Ausstellung

Ausstellungseröffnung: Künstler entdecken Vorliebe für Rost

Mit vereinter Kraft werden die Kunstwerke durch das Rathaus getragen. Alfred Baum und Gerd Müller-Aßhauer suchen einen geeigneten Platz. 

Mit vereinter Kraft werden die Kunstwerke durch das Rathaus getragen. Alfred Baum und Gerd Müller-Aßhauer suchen einen geeigneten Platz. 

Foto: Livia Krimpelbein

Menden.  Ausstellung „Jenseits des Sichtbaren“ lässt Interpretationsspielraum. Feinarbeit an groben Strukturen. Künstler freuen sich auf die Eröffnung.

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„Jenseits des Sichtbaren“ – Diesen Namen trägt die neue Ausstellung im Rathaus.

Bereits am gestrigen Donnerstag haben die Künstler Annette Schulze und Alfred Baum alle Vorbereitungen getroffen und ihre Bilder aufgehängt, Skulpturen an freie Flecken gestellt und Bücher zur Präsentation in die Vitrinen gelegt. Bei den teilweise über 70 Kilogramm schweren Skulpturen war das alles andere als filigrane Arbeit.

Am kommenden Sonntag wird die Eröffnung der Vernissage gegen 11 Uhr mit Bürgermeister Martin Wächter stattfinden. Danach wird die Ausstellung für vier Wochen im Rathaus zu sehen sein.

Ehefrau unterstützt

Mit Leitern, Hämmern und anderen Werkzeugen bauen die Künstler am Donnerstag ihre Ausstellung auf. Als Unterstützung helfen Baums Ehefrau und Gerd Müller-Aßhauer, ein Freund der Künstler. Der hat eine klare Meinung zur Kunst der beiden: „Kunst muss anregen und neu sein. Sie muss etwas noch nie Gesehenes sein“, erläutert er. Nachdem er eine schwere Skulptur mit Baum hochgehievt hat, sagt er: „Kunst muss auch schwer sein“.

Die Ausstellung ist in den letzten Zügen. „Unser Hauptthema ist Rost und Wasser“, erklärt Schulze. Die Bilder strahlen vor allem in der orange-roten Farbe des Rostes oder schillern in verschiedenen Blautönen.

Signatur

Vor etwa drei Jahren hat beispielsweise Baum die Kunst mit Rost für sich entdeckt. Seitdem wurden die Kunstwerke immer besser, wie seine Frau schildert. Doch wie kommt es, dass zwei Künstler so eng zusammenarbeiten? – „Irgendwann trafen wir uns durch Zufall wieder und haben dann unsere gemeinsame Vorliebe für Rost entdeckt“, so Schulze. „Quasi alte Freunde“, ergänzt Baum, der von seiner Kollegin freundschaftlich „Atta“ genannt wird. Dieser Name ist auch seine Signatur auf jedem Kunstwerk.

Kunst aus Stahl und Metallen, damit beschäftigt sich vor allem Baum. „Ich war früher Lehrer für Werken und Sport. Außerdem habe ich Werkzeugmacher gelernt“, erinnert sich der Künstler an seine Ursprünge. Er habe dann zuerst begonnen, Stahlskulpturen zu erschaffen. „Irgendwann stellte ich fest, wie schön die Witterung die Metalle verändert. Da war es mir zu schade, sie zu zerschneiden“, erklärte er nachdenklich.

Kupfer und alte Münzen

Daher wurden dann Bilder daraus. Bilder, die jetzt in der Galerie des Rathauses durch die Belichtung richtig zur Geltung kommen.

Auch Schulze hatte schon früh eine kunsttherapeutische Ausrichtung. Für sie ist es vor allem wichtig, nach dem Sport, den sie früher regelmäßig trieb, einen anderen Ausgleich zu finden. Stolz zeigt die Künstlerin eine ihrer ausgefallenen Skulpturen. „Das ist ein großes Holzstück, was ich mit Hand bearbeitet habe. Dann habe ich Kupfer und alte Münzen hinzugefügt“, erklärt sie.

Die Kunstwerke kosten die beiden Kreativen viel Zeit. „Hier wird alles ganz fein und genau bearbeitet“, verdeutlicht Schulze. Sie arbeitet vor allem mit Eisenpartikeln und Spänen. Obwohl die Bilder doch aus ähnlichen Materialien sind, wirken die Unterschiede faszinierend. Während Baum alle Kunstwerke aus Metallplatten macht, arbeitet seine Kollegin mit Leinwänden. „Natürlich sind das alles Unikate“, erklärt Frau Baum.

Glitzern

Je näher man die Bilder betrachtet, desto mehr erblickt man. Sie glitzern, sind dreidimensional. Die Farbe blättert – natürlich ist das so gewollt – teils ab. „Es ist interessant, jeder sieht in den Bildern etwas Anderes“, schildert Baum. Titel tragen seine Kunstwerke aus diesem Grunde nicht. Daher auch der Name der Ausstellung „Jenseits des Sichtbaren“.

Eine Herausforderung sei es für ihn vor allem, seine Skulpturen zu entwerfen. Bei den Bildern hätte er diese Schwierigkeit nicht: „Bei diesen Kunstwerken ist das kontrollierter Zufall.“

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