Freibad

Ehrenamtliche stemmen den Betrieb im Bürgerbad Leitmecke

Aktion Heimat-Urlaub in Menden: Das Foto vom 24.7.19 zeigt die WP-Redaktion im Freibad Leitmecke in Menden. Josie Becker (18) ist Freibadaufsicht.  Foto: Arne Poll, WP

Aktion Heimat-Urlaub in Menden: Das Foto vom 24.7.19 zeigt die WP-Redaktion im Freibad Leitmecke in Menden. Josie Becker (18) ist Freibadaufsicht.  Foto: Arne Poll, WP

Foto: Arne Poll / Westfalenpost

Menden.  Ohne Ehrenamtliche liefe hier nichts. Ein spannender Blick hinter die Kulissen.

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Josie Becker hat alles im Blick. Die 18-Jährige schaut über das Wasser. Alles ruhig in der Leitmecke. Die meisten Badegäste plantschen um diese Zeit ganz gelassen. Bei 37 Grad ist keiner auf Höchstleistungen aus. Die Badeaufsicht muss eher bei kleineren Zwischenfällen einspringen: Zecken, Wespenstiche und Schürfwunden. Kommt vor in einem Freibad. „Ich musste noch keinen richtig retten“, sagt die Hobby-Schwimmerin, die über den SV Bieber zur Leitmecke kam.

Es ist purer Zufall (aber nicht ganz unrecht), dass die Lokalredaktion für ihren Heimat-Urlaub in der Leitmecke ausgerechnet den bislang heißesten Tag des Jahres ausgesucht hat. Hinter den Kulissen herrscht bereits am Morgen Vollbetrieb.

Georg Pesch (70) hat die Chlor-Anlage ein wenig mehr aufgedreht. Bei mehr Gästen und höheren Temperaturen muss die Wasserqualität stimmen. Pesch hat früher für die Stadt die Bäder betreut und kennt sich bestens aus mit der Technik. In dem Raum oberhalb der Kasse befindet sich die große Filteranlage mit drei Kammern. Die Kammern sind noch aus den 50-er Jahren, aber besser als alles, was man heute so bekommen kann, sagen die Verantwortlichen. „Die Technik dahinter ist ganz modern“, erklärt Pesch. Er schüttet die Flüssigkeiten nach, die verlorene Haare binden kann, misst PH-Wert und Chlorgehalt, damit die Wasserchemie stimmt – alles ehrenamtlich. „Ich weiß ja wie’s geht.“

In den Katakomben unter dem Bad

Und dann – Pardon, ein Herr muss mit Liegestuhl und Sonnenschirm zur Seite rücken – öffnet Pesch noch am Beckenrand eine Klappe im Boden. Über eine Leiter geht es hinab zum großen Vorfilter, der alles Grobe aus dem Wasser fischt, was so drin schwimmt. Was genau, will man nicht unbedingt wissen. Am Morgen ist der Filter jedenfalls blitzblank, wie das restliche Bad.

Die Damen vom Kiosk wollen sich mal die Seele frei reden. Sie haben sich geärgert, weil neulich ein Gast in der WP gesagt hat, dass er die Toiletten zu dreckig findet. „Das stimmt nicht. Unsere Toiletten sind nicht dreckig.“ Klar, die Anlage sei immer nur so sauber, wie sie der letzte Besucher hinterlassen hat, aber es gebe nun einmal regelmäßige Reinigungszyklen. Und Sauberkeit, das betonen hier alle, sei ganz wichtig. Unfair: Einem Mitarbeiter wurde auf dem Parkplatz sein Fahrrad gestohlen.

Und dann sind da noch Paul und Monika Nagel. Das Ehepaar sitzt wie in der Bahn hintereinander und liest Westfalenpost, er vorne, sie hinten. So deckt der Schatten des Sonnenschirms beide ab. In der prallen Sonne lässt es sich am Nachmittag am Beckenrand gerade kaum aushalten. Autsch, wer zu lange stehenbleibt, dem glühen auf dem Backsteinboden schnell die Füße.

Sonnenmilch literweise

Auf der Liegewiese wird mittlerweile Sonnenmilch literweise ausgeschenkt. Am Kiosk herrscht Hochbetrieb: Pommes, Cola und ganz viel Eis – das volle Programm. Josie Becker hat gegen 16 Uhr Schichtende. Was nicht heißt, dass es im Freibad so langsam leer würde. Im Gegenteil: Jetzt kommen immer mehr Jugendliche. Es sind ja Ferien. „Gleich sind die Kollegen wahrscheinlich sogar zu dritt“, sagt die Badaufsicht. Denn in dem Gewusel im Becken wird es so schnell unübersichtlich. Es soll ja nichts passieren. Badeunfälle sind in der Leitmecke eher selten. Toi. Toi. Toi.

Besucher Horst Falkenstein am Beckenrand freut sich, dass er gerade einen alten Bekannten wiedergetroffen hat. Der 69-Jährige sitzt neben Dieter Spielmann. Der 67-Jährige lobt den Einsatz des Bürgerbad-Teams, die Renovierungsarbeiten: „Ohne das Team wäre das Bad wahrscheinlich schon lange zu.“

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