Gastronomie

Bonkers Menden: Welches Experiment David Poloczek jetzt wagt

| Lesedauer: 4 Minuten
Gastronom David Poloczek in seinem Lokal Bonkers in Menden

Gastronom David Poloczek in seinem Lokal Bonkers in Menden

Foto: Sophie Beckmann / WP

Menden.  In unsicheren Zeiten ist es ein Wagnis. David Poloczek betreibt seit 2016 das Edelburger-Restaurant „Bonkers“ in Menden. Was er jetzt geplant hat.

David Poloczek, seit Mai 2016 erfolgreicher Betreiber des Burger-Restaurants „Bonkers“ am Mendener Bahnhof, stellt seine Öffnungszeiten um. Ab dem 5. Dezember soll das Edelburger-Restaurant auch montags versuchsweise wieder öffnen. Zuletzt war der Montag als Ruhetag eingetragen, vor Oktober auch der Dienstag. „Der Montag ist jetzt ein Experiment. Wir haben eine Umfrage bei Instagram gemacht. Die war zwar nicht repräsentativ, aber sehr ermutigend“, schildert David Poloczek. Im Gegenzug allerdings öffnet das „Bonkers“ seit dem Herbstanfang aber auch nicht mehr wie bis dahin nachmittags um 15 Uhr, sondern immer erst ab 17.30 Uhr. +++ Lesen Sie auch: Bonkers zeigt, dass Gastro am Bahnhof Menden funktioniert +++

Es sind Entscheidungen, mit denen Poloczek seinen Betrieb auf aktuelle Entwicklungen einstellen will: auf die Personalknappheit, auf die Preissteigerungen im Einkauf, auf erwartete Energie-Nachzahlungen und auf ein – im Guten wie im Schlechten – kaum noch berechenbares Kundenverhalten. All das trifft indes nicht nur das „Bonkers“ an der Unteren Promenade, sondern die gesamte Gastronomie in Menden und der ganzen Republik.

Preiserhöhungen nicht dazu da, „dass sich die Gastronomen die Taschen vollmachen“

Poloczek ist es ein Anliegen klarzustellen, dass die Preise, die auch bei ihm erhöht wurden, „nicht dazu da sind, dass sich die Gastronomen die Taschen vollmachen“. So koste Frittierfett mittlerweile glatt doppelt so viel wie vor dem Ukraine-Krieg, und ein Burger-Restaurant braucht viel Frittierfett. Zudem ist Poloczek stolz darauf, dass er die Brötchen und das Fleisch für seine Burger nach wie vor in Menden einkauft. Auch das sei natürlich teurer geworden. Doch an der Qualität zu sparen hält der studierte Hotel- und Eventmanager für grundfalsch, „zumal wir bei unseren Kundinnen und Kunden dabei auf viel Verständnis und Sensibilität treffen.“ So sei nach einem schwachen Oktober der November ganz stark gewesen: „Wir waren häufig ausgebucht.“

Über die Gründe für solche Booms und Flauten könne man viel spekulieren. Einerseits müssten auch die Gäste bei ihren Einkäufen im Alltag überall selber mehr bezahlen. Andererseits sei das Essen im Restaurant eben auch eine willkommene Ablenkung davon. „Man blickt da nicht mehr durch. Eine mittel- oder gar langfristige Planung ist für uns seit Corona für unsereins eigentlich gar nicht mehr möglich.“

So müsse derzeit jeder seinen Weg finden. Für ihn sei die durchweg spätere Öffnungszeit im Bonkers zum einen eine Reaktion auf den schwächeren Besuch am Nachmittag und auf die Energiepreise. Zugleich aber will Poloczek seinem sechsköpfigen Team damit tagsüber auch mehr Luft verschaffen – erst recht, wenn jetzt noch ein weiterer Betriebstag hinzukommt. Und wer sich die Erfolgsstory des Burger-Bräters am Bahnhof ansieht, stellt fest, dass es immer schon Veränderungen gegeben hat. So bot Bonkers anfangs auch noch Frühstück und Mittagessen an. +++ Auch interessant: Mendener Einzelhandel und Gastronomie aufeinander angewiesen +++

Neue Kraft für das Restaurant Bonkers erweist sich als Glücksfall

Dass es überhaupt zu dem Gedanken an die Montags-Öffnung kommen konnte, liege an einer neuen Kraft, die sich laut Poloczek als Glücksfall für das Burger-Restaurant entpuppt hat: „Mit ihm können wir das wagen.“ Für David Poloczek war es schon fast ein Wunder, überhaupt noch eine gute Gastro-Kraft hinzubekommen zu haben. „Das ist nach den Corona-Lockdowns überall extrem schwierig geworden.“ So sei es nach der Heraufsetzung des Mindestlohns inzwischen üblich geworden, vermögenswirksame Leistungen oder auch Gratis-Tickets fürs Fitnessstudio als Extras anzubieten.

Doch trotz allem: Ein neuer Öffnungstag ist eben nicht nur ein Wagnis, sondern auch ein Zeichen für Hoffnung und Optimismus. Und das in einer Branche, die an vielen Stellen mit Problemen zu kämpfen hat, die sich vor drei Jahren wohl noch keiner vorstellen konnte.

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