Tierquälerei

Fohlen auf Fröndenberger Weide schwer verletzt

Auf dieser Weide an der Käsekiepe ist ein Fohlen schwer verletzt worden. Die Familie will andere Pferdebesitzer nun warnen.

Auf dieser Weide an der Käsekiepe ist ein Fohlen schwer verletzt worden. Die Familie will andere Pferdebesitzer nun warnen.

Foto: Thomas Dülken

Fröndenberg.   Es ist der zweite Fall innerhalb eines Jahres. Auf einer Weide an der Käsekiepe ist ein Fohlen vermutlich durch ein Messer verletzt worden.

Es ist der zweite Fall binnen eines Jahres. In Fröndenberg auf Höhe der Käsekiepe an der Eulenstraße hat ein Unbekannter mutmaßlich ein Fohlen schwer verletzt. Die Besitzer wollen bei Fröndenberger Pferdehaltern nun für mehr Aufmerksamkeit sorgen und sie sensibilisieren.

Am vergangenen Dienstagabend gegen 19 Uhr ist die Pferdewelt von Familie Dülken noch in Ordnung. Sie haben eine kleine Weide zwischen Fröndenberg und Frömern. Ihre Tiere grasen dort. Doch am Mittwochmorgen ändert sich alles. Denn ein Fohlen – gerade fünfeinhalb

Monate alt – ist schwer verletzt. Die kleine Herde ist aufgebracht. Ein gradliniger Schnitt zeichnet den Hinterlauf des Tieres; bis auf den Knochen verläuft die etwa 20 Zentimeter lange Wunde, Muskeln sind zertrennt. Im ersten Moment denken Claudia und Thomas Dülken noch nicht an das Werk eines Unbekannten. „Wir haben die ganze Weide mehrmals abgesucht nach scharfen Gegenständen“, sagt Thomas Dülken. Nicht selten kommt es vor, dass sich die Tiere am Zaun oder an Litzen – elektronischen Kontakten am Zaun – schneiden. Doch an keiner Stelle auf der Weide findet die Familie Hautfetzen oder Fell. Eine Tierärztin untersucht das Fohlen. Auf einen gezielten Messerangriff angesprochen, so Thomas Dülken, habe sie dies durchaus für möglich gehalten.

Tiere durcheinander

Das Fohlen kommt für eine Operation in die Tierklinik Telgte. Schnell wird klar: Das Tier hat Glück im Unglück. „Wären Sehnen oder Bänder durchgeschnitten worden, hätten wir das Fohlen einschläfern müssen“, sagt Claudia Dülken noch immer sichtlich betroffen. Seit 2015 hält die Familie Pferde auf der kleinen Wiese, die direkt an der Eulenstraße kurz vor dem Golf Club Gut Neuenhof liegt. Es ist das erste Mal, dass sie eine solche Verletzung bei ihren Tieren feststellen. „Die Großen waren richtig durcheinander“, erzählt Claudia Dülken. Solch ein Verhalten der Pferde hätten sie zuvor nicht gekannt. Nun bangen sie um das Fohlen, denn die ersten Tage nach der Operation seien noch ein wenig kritisch. Im schlimmsten Fall könne sich Luft unter der OP-Naht sammeln, die Wunde so wieder aufplatzen. Zehn Tage wird das Tier in der Klinik verbringen müssen. Ihre Weide an der Eulenstraße hat die Familie inzwischen geräumt. Zu unsicher ist es ihnen bei dem Gedanken, ein Unbekannter könnte weitere Tiere verletzen.

Zwei Zwischenfälle kreisweit

Eine Anzeige hat Familie Dülken bei der Polizei gestellt. Nun wollen sie Pferdebesitzer der Ruhrstadt aufmerksam machen, Unbekannte an Weiden im Blick zu behalten, notfalls sogar selbst einzugreifen.

Der Fall erinnert an ein verletztes Pferd in Altendorf. Fast auf den Tag genau – zwischen dem 14. und 16. Oktober 2017 – hatten Unbekannte ein Tier an der Schwerter Straße mit Schnitten am Hals und Hinterlauf schwer verletzt.

Für den Raum Fröndenberg sind vonseiten der Kreispolizeibehörde Unna zwischen Januar 2017 und Oktober 2018 vier Fälle von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz verzeichnet, wie Pressesprecherin Ute Hellmann auf WP-Anfrage bestätigt. Hinzu kommt, dass für diesen Zeitraum lediglich zwei Fälle im gesamten Zuständigkeitsbereich in Bezug auf Pferde aktenkundig sind – und beide Fälle trugen sich auf Fröndenberger Stadtgebiet zu. Ob ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht, ist noch unklar. Ein größeres Probleme stellen unterdessen vergiftete Köder dar. „Diese Probleme haben wir auch in anderen Kommunen“, so Hellmann. Ähnlich verhielte es sich mit ausgesetzten Hunden oder Katzen.

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