Ausflugsfahrten

Christian Niebecker: Busse sind seine große Leidenschaft

Christian Niebecker ist als Busfahrer für den Mendener Reisedienst Filthaut & Reusch unterwegs.

Christian Niebecker ist als Busfahrer für den Mendener Reisedienst Filthaut & Reusch unterwegs.

Foto: Christian Niebecker

Menden.  Christian Niebecker ist als „der freundliche Busfahrer Christian“ über Menden hinaus bekannt. Jetzt organisiert er Ausflüge – das ist sein Hobby.

Christian Niebecker ist Busfahrer mit Leib und Seele. Der Mendener organisiert nun in seiner Freizeit Ausflugsfahrten per Bus. Gleichzeitig stimmt es ihn nachdenklich, wie die Corona-Krise das Miteinander der Menschen verändert hat.

Die Idee hatte Christian Niebecker schon vor mehreren Jahren. Damals bot er eine Sonderfahrt für so genannte Bus-Spotter an. Das sind Menschen, die möglichst viele verschiedene Busse – und oftmals auch deren Fahrer – sehen und fotografieren möchten. Ähnliches gibt es beispielsweise auch in anderen Bereichen, das Spotting (engl. von „beobachten“, „sichten“) bezieht sich dabei beispielsweise auf Lokomotiven, Flugzeuge oder Schiffe. Aus der Idee habe sich „ein kleines Hobby“ entwickelt, wie Christian Niebecker im Rückblick sagt. Dennoch fehlte es zunächst an der Möglichkeit, die Ideen in die Realität umzusetzen.

Als sein Arbeitgeber, der Mendener Reisedienst Filthaut & Reusch dann im vergangenen Jahr einen neuen Reisebus bekommen habe, „habe ich meinem Chef vorgeschlagen, ob wir nicht mal selbst Fahrten anbieten wollen“. Bislang hätten andere Reiseanbieter oder Vereine den Reisebus für Ausflugsfahrten gemietet.

Tagesfahrt zum Hafengeburtstag

Christian Niebecker organisierte damals eine Tagesfahrt zum Hafengeburtstag nach Hamburg. „Nach zehn Tagen war die Fahrt ausgebucht“, erinnert sich der 43-Jährige nicht ohne Stolz.

Als die Corona-Pandemie kam, sei die Idee der Tagesfahrten neu belebt worden. Denn zahlreiche Unternehmen und Vereine, die den Reisebus eigentlich bereits tageweise gebucht hatten, „haben ihre eigenen Fahrten abgesagt. Ab dem 13. März kamen immer mehr Stornierungen.“

Also organisierte Christian Niebecker erneut einen Ausflug mit dem Reisebus in Eigenregie – im Juli unternahm er eine Tagesfahrt nach Norddeich. „Das lief richtig gut“, erklärt er. Dann allerdings sei hier die Nachfrage eingebrochen: „Das war, als der Tönnies-Skandal kam“, blickt er zurück.

Zwei-Tages-Fahrt nach Berlin

Und so musste Christian Niebecker im Laufe der vergangenen Wochen geplante Fahrten absagen, da es zu wenig Anmeldungen gab. Nun der erste Lichtblick: Eine von ihm für Oktober geplante Zwei-Tages-Fahrt nach Berlin kann stattfinden, es haben sich bislang 15 Mitreisende angemeldet. Weitere Interessenten können noch dazukommen, berichtet Christian Niebecker.

Die besondere Schwierigkeit bei der Organisation aller Fahrten sei, flexible Hotels zu finden. „Für Berlin habe ich nach langer Suche ein Hotel gefunden, das erst bei der Anreise bezahlt werden muss“, erklärt Christian Niebecker. Vor jeder Fahrt schreibt Christian Niebecker ein Konzept, das er seinem Chef vorlegt. „Und wenn er einverstanden ist, organisiere ich alles, verhandele mit den Hotels, fahre den Bus und betreue die Reisenden natürlich auch vor Ort.“ Die komplette Vorarbeit mache er unentgeltlich und als Hobby.

Keine Atemschutzmaske am Platz

Eine Atemschutzmaske müssen die Mitfahrer auf ihren Plätzen übrigens nicht tragen, sagt Christian Niebecker. Das wäre notwendig, wenn der Bus mit 53 Plätzen voll ausgebucht wäre. Das aber werde so nie geplant: „Der Bus ist maximal halbvoll.“ Die Kunden tragen dann beim Einstieg – mit Abstand – die Maske, am Platz dürfen sie sie abnehmen.

Und warum organisiert der Mendener Busfahrer diese Reisen? „Ich mache das ehrenamtlich“, berichtet er. „Zum einen will ich meinen Arbeitgeber unterstützen. Und zum anderen macht es mir einfach Spaß.“

Darüber hinaus gebe es bei diesen Fahrten natürlich komplett andere Fahrgäste als bei den Linienfahrten. Es stimmt Christian Niebecker traurig, wenn er erzählt, wie die Corona-Pandemie viele Menschen verändert hat. „Bei den Linienfahrten sind manche Kunden richtig aggressiv im Bus, andere spielen sich auf, als wenn sie die Polizei wären“, hat er beobachtet. Sage er beim Einstieg ein freundliches „Guten Morgen“ oder „Guten Tag“, antwortet „nur noch einer von 20. Das war früher anders.“ Seine Fahrgäste, das hat sich Christian Niebecker vorgenommen, will er dennoch weiter freundlich grüßen. Denn immerhin ist er auf Facebook, im Internet und auf Instagram auch als „Der freundliche Busfahrer Christian“ unterwegs.

Weitere Infos: www.derfreundlichebusfahrerchristian.com/

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