Erfindung

Eine Hybridleuchte aus Menden voller Möglichkeiten

Die Hybridleuchte steht in Dortmund (von links): Michael Heitmann, Mika Mex und Thomas Lange. 

Die Hybridleuchte steht in Dortmund (von links): Michael Heitmann, Mika Mex und Thomas Lange. 

Foto: Privat

Menden.  Diese Straßenleuchte versorgt sich eigenständig mit Strom. Beteiligt an der Erfindung sind auch die Mendener Thomas Lange und Michael Heitmann.

Eine Straßenlaterne, die ganz ohne Energiezufuhr funktioniert und sich komplett selbstständig mit dem benötigten Strom versorgt, um mit ihrem Licht Fußgängern den Weg durchs Dunkle zu weisen. „Hybridleuchte“ nennt sich die Erfindung des Trios Thomas Lange, Michael Heitmann (beide aus Menden) und Mika Mex (Neheim). Ein eigenes Bild von der Lampe kann man sich in Dortmund auf dem Gelände des Zentrums für Produkti-onstechnologie machen.

Für Laien erklärt Thomas Lange die Funktionsweise der Leuchte: „Hybridleuchte nennen wir sie, weil sie aus zwei Systemen besteht. Das ist einmal eine Windkraftanlage und dazu ein Photovoltaikmodul“, schildert er. „Bei uns funktioniert das aber etwas anders als die geläufigen Solarplatten auf Häuserdächern“, verdeutlicht Lange. „Unser Photovoltaikmodul ist nämlich ein bloß ein Millimeter dicker Film. Das ist neueste Technologie.“

Unsichtbarer Zaun und Umweltsensor

Durch diese Funktionsweise machen die Erfinder einige beeindruckende Dinge möglich: „Grundsätzlich ist es so, dass die Lampe – solange keine Person in der Nähe ist – auf 20 Prozent ihrer Leuchtkraft zurückfährt“, erklärt Lange. Außerdem seien die Leuchten über eine App steuerbar. Der Konstrukteur der Leuchte erzählt auch von der Stadt Solingen, die ganz besondere Wünsche hat: „Die möchten beispielsweise Umwelt-Sensorik eingebaut haben.“ So ein Sensor habe einen minimalen Stromverbrauch, könne aber die Luftqualität messen und an einen Rechner der Stadt weiterleiten.

„Auf einem Privatgrundstück kann man ausgehend von der Leuchte auch einen unsichtbaren Zaun errichten. Diese Leuchte ist unglaublich erweiterbar, man kann so viel damit machen!“ Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass das Trio schon Anfragen aus Dubai erreichen. „Jeder ist begeistert von der Idee“, so Lange.

Eine Erfindung für die Umwelt

Doch wie kommt man überhaupt darauf, so eine Leuchte auf den Markt zu bringen? Ursprünglich habe es damit angefangen, dass das Trio selbst eine Windkraftanlage entwickelt hat. Die Idee für deren Funktionsweise hatte Heitmann. „Alles ging davon aus, dass wir zusammensaßen, uns Gedanken machten und diskutierten. Wir wollten etwas erfinden, was es noch nicht gibt“, erklärt Lange. Und diesen Prototyp einer Hybridleuchte gibt es weltweit noch nicht.

„Wir hatten einfach den Wunsch, das Ganze etwas umweltfreundlicher zu gestalten. Diese Leuchte macht keinen Lärm und braucht keine Gräben für Kabel. So können auch Naturschutzgebiete beleuchtet werden“, zählt Lange nur einige der Vorteile seiner Erfindung auf.

Stolz präsentiert das Trio jetzt ihre Firma „nrgsync“. „Spricht man die Buchstaben englisch aus, ergibt das „energy“, also deutsch „Energie““, erklärt Lange. Der Weg war lang – und auch nicht immer leicht. „Klar gab es Rückschläge. Technische Probleme treten natürlich auf. Aber wenn man an den Erfolg glaubt, macht man weiter“, weiß Lange. Das zeigt das Trio auch darin, dass es seine Erfindung komplett privat finanzierte.

„Wir haben viel Geld und viel Zeit investiert“, so Lange. Doch sieben Jahre später kann sich das Ergebnis sehen lassen. Lange kündigt offiziell an: „Demnächst starten wir dann auch mit der Serienproduktion!“

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