Wildwald-Tour

Auf der einrädrigen Joëlette durch den Wildwald

Über Stock und Stein: Maike (links) und Britta Romberg (rechts) manövrieren Janine Schulte aus Menden in der Joëlette durch den Wildwald

Über Stock und Stein: Maike (links) und Britta Romberg (rechts) manövrieren Janine Schulte aus Menden in der Joëlette durch den Wildwald

Foto: Privat

Menden/Voßwinkel.   Mendenerin Janina Schulte wagt Selbstversuch über Stock und Stein. Erlebnispfad für Rollstühle im Wildwald geplant.

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Mit dem einrädrigen Rollstuhl Joëlette kommt man auch in die entlegensten Ecken des Wildwalds Voßwinkel. Die Mendenerin Janina Schulte macht den Test.

„Das fährt sich ja fast wie im normalen Rolli, nur dass vorne einer geht“, sagt Janina Schulte aus Menden, die im Wildwald Voßwinkel die Probefahrt in der Joëlette wagt. Eine Joëlette ist ein Rollstuhl mit nur einem Rad, an dem hinten und vorne Stangen befestigt sind. An den vorderen Stangen ist ein kleines Geschirr befestigt, das man wie einen Rucksack trägt und damit den Rollstuhl zieht. Die hinteren Stangen sind dafür da, den Rollstuhl im Gleichgewicht zu halten und das Rad zu bremsen.

Bislang nur schwer zugänglich

Der Wildwald – bekannt für seine urtümlichen und verwurzelten Pfade – war für Menschen im Rollstuhl bisher nur schwer zugänglich. Doch das ändert sich jetzt, denn die Joëlette fährt über Stock und Stein.

Janina Schulte hat sich zwei Helferinnen geholt, die den Selbstversuch mit der Joëlette wagen: Zusammen mit Maike und Britta Romberg geht es hinauf bis zur Hirschwiese. Ein kurzer Ruck, und schon ist die Wurzel überwunden. Mit einem normalen Rollstuhl wär das kaum möglich gewesen.

Die Hirsche liegen bei der Hitze im Schatten der Bäume, nur die Kanadagänse plantschen im Tümpel herum. Also geht die Reise weiter zu den Nachtjägern. Die Joëlette-Begleiter tauschen die Plätze. Ist es also doch zu anstrengend? „Wenn man sich mal dran gewöhnt hat, ist es gar kein Problem, die Joëlette im Gleichgewicht zu halten“, sagt Britta Romberg.

Nach einem Blick auf die Waschbären geht es zurück zum Eingangsbereich, wo schon Kaffee, Eis und Kuchen warten. Im Anschluss sind sich die Begleiter einig: „Man merkt fast nichts. Selbst beim Ziehen des Rollstuhls, es ist echt nicht schwer.“ Vertrauen ist allerdings auch sehr wichtig – sowohl in die Joëlette wie auch in die Begleiter.

Am neuen Konzept wird getüftelt

Damit sich der Wildwald eine Joëlette anschaffen konnte, bekam er Unterstützung von der Agentur für „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). „Weil Bildung nicht an Alter oder körperliche Einschränkungen gebunden ist, wollen wir den Wildwald für alle Menschen zugänglich machen“, erklärt Anna Wendt vom Wildwald. Sie arbeitet an dem neuen Konzept „Wildwald für alle“ – und die Joëlette soll dabei erst der Anfang sein.

Es gibt auch schon ein neues Projekt, an dem eifrig getüftelt wird: Gerade wird über einen Rollstuhl-Erlebnis-Pfad nachgedacht.

Ausleihbar

Natürlich darf sich auch jeder andere Wildwald-Besucher von den Vorzügen der einrädrigen Joëlette überzeugen: Das Gefährt kann jeweils für einen ganzen Tag geliehen werden, muss allerdings im voraus im Wildwald reserviert werden unter der Rufnummer 02932/97230. Maximalbelastung für die Joëlette sind 120 Kilogramm.

Wichtig: Es müssen drei Begleiter angegeben werden, schließlich möchte das Wildwald-Personal nicht selber schieben.

Viele weitere Informationen rund um die Öffnungszeiten, Veranstaltungen und sonstiges Programm des Wildwald Voßwinkel gibt sind im Internet zu finden auf: www.wildwald.de

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