Für Klassenräume

Corona in Menden: Luftreiniger stehen zum Test im Rathaus

Bürgermeister Dr. Roland Schröder mit einem der beiden Luftreinigungsgeräte für Schulen, die im Rathaus gerade in zwei größeren Räumen getestet werden.

Bürgermeister Dr. Roland Schröder mit einem der beiden Luftreinigungsgeräte für Schulen, die im Rathaus gerade in zwei größeren Räumen getestet werden.

Foto: Johannes Ehrlich/ Stadt Menden

Menden.  Bürgermeister Schröder will die rasche Anschaffung von Luftreinigern gegen Corona-Viren in Mendener Klassenräumen. Doch es gibt Hürden.

Zwei Test-Geräte stehen schon im Rathaus: Um die Unterrichtssituation von tausenden Kindern und Jugendlichen in Mendener Schulen zu verbessern, hatte der neue Bürgermeister Dr. Roland Schröder versprochen, sich für die baldige Anschaffung von Luftreinigungsgeräten für Klassenzimmer einzusetzen – notfalls per Dringlichkeitsentscheidung (WP berichtete). Doch angesichts möglicher Kosten oberhalb von 300.000 Euro für bis zu 350 Geräte muss Schröder die Politik einbinden, die vom Bürgermeister angestrebte Bestellung noch in den nächsten Tagen erscheint daher eher unwahrscheinlich: Am 1. Dezember will sich der städtische Schulausschuss des Themas annehmen.

Rechtssichere Lösung gesucht

„Wir wollen gemeinsam eine politisch und rechtssicher getragene Lösung für unsere Kinder finden“, betont der Ausschussvorsitzende Peter Maywald die Einigkeit mit Schröder.

Die Sitzung sei aus mehreren Gründen notwendig. Einmal gebe es weitere Anträge wie den der SPD zur Anschaffung von CO-Messgeräten, deren Nutzen politisch zu diskutieren sei – und zwar auch unter Einbindung der Schulleiterinnen und Schulleiter im Fachausschuss. „Gerade heute habe ich dem Bürgermeister ein Gerät vorstellen können, das aus meiner Sicht alle Anforderungen erfüllt. Die Verwaltung prüft das jetzt ebenfalls“, erklärte Maywald.

Daneben müsse man die Möglichkeiten von getrenntem Präsenz- und Digitalunterricht untersuchen. Zudem werde der Schulausschuss über Schichtunterricht (vormittags die Klassen 5 bis 7, nachmittags die älteren Jahrgänge) und der Staffelung von Schul-Anfängen zur Entlastung voller Schulbusse sprechen.

Teufel im Detail: Landesförderung nur für Klassenräume ohne Außenbelüftung

Auch zu den Luftreinigern gibt es noch viele Fragen, die vor der Bestellung zu klären sind. „Da ist eine Landesförderung, die für uns kaum in Frage kommt, weil sie Zuschüsse für Geräte nur in Klassenräumen vorsieht, die gar nicht belüftet werden können“, sagt Schröder. Die aber gebe es in Menden zum Glück aber praktisch nicht.

Idee: Investor könnte Geräte kaufen – und an die Stadt verleihen

Will die Stadt die Anschaffung nicht komplett selber finanzieren, gebe es zwei weitere Möglichkeiten, die laut Schröder im Rathaus ausgelotet werden: Zum einen sei eine Anschaffung durch ein Unternehmen denkbar, das die Geräte dann an die Stadt verleiht. Falls aber die Stadt die Investition doch selbst tätigt, soll diese coronabedingte Ausgabe in die dafür mögliche längere Abschreibung zu schieben sein.

Zulassung, Brandsicherheit und Lautstärke der Geräte zu beachten

Auch könne sich die Pflicht zur europaweiten Ausschreibung als hinderlich erweisen. Doch auch dafür gebe es wegen der epidemischen Lage mittlerweile offenbar Abkürzungsmöglichkeiten. Zu beachten seien neben alledem noch technische Details wie die Zulassung, die Brandsicherheit und die Lautstärke der Geräte, die im laufenden Unterricht eingesetzt werden sollen – zusätzlich zum Stoßlüften, wie Schröder ausdrücklich betont. „Es gibt Geräte, die brummen mit 50 Dezibel und mehr.“

Nach Angaben von Schröder gibt es im Rathaus jetzt viel zu untersuchen. Das gemeinsame Ziel bleibe aber die rasche Ausstattung der Klassen.

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