Integration

Flüchtlinge aus Moria: Menden ist bereit zu helfen

Griechenland, Lesbos: Migranten beten auf der Straße. Nach dem Brand in dem Flüchtlingslager möchte auch Menden helfen.

Griechenland, Lesbos: Migranten beten auf der Straße. Nach dem Brand in dem Flüchtlingslager möchte auch Menden helfen.

Foto: Petros Giannakouris / dpa

Menden.  Deutschland möchte 150 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Moria aufnehmen. Menden sei gut vorbereitet und jederzeit bereit zu helfen.

Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, zeigt sich auch die Hönnestadt entschlossen und hilfsbereit. Stadtsprecher Johannes Ehrlich: „Wir sind bereit zu helfen.“ Deutschland hatte zu Beginn der vergangenen Woche beschlossen, zusätzlich zu den 1550 Flüchtlingen von den griechischen Inseln, auch 150 unbegleitete Minderjährige aus Moria aufzunehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer hatten sich auf diese Anzahl geeinigt.

Ebenso stimmen der Leiter des Teams Integration der Stadt Menden, Dennis Bröcking, und der scheidende Bürgermeister Martin Wächter dieser Aussage zu. Zwar entscheide das Land Letztenendes, ob und wie viele Flüchtlinge eine Kommune aufnimmt, doch bei der Stadtverwaltung sieht man sich gut aufgestellt. „Bereits bei der vergangenen Flüchtlingswelle haben wir eine Schule zur Verfügung gestellt und viele unserer Ehrenamtlichen sind bei dem Thema Integration ganz engagiert“, erklärt Ehrlich. Sollten unbegleitete minderjährige Kinder und Jugendlichen aus Moria nach Menden kommen, würden sie über das Jugendamt betreut.

Team Integration und das Mendener Jugendamt

Familien werden vom Team Integration unterstützt, das während der Flüchtlingswelle 2015 ins Leben gerufen wurde. Man habe seitdem viel gelernt. „Generell ist es so, dass die Kommunikationswege besser geworden sind und die Kommunen besser vernetzt sind“, sagte Bröcking seinerzeit. Nun sei es erneut an der Zeit, zu zeigen, dass man als Kommune offen ist. „Wir haben hier ja schon viel. Beispielsweise auch den Treff Alt Menden, der hat ja sogar den Heimatpreis gewonnen und setzt sich enorm für Flüchtlinge ein.“ Viele der Ehrenamtlichen halten sogar bis heute den Kontakt zu den geflüchteten Menschen, erzählt Johannes Ehrlich.

Bunt und vielfältig, so zeigte sich die Hönnestadt bereits in der Vergangenheit. Das Hilfsangebot sowie die Bereitschaft und Offenheit sollen noch mehr in den Vordergrund gerückt werden. Wann und ob minderjährige unbegleitete Kinder und Jugendliche oder aber auch flüchtende Familien nach Menden kommen, das entscheidet sich in der kommenden Zeit. In dieser Frage hat die Stadt wenig Mitspracherecht.

„Sichere Häfen“ dennoch abgelehnt

Obwohl viele Mendener bereit sind zu helfen, tritt Menden dem Städtebündnis „Sichere Häfen“ nicht bei. Der Stadtrat lehnte den Antrag der Grünen mit einer Mehrheit (CDU und FDP) ab. Dennoch solle die Verwaltung prüfen, wie Menden mehr Schutzbedürftige von griechischen Inseln aufnehmen kann als zugewiesen. Der Beitritt zum Städte-Bündnis und die Flüchtlings-Aufnahme seien zwei Paar Schuhe, äußerte CDU-Fraktionschef Bernd Haldorn in der damaligen Ratssitzung.

Zur Erinnerung: Am 9. September ist im Flüchtlingslager Moria ein großes Feuer ausgebrochen. Es hat die gesamte Unterkunft zerstört. Rund 13.000 Menschen sind seitdem obdachlos. Um zu helfen, beschloss die Bundesregierung, viele der flüchtenden Familien und auch 150 minderjährige Unbegleitete aufzunehmen. Seehofer und Merkel stehen für ihre Entscheidung derzeit immer wieder in der Kritik. Viele Parteien, wie Grüne oder SPD, fordern, dass deutlich mehr Menschen Hilfe angeboten werden sollte. Auch Stars wie Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf (bekannt vom Fernsehsender ProSieben) rückten das Thema erst vor einigen Tagen in den Mittelpunkt und setzen sich dafür ein, dass den obdachlosen Menschen aus Moria die Chance gegeben wird, nach Deutschland kommen zu dürfen.

Indes gibt es aber auch vereinzelt Gegner des ganzen Vorhabens. In mehreren Städten äußern sich die Gegner immer wieder über soziale Netzwerke wie Facebook mit abwertenden Kommentaren zu dem Thema.

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