Heimat-Urlaub

Ehepaar Hering zieht sich langsam aus der Arche Noah zurück

Arche-Leiter Ulrich Hering im WP-Gespräch. Foto: Arne Poll, WP

Arche-Leiter Ulrich Hering im WP-Gespräch. Foto: Arne Poll, WP

Foto: Arne Poll / Westfalenpost

Menden.  2006 haben Ulrich und Gerda Hering das Naturschutzzentrum Arche Noah eröffnet. In den nächsten Monaten geben sie es in die Hände von Svenja Klems.

Der Übergang vollzieht sich fließend. Ulrich und Gerda Hering geben das Naturschutzzentrum in den kommenden Monaten in die Hände von Svenja Klems. Die 36-Jährige ist bereits mit in die Arbeiten eingebunden. Und Ulrich Hering wird auch über die Jahreswende hinaus noch jene Aufgaben begleiten, die er selbst mit auf den Weg gebracht hat. Ob ihm das Abgeben schwer falle? „Nein, aber schwer fällt mir, dass ich immer noch Ideen habe, ich aber weiß, dass ich sie nicht mehr umsetzen kann“, sagt der 66-Jährige.

Liebe zur Naturschutzarbeit

2003 haben Ulrich und Gerda Hering (64) einen Übernahmevertrag für das Gelände des ehemaligen Freibades Arche Noah mit der Stadt geschlossen. „Wir haben dann drei Jahre lang gebaut“, blickt Ulrich Hering zurück. 2006 konnte das Naturschutzzentrum schließlich eröffnet werden. „Dass wir das stemmen könnten, daran haben wir damals fast selber nicht geglaubt.“ Der 66-Jährige wagte damals den Sprung aus einem festen Job heraus. Der gelernte Straßenbaumeister hatte sich zu dem Zeitpunkt bereits viel mit Naturschutzarbeit befasst.

„Die Landesgartenschau in Hemer hat uns damals geholfen, mit dem Naturschutzzentrum in feste Jobs zu kommen.“ Die Mendener übernahmen damals das „Grüne Klassenzimmer“ als außerschulischen Lernort. „Mehr als 17.000 Kinder haben daran teilgenommen“, rechnet Ulrich Hering vor. Eine Erfolgsgeschichte: „Inzwischen kommen wir langsam an die 100.000er-Marke ran.“ Aktuell sind im Naturschutzzentrum sechs Mitarbeiter beschäftigt, zum 1. August nimmt noch ein Bufdi seinen freiwilligen Dienst auf.

Naturschutzzentrum weit über Mendens Grenzen hinaus bekannt

Die Teilnehmer kommen überwiegend aus dem Märkischen Kreis, den Kreisen Unna und Soest. Die verschiedenen Projekte machen Menden damit weit in die Region hinein bekannt. Zumal die Arche eines von 25 Regionalzentren Bildung nachhaltige Entwicklung ist, die vom Land gefördert werden. Die Förderung muss Jahr für Jahr neu beantragt werden.

„Out of school“ ist das jüngste Pilotprojekt, an dem sich das Mendener Naturschutzzentrum beteiligt. Gemeinsam mit fünf Grundschulen sollen an 17 Lernorten in Menden Nachhaltigkeitsziele sichtbar gemacht werden.

Dass sich viele junge Menschen aktuell in Bewegungen wie „Fridays for future“ für Klimaschutz und Nachhaltigkeit engagieren, findet Naturschützer Hering „richtig klasse“. Aber er wünsche sich auch, dass sich die Jugendlichen verstärkt in sozialen Projekten engagieren und nicht nur demonstrieren. „Man kann nicht alles nur der Politik zuweisen“, sagt der 66-Jährige.

36-Jährige reizt außerschulische Arbeit

Svenja Klems, die das Naturschutzzentrum übernehmen wird, hat während ihres Studiums – Biologie und Pädagogik auf Lehramt – in der Arche gejobbt und sie „kennen und lieben gelernt“, sagt die 36-jährige Schwerterin.

„Die außerschulische Arbeit finde ich sehr reizvoll, und aktiv etwas in der Natur zu tun.“ In Zukunft will sie vor allem auch neue Programm entwickeln. Auch Nachhaltigkeit wird eine Rolle spielen, für das Naturschutzzentrum kein neues Thema. Inzwischen aber zieht es weite Kreise. „Und das ist auch gut so“, sagt Svenja Klems.

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