Polizeieinsatz

Bombendrohung gegen Kiki Island in Menden: Polizei ermittelt

Bombendrohung gegen den Indoor-Spielplatz Kiki Island in Menden. Sprengstoff-Spürhunde werden eingesetzt.

Bombendrohung gegen den Indoor-Spielplatz Kiki Island in Menden. Sprengstoff-Spürhunde werden eingesetzt.

Foto: Corinna Schutzeichel / WP

Menden.  Nach stundenlangem Polizeieinsatz steht fest: Es gab keine Bombe in Kiki Island. Neben zahlreichen Polizisten waren Spürhunde im Einsatz.

Zwei Sprengstoff-Spürhunde haben am Samstag mehrere Stunden das Gebäude von Kiki Island durchsucht. Am Nachmittag, gegen 15 Uhr, war in Mendens Indoor-Spielplatz eine Bombendrohung eingegangen. Am Abend kam die erlösende Nachricht: Es wurde keine Bombe gefunden.

Die riesige Spielhalle war am Nachmittag etwa zur Hälfte gefüllt. Rund 500 Kinder und Erwachsene hielten sich zu dem Zeitpunkt dort auf. Als die Bombendrohung dort einging, alarmierten die Betreiber unmittelbar die Polizei: „Wir haben auf der Wache in Menden angerufen“, berichtet Inhaberin Sabrina Kißmer im Gespräch mit der Westfalenpost. In Absprache mit den Beamten gab es Lautsprecher-Durchsagen, durch die die Besucher zum Verlassen der Räume aufgefordert wurden. „Das Ganze passierte ohne große Aufregung, problemlos und schnell“, fasst Polizeisprecher Christof Hüls zusammen.

Die Polizei forderte Sprengstoff-Spürhunde an, die aus Dortmund und Düsseldorf nach Menden gebracht wurden. Zwischenzeitlich wurde überlegt, einen dritten Spürhund einzusetzen. Am Abend blieb es dann aber bei den beiden Belgischen Schäferhunden, die die vergleichsweise großen und verwinkelten Räumlichkeiten mit ihrer Spürnase abschnüffelten.

Anstrengende Nasenarbeit für Hund

Immer wieder mussten die Hunde während ihrer Einsätze Pausen einlegen. „Nasenarbeit ist sehr anstrengend für die Tiere“, erzählte einer der beiden Hundeführer, der mit seinem zehn Jahre alten Schäferhund Ned vor Ort war. „Hunde können nicht stundenlang durchschnüffeln.“ Zwischendurch machten Polizeibeamte Sichtprüfungen, erklärte Christof Hüls, um so einen Teil des Areals zu kontrollieren, den die Hunde dann nicht mehr absuchten mussten. Theoretisch, so berichtete ein Hundeführer, „könnte ja an jedem Stuhlbein, an jedem Tisch etwas versteckt sein“.

Die beiden Malinois-Hunde mussten regelmäßig Pausen einlegen, durften dann nach draußen, dort ein paar Meter laufen, Wasser trinken und im Einsatzwagen ohne viele zusätzliche Sinneseindrücke verschnaufen.

Spieltrieb und Arbeitsfreude sind die beiden Haupt-Merkmale, über die ein Sprengstoff-Spürhunde verfügen muss, erläuterte ein Hundeführer. In einer 14-wöchigen Ausbildung mit anschließender Prüfung werden die Tiere auf ihre Einsätze vorbereitet.

Zusammenspiel von Tier und Mensch

Wie wichtig das perfekte Zusammenspiel von Hundeführer und Tier ist, beschreibt einer der eingesetzten Bundespolizisten: „Wenn ein Drogen-Spürhund nichts findet, obwohl was da war, dann freut sich vielleicht jemand, der dann nicht erwischt wurde. Aber wenn ein Sprengstoff-Spürhund einen Fehler macht, dann geht es um Menschenleben.“ Sein Hund sei „Partner von ersten bis zum letzten Tag“, wohne bei ihm zu Hause und werde dort auch, wenn er in die Hunde-Rente geht, bleiben.

Und wie würde der Vierbeiner einen Fund anzeigen? „Man muss seinen Hund lesen können“, beschreibt der Hundeführer. Das Tier würde im Fall eines Fundes reglos verharren, so ist es ausgebildet: „Der Hund muss absolut passiv sein. Jede Erschütterung könnte zu einer Detonation führen.“

Im Kiki Island verlief der Einsatz glücklicherweise glimpflich. Unter den Besuchern waren am Nachmittag auch die Gäste mehrerer Geburtstagsfeiern, erzählt Kiki-Island-Inhaberin Sabrina Kißmer. „Die waren natürlich enttäuscht. Aber wir haben den Besuchern Gutscheine gegeben.“ Mitarbeiter hätten Kinder, die alleine auf dem Indoor-Spielplatz waren, nach Hause gefahren.

Polizei beendet Einsatz am Abend

Gegen 19.25 Uhr beendete die Polizei den Einsatz und gab die Räume wieder frei. Am Sonntag konnte Kiki Island wieder regulär öffnen.

Die Ringstraße, die zu Kiki Island am Blumenweg führt, wurde am Nachmittag bis in den Abend komplett gesperrt. Umliegende Geschäfte wie Kaufland, Hagebaumarkt und Aldi waren von den Sperrungen und der Evakuierung nicht betroffen.

Frage nach Hintergründen völlig offen

Die Polizei hält sich aus ermittlungstaktischen Gründen bedeckt zu der Frage, auf welchem Weg die Bombendrohung bei Kiki Island eingegangen ist. Auch die Frage nach den Hintergründen ist derzeit völlig offen: „Das wäre reine Spekulation“, sagt Christof Hüls. Fest stehe, dass eine Bombendrohung „eine ernste Sache ist, das ist kein Spaß, das ist ein Straftatbestand“. Die Polizei ermittelt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben