Enkeltrick

Enkeltrick-Betrüger: Die Zahl der Taten hat sich verdoppelt

Die Polizei ruft die Bürger auf, jeden Betrugsversuch anzuzeigen.

Die Polizei ruft die Bürger auf, jeden Betrugsversuch anzuzeigen.

Foto: dpa, Julian Stratenschulte

Menden.   Die Polizei führt mit einem Beispiel vor, wie dreist die Betrüger beim Enkeltrick vorgehen. Bereits der Anruf erfüllt den Straftatbestand.

Die Zahl der Straftaten im Märkischen Kreis ist laut der neusten Kriminalstatistik zurückgegangen (WP berichtete). Die Fälle des sogenannten „Enkeltricks“ – im Polizeijargon „Delikte zum Nachteil älterer Menschen“ – haben sich aber verdoppelt. Die Polizei warnt eindringlich vor der dreisten Masche, mit der sich die Täter hohe Geldbeträge ergaunern.

„Fünf- bis sechsstellige Summen sind da im Rennen“, erklärt Kreis-Polizeichef Michael Kuchenbecker. Auf jeden 15. Versuch kommt ein erfolgreicher Betrug. „Diese Typen sind rhetorisch brillant geschult. Die verkaufen einem Scheich einen Sandkasten mit Sand“, gibt Michael Kuchenbecker eine plastische Metapher.

Chronik einer Tat

Die Hörprobe einer mitgeschnittenen Tat, die sich tatsächlich im Kreis ereignet hat, verdeutlicht, wie die Täter vorgehen:

„Wer ist denn da?“, fragt eine ältere Frauenstimme. Der Anrufer legt den Köder aus: „Rate doch mal, einer aus der Familie.“ Die ältere Dame rät: „Uwe?“ Der Anrufer bestätigt: „Ja, genau!“ Skepsis kommt auf: „Du hörst dich komisch an.“ Die Erklärung: „Ja, ich bin ein bisschen erkältet.“

Callcenter in Osteuropa und Türkei

Die Anrufe kommen, erklärt Kriminaldirektor Manfred Kurzawe, größtenteils aus Callcentern in Osteuropa und der Türkei. Lässt sich ein Senior zu einer Geldübergabe überreden, gibt es Laufburschen im Kreis, die das Geld abholen.

Kurzawe appelliert an Bürger, die so einen Anruf erhalten: „Der Anruf alleine erfüllt schon den Straftatbestand. Melden, melden, melden sie der Polizei diese Anrufe.“

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