Missbrauchsfälle

Erzbischof Becker schickt Briefe an Mendener Haushalte

    Erzbischof Hans-Josef Becker: „Die Kirche hat schwere Schuld auf sich geladen.“  

    Erzbischof Hans-Josef Becker: „Die Kirche hat schwere Schuld auf sich geladen.“  

Foto: Archiv

Menden/Paderborn.   Hans-Josef Becker, Oberhirte des Erzbistums Paderborn, nimmt Stellung zu Missbrauchsfällen in der Kirche.

In einem Brief an alle katholischen Haushalte im Mendener Stadtgebiet hat der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker auch zum Thema Missbrauch in der Kirche Stellung bezogen. Der katholische Oberhirte: „Durch Vertuschung und Verdrängung hat die Kirche in dieser Hinsicht jahrzehntelang schwere Schuld auf sich geladen. Als Kirche sind wir unserer Verantwortung vor Gott und den Menschen oft nicht gerecht geworden. Dies wollen und werden wir konsequent ändern.“

Während es für die inhaltliche Ausführung durchaus lobende Worte gab, haderte so mancher Mendener offensichtlich mit der Art und Weise der Postzustellung. Denn die Briefe an die Haushalte waren samt und sonders im Adressfeld jeweils an die Männer adressiert.

Auf Nachfrage der Westfalenpost äußerte sich Heike Meyer, Referatsleiterin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im Erzbistum: „Das ist ganz gewiss nicht optimal gelaufen.“ Es habe an der Filtereinstellung gelegen, mit der man seitens des Erzbistums Paderborn Mehrfachzusendungen habe vermeiden wollen.

Aus Fehlern lernen

„Erzbischof Hans-Josef Becker ist es wichtig gewesen, möglichst alle Katholiken direkt zu erreichen und zu informieren.“ Daher sei auch die Anrede liebe Christinnen und Christen gewählt worden.

Bei zukünftig ähnlichen Informationen wolle man darauf achten, dass die Filtereinstellungen optimiert würden. Ein Ziel bleibe aber dabei, dass nicht mehrere Briefe an ein- und denselben Haushalt zugestellt werden sollen. Heike Meyer: „Ansonsten würde man uns Ressourcenverbrauch vorwerfen, was wir ja nicht beabsichtigen.“

Ein Großteil der Briefe in Menden ist nach WP-Informationen gestern zugestellt worden.

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