Waldkindergarten

Erste Bilanz für den Mendener Waldkindergarten

Waldkindergarten Menden

Die ersten Tage im Waldkindergarten

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Menden.   Ein Besuch im Waldkindergarten. 20 Kinder werden momentan betreut. Unterschieden wird nur zwischen Buddel- und Matschwetter.

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Die ersten drei Wochen sind rum im neuen Waldkindergarten am Naturschutzzentrum Arche Noah. Zeit für eine erste Bilanz und einen Ortsbesuch.

Auch wenn einen die aus dem Wald schallende Geräuschkulisse sofort den richtigen Weg einschlagen lässt, so kann man feststellen, dass es eigentlich gar nicht so laut ist für eine Ansammlung von 20 Drei- bis Sechsjährigen. Die Jungen und Mädchen haben sich in Gruppen aufgeteilt, schaukeln auf der improvisierten Schaukel aus Seilen, lassen sich in der Hängematte hin- und herwiegen, spielen rund um die selbstgebaute Piratenburg. Und sie bestaunen neugierig die Besucher, die sich nach fast drei Wochen Betrieb den Waldkindergarten anschauen wollen.

Auf die Nase

Weiter fällt auf: Der Waldboden ist natürlich keine ebener Teppich, und hin und wieder fällt auch mal ein Kind auf die Nase. Aber keiner weint, wirklich weh getan hat sich auch bisher niemand. „Die Kleinen sind motorisch schon ziemlich fit, können einen Sturz auch mal geschickt abfangen“, hat Katrin Zaun beobachtet. Sie ist Gruppenleiterin der neu geschaffenen Rasselbande und ein Teil des dreiköpfigen Erzieherteams, das durch eine Jahrespraktikantin ergänzt wird.

Erster Tag der Gruppe, dessen Gründung sich lange hinzog (wir berichteten) war am 7. August. Die jungen Teilnehmer kamen aber nicht alle auf einmal, sondern nach und nach. Besonders die Neuen lernen im Moment noch, für immer längere Zeit auf ihre Eltern zu verzichten.

Wenige Meter bergauf

Ab sieben Uhr morgens können die Kinder gebracht werden, gegen neun Uhr geht es dann von der Hütte aus wenige Meter bergauf in den Wald. Beginnend mit dem Ritual einer gemeinsamen Runde, in der etwa ein Lied gesungen wird, und über mehrere Stationen, an denen sich die Gruppe zunächst versammeln muss.

Die Stationen auf dem Weg in den Wald heißen „Eichhörnchen-Futterstelle“ oder „Affengang“. Passiert werden sie praktisch bei jedem Wetter. „Für die Kinder gibt es kein schlechtes Wetter, sondern Buddel- und Matschwetter“, so Zaun. Nur, wenn es wirklich ganz ungemütlich ist, zieht sich die Gruppe in die Hütte zurück.

„Das Frühstück, das jeden Morgen ein wichtiger Punkt ist, haben wir auch schon bei Regen unter einer großen Plane verputzt“, so noch einmal Zaun.

Gewöhnung an die Regeln

Wenn eine Gewöhnung, auch an die Regeln der Gruppe, stattgefunden hat, wird der Radius größer, dann will man auch den nahen Bach besuchen. Im Winter will man dann noch intensiver zu Fuß unterwegs sein, natürlich auch, um warm zu bleiben. Jaron jedenfalls fühlt sich wohl hier, was er bestätigt, während er die am Donnerstagmorgen selbst gebastelte Fahne schwenkt. Nachdrücklich weist er darauf hin, mit seinen sechs Jahren der älteste der Gruppe zu sein. Er war vorher im Walburgis-Kindergarten. „Die Zeit geht hier ganz schnell rum“, erzählt er von seinen Eindrücken. Auch Philipp Marczenka gefällt es bislang gut. Mutter Nina hatte vor allem einen Grund, ihn hier anzumelden: „Philipp war schon immer gerne draußen. Und er kommt jeden Tag gerne.“

In der Hütte ist noch nicht alles fertig, erst gestern kam der Computer. Jahrespraktikantin Alyssa Petersmann, die am Hönne-Berufskolleg ihr Fachabitur anstrebt, unterstützt das Team an drei Tagen in der Woche. „Nach meinen ersten Eindrücken könnte ich mir so was auch für mein Berufsleben vorstellen“, berichtet die junge Frau. Dann ist es Mittag. Ein Teil wird schon abgeholt (grundsätzlich ist bis 14.30 Uhr geöffnet, eine Ganztagsbetreuung nicht möglich), die anderen packen Salat, Obst und Brote für das Mittagessen aus. Das findet nun in der Hütte statt. Katrin Zaun: „Die Kinder mögen auch diesen Ort, den wir gerade am Beginn etwas öfter nutzen. Aber das eigentliche Zuhause ist für alle der Wald.“

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