WP-Stadtgespräch

Bettina Renfordt: „Für mich ist Menden auffallend sauber“

Bettina Renfordt, neue Ordnungsamtsleiterin der Stadt Menden.

Bettina Renfordt, neue Ordnungsamtsleiterin der Stadt Menden.

Foto: Johannes Ehrlich/Stadt Menden

Menden.  Bettina Renfordt (52) ist neue Leiterin des Ordnungsamtes. Was ihr aufgefallen ist. Was sie erlebt hat. Was sie noch unternehmen will.

Als die neue Mendener Ordnungsamtsleiterin Bettina Renfordt (52) im August aus ihrem Rathausfenster blickte, da sah sie als erstes das Zeltdach: „Mein erster Gedanke war wirklich: Das könnte mal in die Reinigung“, lacht sie. Ansonsten habe ihr Menden gut gefallen. Inzwischen frage sie sich schon manchmal, ob die Mendener eigentlich wissen, wie schön ihre Stadt ist. Die WP fragte die gebürtige Lünerin, die aus der Stadtverwaltung Hagen nach Menden wechselte und hier jetzt für Politessen ebenso zuständig ist wie für das Bürgerbüro, nach ihren Aufgaben und ihren Ansichten.

WP: Frau Renfordt, nach vier Monaten im Amt mal die Hand aufs Herz: Gefällt Ihnen Menden immer noch so gut wie am Anfang?

Bettina Renfordt: Für mich ist Menden eine auffallend saubere Stadt mit sehr viel Charme und einem regen Vereinsleben. Das zeigt, dass sich die Menschen hier wirklich für ihre Stadt interessieren. Den Wechsel aus der Hagener Verwaltung habe ich jedenfalls nicht bereut.


Was haben Sie vorher im Hagener Rathaus gemacht?

Da war ich die persönliche Referentin des Dezernenten für Recht, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.


Da kommt das Ordnungsamt ja auch schon vor!

Stimmt, und meine allererste Stelle war auch mal das Ordnungsamt – damals in Selm. Der Schritt aus Hagen war aber nicht nur fachlich konsequent: Ich wollte mehr Verantwortung tragen.

Was haben Sie überhaupt schon alles in Verwaltungen an Aufgaben übernommen?

Zum Beispiel habe ich die Verwaltung der Volkshochschule in Selm geleitet, was auch eine wirklich interessante Aufgabe war. Damals habe ich parallel noch Betriebswirtschaftslehre studiert, das war eine ganz andere Welt. Kurz danach wurde ich Leiterin der Stadtkasse und war für den Übergang ins Neue Kommunale Finanzmanagement zuständig. Wechsel sind immer spannend, für Beamtinnen und Beamte aber auch nichts Ungewöhnliches.

Warum jetzt das Ordnungsamt? Das hat doch eher mit Ärger zu tun: Knöllchen, Vorschriften, Auflagen...

Oh, ich war auch schon Standesbeamtin! Da treffen Sie natürlich auf sehr viel glückliche Menschen, die Sie auch noch zusammenbringen dürfen. Die Kehrseite dieser Medaille sind dann die Sterbefälle, die man ebenfalls zu bearbeiten hat. Da allerdings mit den Bestattungsprofis, was sehr hilft.

Trotzdem: Gerade Vereine stöhnen hier unter den Auflagen, die ihnen in Sicherheitskonzepten auferlegt werden. Auch wenn dafür eher die Polizei verantwortlich ist: Sie sitzen doch mit am Tisch und müssen im Zweifel vieles durchsetzen. Das macht einen nicht gerade beliebter...

Aber wir haben es in den allermeisten Fällen heute doch nur noch mit Fortschreibungen von bereits geschriebenen Sicherheitskonzepten zu tun. Da geht es oft nur um Ergänzungen, und wir treffen dabei meist auf erfahrene Vereinsvertreter. Ich glaube schon, dass die alle wissen: Wir wollen hier keinen schikanieren, und am Ende werden wir immer auf einen Nenner kommen, davon bin ich überzeugt.

Was haben Sie hier denn schon an Spannendem erlebt?

Eine ganze Menge in der kurzen Zeit! Erstmal habe ich meine neuen Kolleginnen und Kollegen kennengelernt, wobei es als Neue gar nicht so einfach ist, sich alle Namen so schnell wie möglich zu merken! Die Alltagsaufgaben ähneln sich natürlich von Stadt zu Stadt: zum Beispiel die Organisation des Wochenmarktes oder die verkaufsoffene Sonntage. Aber es gab auch schon den Mendener Herbst mit dem großen Ast, der unmittelbar vorher auf ein Auto und die Geschichtssäule krachte. Es galt die große Rom-Fahrt des Walburgis-Gymnasiums zu organisieren, mit 1000 Schülern in 19 Bussen. Nach dem Brand am Grüner Weg waren betroffene Bewohner unterzubringen, und nach der Bombendrohung gegen KiKi-Island am Samstag stand auch unsere Bereitschaft parat. Also, langweilig wird’s wirklich nicht.


Was haben Sie sich hier vorgenommen? Dass Kippen wegschnippen bald 75 Euro kosten soll wie in Mannheim? Oder ein klebriges Kaugummi 100 Euro?

Nein. Erstens tut man immer gut daran, nicht mit fertigen Programmen zu kommen, wenn man auf gewachsene Strukturen trifft. Zweitens: Menden wirkt auf mich im Vergleich zu anderen Städten tatsächlich sehr sauber, dazu trägt auch die sehr hohe Mülleimerdichte in der Innenstadt bei. Außerdem sprechen wir Raucher, die ihre Zigarettenstummel achtlos wegschnippen, auch heute schon darauf an.

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