Lokführermangel

Bahn sucht in Menden jetzt Lokführer per Papp-Aufsteller

Die Bahn wirbt in Menden an der Walramstraße mit einem Papp-Aufsteller – und Guildo Horn –  für den Beruf des Lokführers.

Die Bahn wirbt in Menden an der Walramstraße mit einem Papp-Aufsteller – und Guildo Horn – für den Beruf des Lokführers.

Foto: Thekla Hanke

Menden.  Mit einer landesweiten Kampagne werben die Bahnen für den Beruf des Lokführers. In Menden steht ein Papp-Aufsteller vor der Agentur für Arbeit.

Der auffällige Papp-Aufsteller an der Walramstraße wirkt wie die Antwort auf die Zugausfälle auf der Hönnetalbahn in den vergangenen Wochen. Die Bahn wirbt unweit der Agentur für Arbeit für den Beruf des Lokführers. Derweil sind zuletzt am Samstagabend wieder mehrere Zugfahrten auf der Hönnetalbahn auf der Strecke geblieben. Die Bahn spricht schon seit längerem von Personalengpässen. Geht sie jetzt in die Offensive?

Uli Beele, Pressesprecher des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), nennt den Papp-Aufsteller, der unter anderem den Entertainer Guildo Horn mit Lokführermütze zeigt, eine „landesweite Branchenkampagne“ unter Schirmherrschaft des Landesverkehrsministeriums. „Hintergrund ist der eklatanter Lokführermangel“, bestätigt Beele.

Nach den Zugausfällen Ende September, als der Zugverkehr auf der Hönnetalbahn für ein Wochenende komplett eingestellt wurde, hatte ein Bahnsprecher die Ausfälle bereits mit dünner Personaldecke und hohem Krankenstand begründet.

Lokführer: intensive Ausbildung

Neben einem grundlegenden Fachkräftemangel, der auch andere Branchen betreffe, komme bei der Lokführerausbildung noch zweierlei erschwerend hinzu, erklärt Beele. Zum einen sei die Ausbildung sehr intensiv, zum anderen mache sich im Hintergrund die Diskussion um das autonome Fahren bemerkbar, die verunsichere. Beele hingegen ist überzeugt, dass jedem, der den Beruf des Lokführers heute wähle, bis zur Rente ein Arbeitsplatz garantiert werden könne.

Die Situation bleibe aber zunächst grundsätzlich angespannt, was auch für die Hönnetalbahn gelte. „Sobald etwas Unvorhergesehenes passiert, kann es einfach eng werden“, erklärt der NWL-Sprecher. Der NWL erwarte aber von DB Regio, dass Bahnreisende in solchen Fällen so gut wie möglich informiert werden. Sorgen von Fahrgästen, dass die Zugausfälle nur der Anfang einer schleichenden Aufgabe der Hönnetalbahn sein könnten, widerspricht Uli Beele vehement. „Wir sehen die hohe Bedeutung der Strecke, insbesondere für den Schülerverkehr.“ Die Strecke werde keinesfalls stiefmütterlich behandelt.

Aber auch aus Sicht der Eisenbahnfreunde Hönnetal nähmen die Ausfälle auf der Hönnetalbahn mittlerweile Oberhand, wie Pressesprecher Johannes Schmoll im Gespräch mit der WP erklärt.

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