Angler

Fliegenfischen: „Die schonendste Art des Fischfangs“

Foto: WP

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Menden. Männer mit Angelruten stehen in den Ruhrwiesen kurz vor Fröndenberg. Ausholen, mit dem Arm einen Bogen beschreiben und dann fest nach vorne schnellen lassen. Es ist ein Bild für die Götter, das sich dem Betrachter beim Kanu-Club Menden bietet: Gestandene Männer sehen aus, als würden sie für die Wurfdisziplinen der Bundesjugendspiele üben. Dabei hat das Ganze einen sinnvollen Hintergrund: Workshop für Fliegenfischen.

Samstag, 15 Uhr, leichter Nieselregen. Auf der Wiese hinter dem Vereinsheim des Kanu-Clubs Menden hat sich eine Handvoll Interessierter versammelt, um in die Kunst des Fliegenfischens einzutauchen.

Initiiert und gesponsert wurde der Workshop vom Landesverband der Westfälischen Angelfischer, Kreisgruppe Oberruhr Iserlohn/Menden, mit ihrem Kreisgruppenvorsitzenden Jörg Vogt. Der freut sich, dass einige Mitglieder vom Angelsportverein (ASV) Menden 1962 dabei sind.

Der passionierte Fliegenfischer Rainer Syre leitet den Workshop. Er zeigt den Teilnehmern die unterschiedlichen Köder und die richtige Wurftechnik. „Fliegenfischen ist die schonendste Art des Fischfangs“, erzählt er eingangs. Fische empfänden bei dieser Fangmethode weniger Stress, und sie schone die Umwelt. Die Köder können mehrfach verwendet werden, weswegen kein Abfall zurück bleibe.

Die Angelschnur ist sehr leicht, sodass sie sich gut auswerfen lässt und mit der Strömung des Wassers bewegen kann. Beim Fliegenfischen werden außerdem keine Köder mit zusätzlicher Beschwerung benutzt. Das Eigengewicht der Schnur reicht aus, um die Köder zu transportieren.

Der Köder, Fliege genannt, imitiert die natürlichen Beutetiere des Fischs: Wasser-, Flug- und Landinsekten, aber auch andere Lebewesen wie Beutefische, kleinere Säugetiere oder Amphibien. In der Fliege befindet sich zwar auch ein Haken, aber dies ist nur ein einfacher Haken. Weil der keine Widerhaken hat, verletzt er den Fisch kaum.

„Wenn der Fisch auf den Köder geht, verbleibt der Haken in der schuppigen Lippe des Fischs. So empfindet das Tier keine Schmerzen“, erklärt Anika Adolph, die Lebensgefährtin von Rainer Syre. Sie sitzt im Vereinsheim und zeigt den Workshop-Teilnehmern, wie sie Fliegen bindet. Dafür verwendet sie Kunstfasern oder natürliche Materialien wie Federn oder Tierhaare. Auch einige bunt schillernde Köder stehen auf dem Tisch.

Für die beiden hat sich das Fliegenbinden zu einem ebenso wichtigen wie entspannenden Teil ihres liebsten Hobbys entwickelt. Die Fliegen haben noch den entscheidenden Vorteil, dass der Angler sie leichter und ohne Verletzungen aus dem Fisch entfernen kann, wenn er das Tier doch wieder zurück setzt, wenn es beispielsweise zu klein ist.

Kursteilnehmer Wolfgang ist total begeistert. „Ich werde jetzt nach 20 Jahren meine Fliegenrute reaktivieren“, verkündet der Rentner, der auch ein leidenschaftlicher Sportler ist. Gerfried hat am Samstag ein neues Hobby gefunden: „Ich kaufe mit jetzt eine Rute und mache einen Kurs im Fliegenfischen.“ Damit sollte das Ziel des Workshops wohl erreicht sein.

Mit dem Tag zufrieden

Rainer Syre selbst ist ebenfalls zufrieden mit dem Nachmittag. Sollten Radfahrer sich künftig in den Ruhrwiesen in dünnen Schnüren verheddern, hat die Zahl der Fliegenfischer offenbar drastisch zugenommen. Petri Heil.

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