Imkern

Die ersten Gläser mit Rathaus-Honig sind da

Urbanes Imkern: Robin Folgnandt hat seit einem Jahr zwei Bienenvölker auf das Rathausdach gesetzt. Jetzt ist der erste Honig geschleudert.

Urbanes Imkern: Robin Folgnandt hat seit einem Jahr zwei Bienenvölker auf das Rathausdach gesetzt. Jetzt ist der erste Honig geschleudert.

Foto: WP

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Menden. Die Bienen auf dem Rathaus-Dach waren fleißig: Jetzt hat Imker Robin Folgnandt die ersten Gläser vom „Original Mendener Rathaus-Honig“ geerntet. Bis Mitte Juli kann der Jung-Imker noch zweimal Honig schleudern. In dieser Saison werden die Rathaus-Bienen dann rund 300 Gläser Honig produziert haben.

Der „Original Rathaus-Honig“ soll erstmals bei einer Versteigerung bei der Menden-à-la-Carte-Eröffnung im August zu kaufen sein. „Der Erlös dieser Versteigerung ist für einen guten Zweck gedacht“, sagt Bürgermeister Volker Fleige. Die Restbestände gehen dann ins Bürgerbüro, wo sie gekauft werden können.

Der Honig sei ein wenig dunkler als der seiner anderen Völker, beschreibt Robin Folgnandt das Produkt. Das hänge mit den Gegebenheiten der Umgebung zusammen, in der sich die Bienen tummeln. Sie fliegen bis zu zwei Kilometer weit, im Rathaus-Honig steckt also vor allem der Blüten-Ertrag aus der Innenstadt.

Die Idee für Mendens Rathaus-Honig hatte Robin Folgnandt, der bereits mit 13 Jahren mit dem Imkern angefangen hat. Er schrieb Bürgermeister Volker Fleige über Facebook an und stellte ihm die Idee vor. Im vergangenen August siedelte Folgnandt die Bienen auf dem Rathaus-Dach an. Beschwerden über die summenden Untermieter auf dem Dach habe es nicht gegeben, sagt Ulrike Schriever vom Immobilien-Service der Stadt.

Nur gestern Nachmittag wäre ein Besuch der zwei Bienenvölker vielleicht anders verlaufen. „Die Tiere spüren die Witterung. Nach einem Gewitter sind die Bienen verwirrt“, sagt Robin Folgnandt. „Man sollte sie dann nicht besuchen.“ Robin Folgnandt stellt sein Imker-Wissen übrigens kostenlos zur Verfügung. Er möchte am Rathaus-Honig nicht verdienen, sondern möchte nur seine Kosten gedeckt wissen.

Die Bienenzucht in Innenstädten ist ein Trend, der sich international durchsetzt, so genanntes „Urban Bee­keeping“ (Urbanes Imkern). Das Projekt „Berlin summt“ hat zum Beispiel dafür gesorgt, dass inzwischen sogar auf dem Reichstag Bienenkästen stehen. Und vielleicht hat der Mendener Rathaus-Honig bald auch Vorbild-Charakter. Denn nach den ersten Berichten hatte sich die Stadtverwaltung München bei der Verwaltung gemeldet: Auch auf das Münchener Rathaus-Dach sollen Bienenvölkern ziehen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben