Schützenzug-Unglück

Chronologie: Der 19. Juli 2009 und die Tage danach

Am 19. Juli 2009 rast ein Rentner mit seinem Auto in den Schützenfestzug von St. Hubertus Menden-Nord

Am 19. Juli 2009 rast ein Rentner mit seinem Auto in den Schützenfestzug von St. Hubertus Menden-Nord

Foto: DINSLAGE, Martina / WP

Am 19. Juli 2019 jährt sich das Mendener Schützenzug-Unglück zum 10. Mal. Die Chronologie des Geschehens.

19. Juli 2009:

Ein 79-jähriger Mendener fährt am Nachmittag mit seinem Auto in den Festzug der Schützenbruderschaft St. Hubertus Menden-Nord. Der Fahrer überholt den Rot-Kreuz-Wagen am Ende des Zuges, danach rast er in den Schützenzug. Erst nach mehr als 100 Metern kommt der Wagen zum Stehen. Zwei Menschen sterben – Offiziere der Hubertus-Bruderschaft, 40 und 69 Jahre alt. Mehrere Dutzend Menschen werden zum Teil schwer verletzt, zwei schweben am Abend noch in Lebensgefahr. Überall liegen Verletzte auf der Straße. Der Unfallverursacher sitzt, an der Stirn blutend, lange auf einer kleinen Mauer neben seinem Fahrzeug, schaut immer wieder auf das schreckliche Bild, das sich seinen Augen bietet. Später wird er ins Krankenhaus gebracht.

Um 17.30 Uhr trifft die Meldung ein, dass ein weiterer Mann seinen Verletzungen erlegen sei, vier Stunden später berichtigt sich die Polizei: „Der Mann konnte wiedergeholt werden.”

20. Juli 2009:

Statt des geplanten Vogelschießens findet am Abend ab 18 Uhr in der Walburgiskirche ein Trauer-Gottesdienst für die verstorbenen Mendener statt.

21. Juli 2009:

Der Unfallfahrer schweigt zur Frage nach der Ursache. Die Staatsanwaltschaft leitet ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung ein.

22. Juli 2009:

Die Zahl der Todesopfer erhöht sich auf drei. In der Nacht zu Mittwoch erliegt ein 34-jähriger Familienvater, ebenfalls Mitglied der Hubertus-Schützen, seinen schweren Verletzungen.

29. Oktober 2009:

100 Tage nach der Katastrophe blickt Hubertus in die Zukunft und plant eine Gedenkstätte.

14. November 2009:

Auf dem Grünstreifen bei „Wette” werden ein Wegkreuz und Findling eingeweiht, um der Opfer des Unglücks zu gedenken.

Juli 2010:

Ein Jahr nach dem Unglück sagt Polizei-Opferschutzbeauftragter Frank Uwe Beenß, er könne sich an keinen anderen Unglücksfall in der Region erinnern, der derart tiefe Spuren hinterlassen habe wie das Mendener Schützenzug-Unglück. Nicht nur die unmittelbar Betroffenen benötigten erste Hilfe, sondern auch Augenzeugen. Der Unfallfahrer äußert sich immer noch nicht.

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