebauungsplans Nr. 116 „Am Bruayplatz“ und zur 10. Änderung des Flächennutzungsplans sind bis zum Ende der öffentlichen Auslegung vorzugsweise elektronisch über die Internetseite www.o-sp.de/froendenberg/bauleitplaene/beteiligung.php, per Fax (02373 976-119), per Post oder zur Niederschrift zu richten an die Stadt Fröndenberg, Bahnhofstraße 2 in 58730 Fröndenberg/Ruhr“, teilt die Stadt nun mit.